Brettspiel-Lexikon
Was ist Worker Placement? Was unterscheidet ein Kennerspiel von einem Familienspiel? Was meint jemand, der über Downtime klagt? Hier erklären wir die Begriffe der Brettspiel-Welt ausführlich und auf Deutsch: Mechanismen, Spielarten, Fachbegriffe und den Jargon am Spieltisch. Jeder Artikel zeigt den Begriff an einem echten Spiel, grenzt ihn von ähnlichen Begriffen ab und nennt Spiele, mit denen ihr ihn selbst ausprobieren könnt.
10 Begriffe – das Lexikon wächst laufend.
Mechanismen
- Deckbau (Deckbuilding)Beim Deckbau beginnt jeder mit einem kleinen, schwachen Kartenstapel und kauft während der Partie bessere Karten dazu. Der Stapel wird immer wieder gemischt, sodass eure neuen Karten nach und nach auf die Hand kommen – euer Deck ist euer Motor, und den baut ihr im Spiel selbst.
- Draften (Drafting)Beim Draften wählt ihr reihum oder gleichzeitig aus einer gemeinsamen Auswahl – Karten, Plättchen oder Würfel – und lasst den Rest für die anderen liegen oder gebt ihn weiter. Was ihr nehmt, ist für die anderen weg: Ihr baut euer eigenes Spiel und entscheidet zugleich mit, was den anderen bleibt.
- Engine-Building (Motor aufbauen)Beim Engine-Building baut ihr euch während der Partie eine Auslage aus Karten, Gebäuden oder Fähigkeiten, die sich gegenseitig verstärken. Am Anfang bringt jeder Zug wenig, später löst ein einziger Zug eine ganze Kette aus – euer „Motor“ läuft immer schneller.
- Push your Luck (Risiko und Zocken)Bei Push your Luck entscheidet ihr immer wieder: aufhören und sichern, was ihr habt – oder weitermachen und mehr gewinnen, mit dem Risiko, alles zu verlieren. Die Spannung kommt aus dieser einen Frage: Noch einmal?
- Worker Placement (Arbeiter einsetzen)Beim Worker Placement setzt ihr eure Spielfiguren („Arbeiter“) reihum auf Aktionsfelder und führt die Aktion des Feldes aus. Ein Feld, auf dem schon jemand steht, ist für die anderen meist blockiert – wer zuerst kommt, bekommt die beste Aktion.
Spielarten und Genres
- Legacy (Legacy-Spiel)Ein Legacy-Spiel verändert sich dauerhaft: Ihr klebt Sticker auf den Plan, beschriftet Karten, öffnet versiegelte Umschläge oder zerreißt sogar Material. Jede Partie baut auf der vorigen auf, bis eine Kampagne aus vielen Partien abgeschlossen ist – und eure Schachtel ist am Ende einzigartig.
Spielgefühl und Jargon
- Downtime (Wartezeit)Downtime ist die Zeit, in der ihr bei einem Brettspiel nichts zu tun habt, weil die anderen am Zug sind. Ein wenig Wartezeit gibt es fast immer; zu viel davon macht ein Spiel zäh – vor allem in großen Runden und bei Spielen mit langen Zügen.
- Kingmaking (Königsmacher)Kingmaking heißt: Ein Spieler, der selbst nicht mehr gewinnen kann, entscheidet mit seinen Zügen, wer von den anderen gewinnt. Er wird zum „Königsmacher“. Das kann nur in Spielen mit drei oder mehr Personen passieren und gilt meist als unschön, weil der Sieg dann nicht mehr vom eigenen Spiel abhängt.
Spielmaterial
- MeepleEin Meeple ist eine kleine Spielfigur aus Holz in Menschengestalt: runder Kopf, zwei Arme, zwei Beine. Berühmt wurde die Form durch Carcassonne, heute steht das Wort für Spielfiguren dieser Art ganz allgemein – und oft für das Hobby Brettspiel selbst.
Szene und Auszeichnungen
- Kennerspiel (Kennerspiel des Jahres)Ein Kennerspiel ist ein Brettspiel für alle, die schon etwas mehr Spielerfahrung haben und eine größere Herausforderung suchen als bei einem Familienspiel. Den Begriff hat die Jury Spiel des Jahres eingeführt; seit 2011 vergibt sie das Kennerspiel des Jahres mit dem anthrazitfarbenen Pöppel.
So entsteht das Lexikon
Wir schreiben jeden Artikel selbst und in eigenen Worten. Die Beispiele stammen aus Spielen, deren offizielles Regelheft wir vollständig gelesen haben; die Begriffe im Beispiel stehen so wie im Heft. Angaben zur Herkunft eines Begriffs nennen immer ihre Quelle, Zahlen aus unserer Spiele-Datenbank (etwa wie viele Spiele eine Mechanik nutzen) werden bei jeder Aktualisierung der Seite neu berechnet. Wo sich die Szene uneins ist, sagen wir das.
Begriffe aus dem Lexikon sind auf allen Spielseiten und im Blog verlinkt: Fahrt mit der Maus darüber oder tippt sie an, dann seht ihr die Kurz-Erklärung.
