Auf Achse
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DE RegelEN RulesSpieler
2–6
Dauer
45–60 Min.
Alter
ab 10
Erschienen
1987
Komplexität
Leicht
Jeder ist Transportunternehmer zwischen Flensburg, Rotterdam, Verona und Triest: würfeln mit zwei Würfeln, einen nutzen, an Startorten Waren auf den LKW laden, am Zielort gegen Frachterlös abliefern und in Städten um öffentliche Aufträge bieten – das meiste Bargeld gewinnt (Regelheft 2007).
Auf Achse (F.X. Schmid) ist ein Familienspiel für 2–6 Personen ab 10 Jahren und ist 1987 erschienen. Eine Partie dauert 45–60 Minuten.
SpielartGegeneinander
AnspruchLeichtMittel viel Text
Preise🏆 Spiel des Jahres 1987
Titelbild: Verlag (schmidtspiele.de) · Produktseite ↗ · Weitere Bilder: Amazon · bei Amazon ansehen ↗ (Affiliate-Link)
Auf einen Blick
- Für wen: Familien und Gelegenheitsspieler ab 10 (ab 8 mit Variante) · 2–6 Spieler
- Ähnlich wie: Zug um Zug und Thurn und Taxis (Harald Schrapers zieht 2008 den Vergleich mit den „thematisch verwandten preisgekrönten Spielen“); Valdora (Aufträge mit Bewegung über eine Karte)
- Wissenswert:
- Spiel des Jahres 1987 – Kramer gewann als Erster zweimal in Folge (nach Heimlich & Co. 1986; Opinionated Gamers 15.06.2015).
- Begann 1982 als Werbespiel „Das große Logistik-Spiel“ für die Spedition Rhenania (Kramer, cliquenabend.de 2007).
- Wohl das einzige Spiel des Jahres ohne englische Ausgabe – Hasbro lehnte Kramers ähnliches Spiel „Trucker“ nach über einem Jahr Prüfung ab (Opinionated Gamers 15.06.2015).
Klassiker: Wie das Spiel entstand
- Idee: Kramer spielte als Kind am liebsten mit Lastwagen – „ein- und ausladen und Waren transportieren“. Weil es kein Transportspiel auf dem Markt gab, entschloss er sich, ein Speditionsspiel zu entwickeln (Interview cliquenabend.de, 2007). Logistikspiele gab es damals fast nur mit Eisenbahnen; der Prototyp stand 1981/82 (Chris Wray nach Gesprächen mit Kramer, Opinionated Gamers, 15.06.2015).
- Werbespiel zuerst: Als das Spiel fast fertig war, fragte der ASS-Verlag, ob Kramer für die Firma Rhenania ein Transportspiel entwickeln wolle – so erschien es im Herbst 1982 als Werbespiel „Das große Logistik-Spiel“ (Kramer, cliquenabend.de 2007). Die Europäische Spielesammler Gilde kennt eine zweite Werbeausgabe „Himolla-Rallye“ (Jahr unbekannt).
- Auf Achse 1987: Kramer überarbeitete das Spiel 1985/86 (Opinionated Gamers); F.X. Schmid brachte es 1987 unter dem Titel der ARD-Fernfahrerserie „Auf Achse“ (1978–1993, Manfred Krug) heraus – für Schrapers ein Grund, warum man sich an das Spiel so gut erinnert (Fairplay 1/2008). Peter Neugebauer (Pöppel-Revue 1987) hielt fest, das Werbespiel sei „nicht einfach nach Abspeckung der Werbeaussagen übernommen, sondern sinnvoll weiterentwickelt“ worden (zitiert nach Wikipedia).
- Weitere Ausgaben: 1991 ein Plan mit Leipzig, Dresden und Rostock; nach der Übernahme von F.X. Schmid durch Ravensburger erschien es 1996 dort (Wikipedia). Als Ravensburger die Rechte zurückgab – Kramer musste wegen eines Optionsvertrags bis Herbst 2006 warten –, kam zum 20. Jubiläum 2007 die überarbeitete Ausgabe bei Schmidt Spiele (cliquenabend.de 2007; Kramer-Website 07.08.2007).
- Ableger (eigene Spiele, nur genannt): Auf Achse Junior (F.X. Schmid 1992), Auf Achse – Das Kartenspiel (1994/95), eine App (Schmidt-Produktseite 2026).
Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt
- Spiel des Jahres 1987 (spiel-des-jahres.de). Die Jury nennt es ein „spannendes Wirtschaftsspiel um Warenlogistik, Brummis und Moneten“, das durch „die klare, einfache Regel“ überzeuge; Gewinnen sei „kein ‚Spiel von Würfeln und Zufall‘, sondern in erster Linie eine Sache überlegten Planens und Handelns“ (Jury-Seite).
- Kramers Durchbruch: Der zweite Sieg in Folge machte Kramer laut Wray zu „Deutschlands erstem Spieleautoren-Star“; 1989 wurde er der erste hauptberufliche Spieleautor Deutschlands (Opinionated Gamers). Gesamtauflage bis 2007 über 900.000 Stück (Kramer-Website, 07.08.2007).
- Genre: Früher Vertreter des Auftrags- und Transportspiels mit LKW statt Eisenbahn; Wray nennt es einen „ausgezeichneten Einstieg“ ins Genre „abholen und liefern“. Erstes Spiel des Jahres mit Kartenspiel-Ableger (1994/95), lange bevor das üblich wurde (Opinionated Gamers).
- Dauerläufer: Seit 1987 ohne Unterbrechung im Handel – F.X. Schmid, Ravensburger, Schmidt Spiele (Opinionated Gamers; Schmidt-Produktseite 2026). Die Neuauflage darf den Preis-Pöppel „mit Genehmigung der Jury“ weiter tragen (Schrapers, Fairplay 1/2008).
Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist
- Würfel- und Kartenglück: Helge Andersen (spielbox 1987): Dem Zufall komme „die wesentliche Bedeutung zu, denn wer Auftragskarten mit niedrigen Erlösen zugeteilt bekommen hat und nicht die Gnade hoher Würfelwürfe besitzt, der hat es zwangsläufig schwerer“ – für ihn „eines der üblichen Reisespiele“, kein Wirtschaftsspiel (nach Wikipedia). Patrick Brennan sieht das Glück bei den Aufträgen als Hauptfaktor für das Ergebnis (Opinionated Gamers 2015).
- Langatmig in der Urfassung: Wer die alte blaue Schachtel heute in die Hand nehme, werde sich wundern, „wie langatmig Auf Achse ist“, und feststellen, „dass es mit den heutigen Spielstandards nur mühsam mithalten kann“ (Schrapers, Fairplay 1/2008). Kramer selbst sagte 1990, es habe sich sehr gut verkauft, gehöre aber nicht zu seinen Favoriten (Games International Nr. 13, nach Wikipedia).
- Wenig Interaktion: Außerhalb der Auktion sei die Interaktion „sehr gering“, dazu Wartezeiten (Wray). Greg Schloesser findet es nach vielen Partien „höchstens durchschnittlich“ – seither seien „so viele bessere“ Liefer-Spiele erschienen (Opinionated Gamers 2015).
- Nichts Neues: Schon 1987 hieß es, das Spielprinzip sei „bereits lange vor diesem Spiel erfunden und praktiziert“ worden (spielphase.de) und es sei nur die Neubearbeitung eines Werbespiels (Neugebauer, nach Wikipedia).
- Was bis heute funktioniert: Die Überarbeitung 2007 – zwei Würfel zur Auswahl, kein Zugzwang, Aufträge dürfen abgelegt statt versteigert werden, überwiegend positive Ereigniskarten, verkaufbare Anhänger (Kramer-Website 07.08.2007) – hat laut Schrapers den Ablauf „deutlich gestrafft“: „ein der heutigen Zeit angemessenes Spiel“. Wray lobt die Auktion mit festen Gebotsstufen, die in drei Minuten erklärbaren Regeln und dass Routenplanung belohnt wird; Joe Huber spielt es nach über 18 Partien noch gern.
Klassiker: Moderne Alternativen
- Zug um Zug – Wenn du an Auf Achse das Streckennetz und die geheimen Aufträge mochtest: Zielkarten durch Streckenbau statt Würfelfahrten, ohne Würfel und Ereigniskarten; Spiel des Jahres 2004, 2–5 Spieler.
- Thurn und Taxis – Wenn du an Auf Achse die Fahrten durch den deutschsprachigen Raum mochtest: Postkutschen-Strecken aus Stadtkarten durch Süddeutschland, jede Entscheidung planbar; Spiel des Jahres 2006, 2–4 Spieler, ab 10.
- Istanbul – Wenn du an Auf Achse das Abholen und Liefern mit knappem Laderaum mochtest: Mit Handkarren und Gehilfen durch den Basar, der Laderaum begrenzt die Waren, Zufall kaum; Kennerspiel des Jahres 2014, 2–5 Spieler.
- Valdora – Wenn du an Auf Achse die Aufträge mit Start- und Zielort mochtest: Figuren ziehen über Straßen und Städte, kaufen Aufträge und liefern Edelsteine bei Patronen ab – ohne Würfel; 3–5 Spieler, 60 Min., ab 10.
- Great Western Trail – Wenn du aus Auf Achse herausgewachsen bist: Rinder statt Waren, eine Route mit Gebäuden statt Autobahnen, deutlich tieferes Planungsspiel für Experten; Empfehlungsliste Kennerspiel des Jahres 2017.
So wird gespielt
- Material: Spielplan, 6 LKW, 8 Anhängerkarten (4 kleine, 4 große), 54 Auftragskarten, 28 Ereigniskarten, 48 Warensteine, 2 Würfel, Baustellen- und Stauschild, Spielgeld in Euro.
- Aufbau: Jeder erhält 5.000 € und 3 Auftragskarten auf die Hand. Vom Auftragsstapel werden je nach Spielerzahl Karten abgezählt (2 Spieler 12, 3 Spieler 16, 4 Spieler 20, 5–6 Spieler 24), der Rest kommt in die Schachtel; die obersten 4 liegen offen auf den Auftragsfeldern. Danach stellt jeder seinen LKW auf ein beliebiges Feld – auch in den Startort eines eigenen Auftrags.
- Zug: Es beginnt, wer „in diesem Monat die weiteste Strecke gefahren ist“. Mit beiden Würfeln würfeln, die Augen eines Würfels in beliebiger Richtung ziehen; kein Zugzwang, Punkte dürfen zum Anfahren von Start- und Zielorten oder vor Baustelle/Stau verfallen. Eine gewählte 6 erlaubt 1–6 Felder. Außerhalb der Städte höchstens 2 LKW je Feld, in Städten beliebig viele; Überholen erlaubt. Zwei Fähren (Rotterdam–Flensburg 3, Flensburg–Rostock 2 Punkte) kosten nichts.
- Ereignisse: Wer ohne verfallene Punkte auf einem Achtungsdreieck-Feld endet, zieht eine Ereigniskarte (überwiegend positiv); wer eine Strafe nicht zahlen kann, behält die Karte, bis er das Doppelte zahlt. Wer eine 1 wählt (oder eine 6 als 1 nutzt), fährt ein Feld und setzt das Baustellenschild, das einen Streckenabschnitt sperrt (nicht auf Städte oder besetzte Felder). Das Stauschild kommt über Ereigniskarten ins Spiel und gilt eine Runde.
- Aufträge: Am Startort die Karte offen auslegen und die Waren laden (Zug endet); am Zielort abladen und den Frachterlös kassieren. Ein LKW fasst 6 Waren, Aufträge werden nie in Teilmengen geliefert. Anhänger (+4 Waren für 2.000 €, +6 für 3.000 €) kann man im eigenen Zug beliebig kaufen; Verkauf vor Spielende bringt 500 €, am Ende sind sie wertlos.
- Öffentliche Aufträge (Auktion): Wer seine Würfelzahl komplett nutzt und in einer Stadt endet, darf einen der 4 offenen Aufträge wählen. Beginnend links vom Wähler bieten die anderen in den auf der Karte nummerierten Stufen 1–5 (Tabelle mit Kosten und Netto-Erlös); der Wähler gewinnt schon durch Gleichziehen. Der Preis geht sofort an die Bank, ohne Gegengebot ist der Auftrag gratis. Verzichtet der Spieler, kommt der Auftrag neben dem Ladeplatz aus dem Spiel; die übrigen rutschen in Pfeilrichtung nach, ein neuer wird aufgedeckt.
- Spielende: Sofort, wenn keine öffentlichen Aufträge mehr ausliegen und ein Spieler alle eigenen Aufträge erledigt hat (Reihenfolge egal). Das meiste Bargeld gewinnt; offene Aufträge zählen nicht.
- Vereinfachte Variante ab 8: 5 Handaufträge, nur 10 öffentliche Aufträge, keine Anhänger, keine Auktion – wer zuerst den Startort eines offenen Auftrags erreicht, nimmt ihn.
Stimmen aus Rezensionen
- Jury Spiel des Jahres (1987): klare, einfache Regel, abwechslungsreich durch wechselnde Routen und Ereignisse, Gewinnen sei vor allem „überlegtes Planen und Handeln“; solides Material. Kritik: Spielplan „recht unterkühlt und abstrakt“.
- Harald Schrapers, Fairplay 1/2008 (Neuauflage): „wirkliche Empfehlung“, Ablauf deutlich gestrafft; mit Zug um Zug und Thurn und Taxis könne es „nicht so recht mithalten, es muss sich aber auch nicht verstecken“. Tipp: wenige Aufträge nehmen und fertig sein, wenn der Auftragsstapel leer ist. Kritik: Urfassung langatmig.
- Opinionated Gamers (Chris Wray u. a., 15.06.2015): Regeln in unter drei Minuten erklärt, Auktion mit festen Stufen, Routenplanung zählt, „einer der besseren Preisträger der 1980er“. Kritik: wenig Interaktion außerhalb der Auktion, Glück durch Aufträge und Ereignisse; Schloesser und Jackson finden es nicht gut gealtert (1× „love“, 2× „like“, 4× neutral).
- Kulkmann (boardgame.de, Ausgabe 1987): „nettes taktisches Brettspiel“, das den Titel verdient habe.
Auszeichnungen
- Spiel des Jahres 1987 (Gewinner) (Preisliste spiel-des-jahres.de)
Ausgaben & Erweiterungen
- Keine Erweiterungen (2026-10-21).
- 1991 (zwei Auflagen, Plan mit Leipzig, Dresden, Rostock), 1996; Ravensburger 1999; Schmidt Spiele 2007 (20-Jahre-Jubiläumsausgabe, „Das Spiel um Brummis, Frachten und Moneten“). Werbeausgaben „Das Große Logistik-Spiel“ (Rhenania, 1982) und „Himolla-Rallye“. Übersetzungen: Dänisch „Convoy“ (1987), Tschechisch „Kamionem po Evropě“ (1988, 1990, Dino 2016), Ungarisch (2020), Portugiesisch „Carga Máxima“.
- Aktuell im Handel: Schmidt Spiele, Art.-Nr. 49090 (Produktseite 2026-10-21, 37,99 €). Unterschiede 2007 zur Urfassung: Liste auf Kramers Website (07.08.2007).
- Ableger (eigene Spiele, nur genannt): Auf Achse Junior (F.X. Schmid 1992), Auf Achse – Das Kartenspiel (F.X. Schmid 1994/95), App „Auf Achse: LKW Brettspiel-App“ (Google Play/App Store, verlinkt auf der Schmidt-Produktseite).
Autoren & Verlag
- Autor: Wolfgang Kramer · Illustration: Jochen Frick, Harald Lieske · Redaktion der Neuauflage 2007: Thorsten Gimmler (Fairplay 1/2008; Kramer im Cliquenabend-Interview 2007)
- Verlag: F.X. Schmid (1987) · deutsche Ausgabe = Original; nach der Übernahme von F.X. Schmid bei Ravensburger, seit 2007 Schmidt Spiele, aktuell Art.-Nr. 49090, 37,99 € im Schmidt-Shop (Produktseite schmidtspiele.de, 2026-10-21)
- Logistik-Spiel: Als Spediteur fährst du mit dem LKW über Europas Autobahnen, lädst Waren ein, lieferst sie ab und ersteigerst öffentliche Aufträge
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