Kniffel

Yahtzee
DE RegelEN Rules
Spieler
2–8
Dauer
20 Min.
Alter
ab 8
Erschienen
1956
Komplexität
Einsteiger

Jeder hat pro Runde bis zu drei Würfe mit fünf Würfeln, darf Würfel liegen lassen und muss danach genau eines von 13 Kästchen auf dem Block füllen, notfalls mit einer Null. Nach 13 Runden gewinnt die höchste Summe (Regelheft).

Kniffel (E. S. Lowe Company) ist ein Familienspiel für 2–8 Personen ab 8 Jahren und ist 1956 erschienen. Eine Partie dauert 20 Minuten.

Kniffel: AnsichtKniffel: AnsichtKniffel: AnsichtKniffel: AnsichtKniffel: AnsichtKniffel: AnsichtKniffel: Ansicht

Titelbild: Verlag (schmidtspiele.de) · Produktseite ↗ · Weitere Bilder: Amazon · bei Amazon ansehen ↗ (Affiliate-Link)

Auf einen Blick

  • Für wen: Familie, gemischte Runden ab 8
  • Ähnlich wie: King of Tokyo übernimmt das Prinzip „bis zu 3 Würfe, Würfel rauslegen“ (Eintrag). Qwixx ist ein modernes Würfel-und-Ankreuz-Spiel.
  • Wissenswert:
    • Jeder weitere Kniffel bringt bei Schmidt 50, bei Hasbros Yahtzee 100 Bonuspunkte (beide Regelhefte).
    • Bekannt wurde Kniffel in Deutschland 1972, als die Zigarettenmarke „Krone“ das Spiel ihren Packungen beilegte. Seitdem wurden über 200 Millionen Kniffelblöcke verkauft (Good Time Holding, Mutterfirma von Schmidt Spiele).

Klassiker: Wie das Spiel entstand

Die verbreitete Entstehungsgeschichte: Ein wohlhabendes kanadisches Ehepaar erfand das Spiel 1954 und nannte es „The Yacht Game“, weil es auf seiner Jacht mit Freunden spielte. Zwei Jahre später bat es den New Yorker Spielehersteller Edwin S. Lowe, der mit Bingo reich geworden war, um Geschenksets. Lowe erwarb die Rechte gegen 1.000 Geschenksets (The Strong National Museum of Play, über Google Arts & Culture: artsandculture.google.com). Der Name des Paares wurde nie bekannt, und niemand hat sich je als Erfinder gemeldet (Todd Coopee, Toy Tales, 07.08.2017: toytales.ca). Die Jacht-Geschichte ist daher nicht belegt und gilt als Legende. Sie stützt sich auf ältere Würfelspiele wie „Yacht“ (Toy Tales).

Lowe brachte das Spiel 1956 als Yahtzee heraus. Werbung für den „Lernwert“ verkaufte sich zunächst schlecht. Erst „Yahtzee-Partys“ und Mundpropaganda brachten den Erfolg. 1973 übernahm Milton Bradley die Firma samt Rechten, 1984 wurde Milton Bradley Teil von Hasbro (Toy Tales).

In Deutschland erscheint das Spiel bei Schmidt Spiele als Kniffel, die Marke trägt den Vermerk „®1972“ (Regelheft 49030). Laut Good Time Holding wurde Kniffel 1972 bekannt, als „Krone“-Zigaretten das bis dahin wenig bekannte Schmidt-Spiel ihren Packungen beilegten (gt-holding.de). Ob Schmidt dafür eine Lizenz für Yahtzee hatte, ist nicht geklärt.

Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt

  • Verbreitung: Yahtzee hat weltweit über 50 Millionen Exemplare verkauft (Toy Tales 2017). Kniffel verkauft sich laut Schmidt Spiele noch rund eine Million Mal im Jahr (dpa bei web.de, 10.03.2023), dazu kommen über 200 Millionen Blöcke (Good Time Holding).
  • Vorläufer von Roll & Write: Laut dpa-Bericht hat der Klassiker „sogar ganz neue Spiele-Genres entstehen lassen“. Spieleautor Wolfgang Warsch sieht den Auslöser des Roll-and-Write-Trends zwar bei Qwixx, verbindet Kniffel aber über die „hohe Entscheidungsdichte“ mit den neuen Spielen (web.de, 10.03.2023). Das Prinzip „bis zu dreimal würfeln, Würfel rauslegen“ steckt etwa in King of Tokyo.
  • Turniere: Schmidt richtet eine Deutsche Kniffel-Meisterschaft aus. Bei der vierten am 6. Juni 2026 in Berlin spielten rund 160 Teilnehmer (Schmidt Spiele, 09.06.2026).

Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist

  • Kaum Interaktion. Jeder würfelt und trägt nur in seine eigene Spalte ein. Was die anderen tun, ändert die eigenen Möglichkeiten nicht (Regelheft). Das ist im Grunde ein Solospiel am gemeinsamen Tisch.
  • Viel Glück. Larry Levy nennt Yahtzee einen „luck-filled classic“ (Opinionated Gamers, 07.03.2024). Ein Kniffel bringt 50 Punkte, weitere jeweils 50 Bonuspunkte. Ein glücklicher Wurf kann deshalb mehr wert sein als eine ganze Partie mit guten Entscheidungen (Herleitung aus dem Regelheft).
  • Wartezeit in großen Runden. Mit bis zu 8 Spielern (Schmidt) sitzt man lange untätig, weil immer nur einer würfelt.
  • Einseitige Entscheidungen. Die Kniffe stehen schon in der Hasbro-Regel: Chance aufheben, Bonus im oberen Teil ansteuern, keine Null bei Yahtzee. Danach folgt man meist dem naheliegenden Zug (Regelheft EN, „Top Tips“).
  • Was bis heute funktioniert: In jedem Zug muss man abwägen, welche Würfel man behält und welches Kästchen man opfert. Laut Schmidt-Geschäftsführer Axel Kaldenhoven macht „der perfekte Mix aus Glück und Taktik“ den Reiz aus (web.de/dpa 2023). Die Regeln sind in Minuten erklärt, und man braucht nur fünf Würfel und einen Block.

Klassiker: Moderne Alternativen

  • Qwixx – Wenn du an Kniffel das Würfeln und Ankreuzen mochtest: Alle dürfen den Wurf des aktiven Spielers nutzen, deshalb gibt es keine Wartezeit. Die Reihen werden streng von links nach rechts angekreuzt (2–5 Spieler, 15 Min.).
  • Ganz schön clever – Wenn du an Kniffel das Abwägen beim Eintragen mochtest: Gewählte Würfel lösen Bonus-Ketten auf dem Block aus, und liegen gelassene Würfel nutzen die anderen. Mehr Planung bei ähnlicher Spieldauer (1–4 Spieler, 30 Min.).
  • King of Tokyo – Wenn du an Kniffel das Dreimal-Würfeln mochtest: Gleicher Grundmechanismus, aber die Würfel greifen Monster an, heilen oder bringen Energie für Karten. Viel direkte Interaktion (2–6 Spieler, 30 Min.).
  • Pick-omino – Wenn du an Kniffel das Zocken auf den großen Wurf mochtest: Bei Heckmeck legt man Würfel heraus, bis man einen Wurm vom Grill nehmen kann, und kann alles verlieren (2–7 Spieler, 20 Min.).

So wird gespielt

  • Material (49030): 5 Würfel, 1 Würfelbecher, 1 Kniffelblock, 4 Bleistifte. Für 2–8 Spieler ab 8.
  • Ablauf: Jeder hat eine Spalte auf dem Block, wer die höchste Zahl würfelt, beginnt. Pro Zug bis zu 3 Würfe: Der erste Wurf geht mit allen 5 Würfeln, danach darf man beliebig viele liegen lassen. Spätestens nach dem 3. Wurf trägt man in eines von 13 Kästchen ein. Passt nichts, streicht man ein Kästchen (0).
  • Oberer Teil: Einser bis Sechser, gezählt werden nur die passenden Würfel. Bonus 35 ab 63 Punkten.
  • Unterer Teil: Dreierpasch und Viererpasch (Summe aller Augen) · Full House 25 · Kleine Straße (4 in Folge) 30 · Große Straße (5 in Folge) 40 · Kniffel (5 gleiche) 50 · Chance (Summe).
  • Weitere Kniffel: je 50 Zusatzpunkte auf der Rückseite, dazu in ein beliebiges freies Kästchen die Höchstpunktzahl.
  • Ende: wenn alle Kästchen gefüllt sind. Die höchste Summe einschließlich Boni gewinnt.
  • Meisterschaftsregel: Man darf auch ohne Not streichen. Weitere Kniffel bringen 50 Bonuspunkte und müssen zusätzlich in ein passendes Kästchen (nicht Full House oder Straßen).
  • Unterschiede bei Hasbro (Yahtzee Classic): Jeder weitere Yahtzee bringt 100 Bonuspunkte, den Bonus gibt es nur, wenn das Yahtzee-Feld nicht mit 0 belegt ist. Der Joker füllt nach festen Vorrang-Regeln zuerst das passende obere Feld, und Full House oder Straße dürfen mit vollem Wert „gestohlen“ werden. Dazu kommen 100 Wertungsblätter, der Startspieler wird ausgewürfelt.

Stimmen aus Rezensionen

  • web.de/dpa (10.03.2023): Kniffel ist ein „Dauerbrenner“ mit einem Mix aus Glück und Taktik (Kaldenhoven). Wolfgang Warsch hebt die Entscheidungsdichte hervor. Der Artikel empfiehlt moderne Alternativen mit mehr Tiefe.
  • Opinionated Gamers, Larry Levy (07.03.2024, zu For One: Kniffel): Yahtzee sei ein „luck-filled classic“. Knizias Solo-Version bringe „a pleasant amount of decision making in a short timeframe“.
  • Eine eigene Fachrezension des Grundspiels Kniffel wurde nicht gefunden.

Auszeichnungen

  • Auszeichnungen: keine geprüften gefunden.
  • Der Eintrag umfasst Yahtzee, Kniffel und viele Lizenzausgaben.

Ausgaben & Erweiterungen

  • Schmidt Spiele (schmidtspiele.de, 2026-10-20): Kniffel 49030 · Classic Line 49203 (großer Block) · Metalldose 51203 · Reise-Kniffel · Kniffel Kids · Kniffel Extreme (2011, mit Zehnseiter laut Wikipedia) · Kniffel 7 und Kniffel 8 · Kniffel – Das Duell (2 Spieler) · Karten Kniffel · Ersatzblöcke.
  • For One: Kniffel – Solo-Ableger von Reiner Knizia (Schmidt Spiele, 2023, Rezension Opinionated Gamers 2024).
  • Hasbro: Yahtzee Classic, Reise- und Lizenzausgaben (Toy Tales nennt u. a. Word, Triple, Texas Hold'em und Casino Yahtzee).

Autoren & Verlag

  • Autor: unbekannt. Laut Überlieferung erfand ein namentlich nie bekanntes kanadisches Ehepaar das „Yacht Game“. Vermarktet wurde es von Edwin S. Lowe. · Illustration: nicht genannt

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