Jenga
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Spieler
1–8
Dauer
20 Min.
Alter
ab 6
Erschienen
1983
Komplexität
Einsteiger
Ein Turm aus 54 Holzklötzen, 18 Etagen zu je drei: Reihum zieht jeder mit nur einer Hand einen Klotz aus dem Turm und legt ihn oben drauf – wer den Turm zum Einsturz bringt, scheidet aus (Regelheft).
Jenga () ist ein Familienspiel für 1–8 Personen ab 6 Jahren und ist 1983 erschienen. Eine Partie dauert 20 Minuten.
ThemaAbstrakt
MechanikGeschicklichkeit & Tempo
AnspruchEinsteigerSprachunabhängig
Titelbild: Verlag (instructions.hasbro.com) · Produktseite ↗ · Weitere Bilder: Amazon · bei Amazon ansehen ↗ (Affiliate-Link)
Auf einen Blick
- Für wen: Familie, Party, Kinder ab 6 · laut Hasbro für 1 oder mehr Spieler, allein als Rekordversuch
- Ähnlich wie: Villa Paletti (ebenfalls Bauteile von unten nach oben versetzen, mit Punkten); Junk Art (Stapeln mit schrägen Holzteilen).
- Wissenswert:
- Der Name kommt vom Suaheli-Wort „kujenga“, „bauen“ (V&A Museum; The Strong, National Toy Hall of Fame).
- Laut Pokonobe liegt der Höhenrekord bei 40 vollen Etagen plus zwei Klötzen in der 41. – aufgestellt 1985 von Robert Grebler, dem späteren Rechteinhaber (jenga.com).
Klassiker: Wie das Spiel entstand
- Ursprung: Leslie Scott wuchs in Ostafrika auf und sprach Englisch und Suaheli (The Strong). Jenga entwickelte sich aus einem Stapelspiel, das ihre Familie in den 1970er-Jahren in Ghana mit einfachen Holzklötzen spielte (jenga.com; The Strong). Wikipedia nennt die frühen 1970er und Holzklötze aus einem Sägewerk in Takoradi.
- Markteintritt: Laut V&A Museum stellte Scott „Jenga: the Perpetual Challenge“ 1982 auf der Earls-Court-Spielwarenmesse und 1983 auf der London Toy & Hobby Fair vor, verkaufte es dort aber nicht; das Museum besitzt ein Exemplar von 1982–1983, das Leslie Scott Associates 1983 schenkte. Pokonobe schreibt dagegen, Jenga sei 1982 im Londoner Kaufhaus Harrods vorgestellt worden (jenga.com). Wikipedia nennt die London Toy Fair im Januar 1983 und den Vertrieb über Leslie Scott Associates; die ersten Klötze fertigte laut Wikipedia der Camphill Village Trust in Botton (Yorkshire).
- Weg in die Welt: 1985 erwarb der Kalifornier Robert Grebler zuerst die Rechte für die USA und Kanada, im Oktober 1985 die Weltrechte, die er in die Firma Pokonobe Associates einbrachte (Wikipedia). Nordamerika folgte 1986 (jenga.com), im selben Jahr kam laut V&A Hasbro als Lizenznehmer ins Spiel; Wikipedia beschreibt den Weg über Irwin Toy und Schaper, 1987 erschien Jenga unter dem Namen Milton Bradley.
- Kehrseite: Scott erhält laut Wikipedia höchstens 20 % der Lizenzeinnahmen und bereute später, ihre Rechte zu diesen Bedingungen abgegeben zu haben.
Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt
- Verbreitung: Wikipedia nennt unter Berufung auf Pokonobe über 80 Millionen verkaufte Spiele bis 2019 (über 4,3 Milliarden Klötze) – eine Angabe des Rechteinhabers, nicht unabhängig geprüft.
- Anerkennung: 2020 Aufnahme in die National Toy Hall of Fame des Museums The Strong (USA). Das V&A Museum in London sammelt die Erstausgabe.
- Genre: Jenga ist das bekannteste Beispiel des Stapel- und Geschicklichkeitsspiels mit „Wackelturm“. The Strong zählt Ableger wie Throw & Go Jenga, Truth or Dare Jenga, Mini- und Riesenausgaben, elektronische Fassungen für Wii, DS, iOS und Android sowie Hunderte Lizenzausgaben auf.
- Popkultur: Laut The Strong stapelte Tai Star Valianti 2019 für einen Guinness-Weltrekord 353 Jenga-Klötze auf einen einzigen aufrechten Klotz.
Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist
- Nur Verlierer: Eine Rezension der Universität Tampere bemängelt, Jenga habe eigentlich „keinen Gewinner“: Es gibt nur den einen, der den Turm umwirft, alle anderen schauen zu (Playlab, 30.11.2022). Das deckt sich mit dem Regelheft: Stürzt der Turm, scheidet der Spieler aus, und die Partie ist vorbei; wer zuletzt erfolgreich gelegt hat, gewinnt.
- Kaum Entscheidungen (aus dem Regelheft abgeleitet): Die ganze Regel besteht aus drei Schritten – Klotz ziehen, oben auflegen, zehn Sekunden warten. Es gibt keine Punkte und keine Taktik jenseits der Frage, welchen Klotz man wählt; entschieden wird fast nur durch Fingerspitzengefühl.
- Wenig Spielmaterial: Dieselbe Rezension nennt die Gestaltung schlicht – „nur Holzklötze ohne Farben“.
- Neue Geschicklichkeitsspiele bauen Punkte, Ziele oder Varianten ein, die das Grundspiel nicht hat (siehe Moderne Alternativen).
- Was bis heute funktioniert: Spieletest.at lobt die Verarbeitung „komplett aus Holz“ und nennt Jenga „ideal für zwischendurch“ (Arno Steinwender, 02.02.2001). Die Tampere-Rezension beschreibt, wie der anfangs einfache Turm immer schwerer im Gleichgewicht zu halten ist – „genau da beginnt der Spaß“ – und empfiehlt es für Kinder ab 6 zum Üben von Koordination und Konzentration. Die Regel ist in einer Minute erklärt, und allein funktioniert es als Rekordversuch.
Klassiker: Moderne Alternativen
- Villa Paletti – Wenn du an Jenga das Umsetzen von unten nach oben mochtest: Säulen aus tieferen Etagen kommen auf die oberste, und wer eigene Säulen oben hat, bekommt Punkte – so gibt es einen echten Sieger; 2–4 Spieler, ab 8.
- Junk Art – Wenn du an Jenga das Wackeln mochtest, aber mehr Abwechslung willst: 60 schräge Holzteile und je Stadt eigene Regeln (Wettrennen, Gemeinschaftsturm, Ausscheiden), Fans entscheiden über den Sieg; 2–6 Spieler.
- Rhino Hero – Wenn du mit Kindern spielst: ein Kartenhochhaus aus Wänden und Dächern, wer zuerst alle Dächer verbaut hat, gewinnt; ab 5, 5–15 Min.
- Meeple Circus – Wenn du an Jenga die ruhige Hand mochtest und mehr Planung willst: erst Figuren auswählen, dann gleichzeitig zur Musik Zirkusnummern stapeln, die Publikumswünsche erfüllen; 2–5 Spieler, 45 Min.
- Catch the Moon – Wenn du ein kurzes Familien-Wackelspiel suchst: Leitern nach Würfelvorgabe anlehnen, wer die wenigsten Mondtränen hat, gewinnt; 1–6 Spieler, ab 6.
So wird gespielt
- Material: 54 Jenga-Hartholzklötze, Stapelhilfe.
- Ziel: Der Spieler, der zuletzt einen Klotz oben auflegt, ohne dass der Turm einstürzt, gewinnt.
- Aufbau: Je drei Klötze pro Etage nebeneinander, Etagen rechtwinklig versetzt; die Stapelhilfe darf helfen.
- Zug: Mit nur einer Hand aus einer beliebigen Etage unterhalb der höchsten kompletten Etage einen Klotz ziehen; vorher darf man Klötze antippen, um lockere zu finden. Den Klotz oben auflegen (rechtwinklig zur Etage darunter) und etwa 10 Sekunden warten.
- Ergebnis: Stürzt der Turm ein, scheidet man aus. Bleibt er stehen, ist der Nächste dran.
- Allein: Den Turm so hoch wie möglich stapeln und den eigenen Rekord schlagen.
- Die englische Fassung entspricht dem deutschen Text; das Vervollständigen der obersten Etage vor einer neuen steht ausdrücklich nur in der französischen Fassung (S. 2) – im deutschen Text nur indirekt („unter der höchsten kompletten Etage“).
Stimmen aus Rezensionen
- Spieletest.at (Arno Steinwender, 02.02.2001): erstaunlich, wie lange der Turm steht; schön aus Holz gefertigt, ideal für zwischendurch. Kritik: keine.
- Playlab, Universität Tampere (30.11.2022): Spannung steigt mit jeder Etage, fördert Motorik und Konzentration. Kritik: kein echter Gewinner, schlichte Gestaltung.
Auszeichnungen
- 2003 Japan Boardgame Prize Best Japanese Game Nominee; 2015/Spring Parents' Choice Recommended · National Toy Hall of Fame 2020 (The Strong)
Ausgaben & Erweiterungen
- Aktuelle deutsche Standardausgabe: Hasbro Gaming Jenga Classic (A2120, „Hasbro Games“ laut Hasbro-Anleitungsseite).
- Ableger, getestet bei Spieletest.at u. a.: Jenga Xtreme (schräge Klötze), Jenga Boom, Jenga Tetris, Jenga Pass Challenge; laut The Strong außerdem Throw & Go, Truth or Dare, Mini- und Riesenausgaben.
- Lizenzausgaben weiterer Hersteller u. a. Noris, Tactic, Simba, IKEA-Werbeausgabe – nicht als eigene Einträge.
Autoren & Verlag
- Autorin: Leslie Scott · Illustration Tony Moore (je nach Ausgabe)
- Verlag (Original): Leslie Scott Associates (Großbritannien, 1983; Wikipedia) · Markeninhaber: Pokonobe Associates · deutsche Ausgabe: Hasbro Gaming Jenga Classic (A2120; mehrsprachige Regel mit deutschem Teil, © 2012 Hasbro/Pokonobe, Druckcode 0521A2120EU4; Hasbro-Anleitungsseite, 2026-10-20). Frühere deutsche Ausgaben u. a. MB Spiele (1993, 1996), Queen Games (1994), Hasbro (2000, 2012, 2016, 2017, 2019).
Videos auf YouTube
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