Stratego
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Spieler
2
Dauer
45 Min.
Alter
ab 8
Erschienen
1946
Komplexität
Leicht
Zwei Armeen aus je 40 Figuren stehen sich verdeckt gegenüber – wer angreift, nennt seinen Rang, die niedrigere Figur fliegt raus, und gewonnen hat, wer die versteckte Fahne des Gegners erobert (Regelheft).
Stratego () ist ein Familienspiel für 2 Personen ab 8 Jahren und ist 1946 erschienen. Eine Partie dauert 45 Minuten.
ThemaKrieg & Konflikt
AnspruchLeichtSprachunabhängig
Titelbild: Verlag (jumboplay.com) · Produktseite ↗ · Weitere Bilder: Amazon · bei Amazon ansehen ↗ (Affiliate-Link)
Auf einen Blick
- Kniff: Der Spion (Rang 1) schlägt den Feldmarschall (Rang 10), aber nur, wenn er selbst angreift; Bomben schlagen jeden Angreifer außer dem Mineur (Regelheft).
- Für wen: Familie und Gelegenheitsspieler ab 8 · reines Zweierspiel
- Ähnlich wie: Stratego Junior (Kinderfassung mit Dinosauriern, gleiches Prinzip mit verdeckten Stärken); L'Attaque (französischer Vorläufer von 1909/1910, siehe unten).
- Wissenswert:
- Laut Spielzeugmuseum Nürnberg gibt es 10 hoch 66 Möglichkeiten, die Figuren aufzustellen (Pressemitteilung 14.08.2024).
- 2022 erreichte die KI DeepNash von DeepMind auf der Plattform Gravon einen Platz unter den besten drei menschlichen Spielern (DeepMind-Blog, 01.12.2022).
Klassiker: Wie das Spiel entstand
- Vorläufer: Die Französin Hermance Edan meldete am 26.11.1908 ein „Schlachtspiel mit beweglichen Figuren auf einem Damebrett“ zum Patent an; das Patent Nr. 396.795 wurde 1909 erteilt. Ab 1910 verkaufte der Hersteller Au Jeu Retrouvé das Spiel als „L'Attaque“ mit je 36 Pappfiguren in Rot und Blau (Wikipedia „L'Attaque“ und „Stratego“, beide nach dem Spielehistoriker Thierry Depaulis). Laut ihrem Nachlass hatte Edan das Spiel schon in den 1880er-Jahren entwickelt – das ist nur durch ihre eigene Angabe belegt. 1925 übernahm der britische Verlag H. P. Gibson & Sons die Rechte (Wikipedia).
- Stratego: Als Erfinder gilt der Niederländer Jacques Johan Mogendorff (1898–1961). Laut Spielzeugmuseum Nürnberg entwickelte er es während des Zweiten Weltkriegs am Küchentisch für seine Söhne und griff dabei die Ideen von L'Attaque auf – die Küchentisch-Geschichte stammt aus dieser einen Quelle (Pressemitteilung 14.08.2024). Die Marke „Stratego“ wurde am 20.04.1942 in den Niederlanden für die Firma Van Perlstein & Roeper Bosch eingetragen; 1946 brachte Smeets & Schippers das Spiel heraus, laut Jumbo ohne großen Erfolg (Wikipedia DE).
- Durchbruch: Am 10.06.1958 erhielt Hausemann & Hötte (heute Jumbo) eine europäische Lizenz, im ersten Jahr wurden 15.000 Spiele verkauft (Wikipedia DE; ebenso Spielzeugmuseum Nürnberg). Reich der Spiele nennt ebenfalls 1958 als Beginn der Lizenz (11.03.2024). 1961 führte Milton Bradley das Spiel in den USA ein (Wikipedia EN/DE).
- Widerspruch: Das Spielzeugmuseum schreibt, die Lizenz an Hausemann & Hötte sei „ab 1942“ vergeben worden; Wikipedia und Reich der Spiele nennen 1958 (siehe Offene Punkte).
Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt
- Verbreitung: Laut Spielzeugmuseum Nürnberg weltweit mehr als 40 Millionen verkaufte Spiele (14.08.2024); Wikipedia DE nennt über 40 Millionen bis 2006.
- Wettkampfszene: Weltmeisterschaften gibt es seit 1997 (erste in London), 2024 fand die 25. WM in Nürnberg statt (Spielzeugmuseum Nürnberg). Deutsche Meisterschaften seit 1992 (Museum) bzw. 1993 (Wikipedia DE).
- Mechanik: Stratego hat das Prinzip „verdeckte Stärken, die erst im Kampf aufgedeckt werden“ in die Familienspielwelt gebracht. Das Museum beschreibt es als Mischung aus Schach (Strategie), Memory (Erinnern) und Poker (Bluff).
- Forschung: Weil die Figuren verdeckt sind, galt Stratego als schwieriges Ziel für Spielprogramme. DeepMind schreibt, die bei Schach und Go übliche Baumsuche reiche hier nicht; die KI DeepNash erreichte 2022 einen Platz unter den besten drei auf Gravon (DeepMind-Blog, 01.12.2022).
Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist
- Thema und Ausstattung: Spieletest.at nannte das Spiel 2001 „mäßig“, mit „wenig Spannung“, der Spielspaß lasse „sehr schnell nach“; eine Neuerscheinung mit so „martialischem Thema“ hätte heute kaum Chancen (Arno Steinwender, 07.01.2001). Mark Wilson (Bumbling Through Dungeons, 27.01.2020) würde es „nur noch einer Nische“ empfehlen, weil es viele Erwartungen an moderne Spiele nicht erfülle; das Material zeige sein Alter.
- Aufbau und Spieldauer (aus dem Regelheft abgeleitet): Jeder stellt vor Spielbeginn 40 Figuren einzeln auf. Die Partie endet nur, wenn eine Fahne erobert wird oder ein Spieler nicht mehr ziehen kann; ein Zeitlimit gibt es nicht. Wer früh wichtige Figuren verliert, hat kaum Mittel zum Aufholen.
- Gedächtnis: Wer sich aufgedeckte Ränge nicht merkt, ist klar im Nachteil – Wilson nennt das Spiel für Leute, die Merkspiele nicht mögen, „zu anstrengend“.
- Zeichen der Zeit: Jumbo legt der aktuellen Ausgabe selbst die Variante „Kampfkarten“ bei (30 Figuren, Karten für Bewegung, Angriff, Verteidigung; Regelheft). Laut Reich der Spiele bleibt das Spiel damit auch bei aufgeklärten Stellungen „weniger berechenbar“ (11.03.2024).
- Was bis heute funktioniert: Wilson lobt die freie Aufstellung, durch die sich die eigene Armee „wirklich wie deine“ anfühle, und die ständige Spannung durch Unwissen; das Spiel lasse sich in wenigen Partien lernen. Die Regeln passen auf zwei Seiten (Regelheft S. 21–22).
Klassiker: Moderne Alternativen
- Undaunted: Normandie – Wenn du an Stratego das Duell zweier Armeen mochtest: ein Zweierspiel mit Soldaten als Karten im eigenen Deck, jeder Treffer entfernt dauerhaft eine Karte; mit Szenarien statt fester Aufstellung, 45–60 Min., ab 14.
- Onitama – Wenn du an Stratego das schachähnliche Ziehen und Schlagen mochtest, aber kürzere Partien willst: 5×5 Felder, je fünf Figuren, gezogen wird nach offenen Bewegungskarten, die danach zum Gegner wandern; 15–20 Min.
- Coup – Wenn du an Stratego den Bluff mit verdeckten Rollen mochtest: Jeder hat zwei verdeckte Charakterkarten und darf jederzeit behaupten, einen beliebigen Charakter zu haben; wer beim Lügen erwischt wird, verliert Einfluss; 15 Min., 2–6 Spieler.
- Hanamikoji – Wenn du an Stratego das Lesen des Gegners im Zweierduell mochtest: vier Aktionen pro Runde, bei zweien wählt das Gegenüber, welche Karten es selbst bekommt; 15 Min.
- Air, Land & Sea – Wenn du an Stratego verdeckte Züge und Bluff zu zweit mochtest: Karten werden offen oder verdeckt auf drei Kriegsschauplätze gespielt, Rückzug zur richtigen Zeit ist Teil der Taktik (noch kein Eintrag).
So wird gespielt
- Material (Original): je Farbe 40 Figuren: 1 Feldmarschall (10), 1 General (9), 2 Oberst (8), 3 Major (7), 4 Hauptmann (6), 4 Leutnant (5), 4 Unteroffizier (4), 5 Mineur (3), 8 Aufklärer (2), 1 Spion (1), 6 Bomben, 1 Fahne; Spielbrett mit zwei Seen in der Mitte, Trennwand.
- Aufbau: Hinter der Trennwand stellt jeder seine Figuren auf die vier Reihen vor sich (4 × 10), Rang zu sich gedreht; die beiden Mittelreihen mit den Seen bleiben frei.
- Zug: Rot beginnt. Pro Zug muss man eine Figur verschieben oder angreifen. Ziehen nur ein Feld orthogonal, nicht über Figuren oder Seen; Fahne und Bomben bewegen sich nie. Höchstens dreimal hintereinander zwischen denselben zwei Feldern hin und her.
- Aufklärer: ziehen beliebig weit in gerader Linie über freie Felder und dürfen im selben Zug ziehen und angreifen.
- Kampf: Angreifer nennt seinen Rang, Verteidiger zeigt seinen; der niedrigere fliegt raus, Gleichstand: beide. Gewinnt der Angreifer, rückt er nach. Spion schlägt den Feldmarschall nur als Angreifer. Bombe schlägt jeden Angreifer außer dem Mineur, der sie entschärft.
- Spielende: Wer die Fahne erobert, gewinnt; wer nicht mehr ziehen oder angreifen kann, muss aufgeben.
- Variante Kampfkarten: 30 Figuren, Aufbau in 3 Reihen; 15 Kartenarten (6 Bewegung, 6 Angriff, 3 Verteidigung), z. B. Schiff über einen See, diagonaler Zug, Rang +1 bis +3, Scheinangriff, Bombenschutz. Je drei Handkarten, jede Karte nur einmal; statt zu ziehen darf man eine Karte tauschen.
- Strategietipps im Heft: Bomben um die Fahne, aber auch Lockbomben abseits; Aufklärer vorn zum Erkunden.
Stimmen aus Rezensionen
- Reich der Spiele (Axel Bungart, 11.03.2024, Jubiläumsausgabe): Regeln „denkbar kurz“, Aufmachung begeisternd; die Kampfkarten machen das Spiel herausfordernder. Kritik: nur zur Ausstattung, nicht zum Spiel.
- Spieletest.at (Arno Steinwender, 07.01.2001): Taktik und Gespür für den Gegner nötig. Kritik: wenig Spannung, Spielspaß lässt schnell nach, martialisches Thema.
- Bumbling Through Dungeons (Mark Wilson, 27.01.2020): freie Aufstellung, Spannung, schnell gelernt. Kritik: Material zeigt sein Alter, heute nur für eine Nische.
Auszeichnungen
- 2016/Fall Parents' Choice Classic Award Winner
Ausgaben & Erweiterungen
- Jumbo führt 2026 neben Stratego Original u. a. die 65-Jahre-Jubiläumsausgabe (19945, Luxusausgabe Ende 2023 laut Reich der Spiele), Stratego Kompaktspiel/Reise (1110100055), Stratego Quick Battle (1110100054), Stratego Card Clash, Stratego Lost Island (Jumbo-Suche, 2026-10-20).
- Kinderfassung: Stratego Junior (Jumbo, u. a. Dinos 19959 und Disney 19803).
- Ältere Ableger laut Wikipedia: Stratego Waterloo (2015), Stratego Conquest (1996), Stratego Legends (1999), Ausgaben für 3–4 Spieler (späte 1990er).
- Turnierform „Stratego Barrage“ mit 8 Figuren (1992 entwickelt, Wikipedia).
Autoren & Verlag
- Autor: Jacques Johan Mogendorff · Illustration u. a. Donato Giancola, Paul Windle (je nach Ausgabe)
- Verlag (Original): Smeets & Schippers (Niederlande, 1946; Wikipedia) · ab 1958 Lizenz bei Hausemann & Hötte, heute Jumbo (Wikipedia; siehe Offene Punkte) · deutsche Ausgabe: Jumbo, aktuell Stratego Original NEU (Art.-Nr. 19958, EAN 8710126199589, mehrsprachig EN/NL/FR/DE, Regel © 2023; Jumbo-Produktseite jumboplay.com, 2026-10-20).
Videos auf YouTube
Die beliebtesten Videos zu Stratego, sortiert nach Aufrufen – getrennt nach Sprache des Videos.






