Mikado

Pick Up Sticks
Spieler
–
Dauer
10–30 Min.
Alter
ab 2
Herkunft
überliefert
kein Verlag
Komplexität
Einsteiger
Mitspieler findenNoch keine StimmenSei der Erste – +5 Punkte
Regelfragen8 Antworten

Ein Bündel bunter Holzstäbchen fällt auf den Tisch, und du nimmst eines nach dem anderen heraus, ohne dass sich ein anderes bewegt – wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt; der blau gestreifte „Mikado“ zählt am meisten (Schmidt-Regel).

Mikado ist ein traditionelles Spiel ohne Verlag ab 2 Jahren. Eine Partie dauert 10–30 Minuten.

Häufige Regelfragen zu Mikado

Grundlage: Spielregeln von Schmidt Spiele (Spielesammlung 49147, Abschnitt Mikado), ASS Altenburger (Kinderspielesammlung, Abschnitt Mikado) und Philos (Mikado) · Stand 08.11.2026

Wie viele Punkte ist welches Mikado-Stäbchen wert?

Der Mikado zählt 20, ein Mandarin 10, ein Bonze 5, ein Samurai 3 und ein Kuli 2 Punkte. Im 41er-Set gibt es zusammen 170 Punkte, im 31er-Set 145. Die Farben unterscheiden sich je nach Hersteller – maßgeblich ist die Tabelle in deiner Packung.

Regelheft: Schmidt S. 6; ASS S. 4; Philos S. 2

Wann ist man beim Mikado raus?

Sobald sich beim Aufnehmen ein anderes Stäbchen bewegt oder du es berührst. Laut Schmidt zählt schon die kleinste Bewegung als Fehler. Dann ist der nächste Spieler dran.

Regelheft: Schmidt Regel 2 und 10; ASS S. 4

Mit welchem Stäbchen darf man andere anheben?

Mit dem Mikado, sobald du ihn aufgenommen hast. Nach der Schmidt-Regel darf auch ein Mandarin helfen, und mit dem Helfer darfst du Stäbchen auch hochschnellen lassen. Der Helfer selbst darf kein anderes Stäbchen berühren.

Regelheft: Schmidt Regel 3 und 4; ASS S. 4; Philos S. 2

Darf man auf die Spitze eines Stäbchens drücken?

Ja. Liegt ein Stäbchen so, dass du es durch Druck auf die Spitze anheben kannst, ist das erlaubt. ASS und Philos nennen es sogar die sicherste Art des Aufnehmens.

Regelheft: Schmidt Regel 5; ASS S. 4; Philos S. 2

Darf man einen schlechten Wurf wiederholen?

Ja. Alle drei gelesenen Herstellerregeln erlauben bei einem schlechten Wurf eine Wiederholung.

Regelheft: Schmidt Regel 10; ASS S. 3; Philos S. 2

Darf man beim Mikado aufstehen?

Ja, aber du darfst deinen Platz nicht verlassen – um den Tisch herumgehen ist nicht erlaubt.

Regelheft: Schmidt Regel 7

Wirft jeder Spieler die Stäbchen neu oder spielen alle aus einem Haufen?

Beides kommt vor. Nach Schmidt werden nach jedem Zug die Punkte notiert, und der Nächste wirft neu; meist spielt ihr 5 Runden. Nach ASS und Philos wird einmal geworfen, und alle nehmen reihum aus demselben Haufen, bis er leer ist. Legt vor dem Spiel fest, wie ihr spielt.

Regelheft: Schmidt Regel 2, 6 und 9; ASS S. 3–4; Philos S. 2

Wer gewinnt bei Punktgleichstand?

Die gelesenen Herstellerregeln sagen dazu nichts. Üblich ist: Wer mehr Stäbchen hat, gewinnt; ist auch das gleich, wird eine weitere Runde gespielt.

Regelheft: nicht in den Herstellerregeln; Wikipedia „Mikado (Spiel)“

Auf einen Blick

  • Für wen: für alle ab etwa 4 Jahren: in einer Minute erklärt, aber mit ruhiger Hand schwer zu meistern · 2 bis 4 Spieler sind üblich
  • Ähnlich wie: Jenga (ebenfalls herausziehen, ohne dass etwas zusammenfällt), Villa Paletti (Säulen umsetzen, ohne dass der Bau wackelt), Tier auf Tier (Geschick für Kinder).
  • Wissenswert: Der Name kommt vom wertvollsten Stab: „Mikado“ ist eine alte Bezeichnung für den japanischen Kaiser – obwohl das Spiel in Europa entstand (Wikipedia „Mikado (Spiel)“). · „Wer sich zuerst bewegt, hat verloren“: Seit einem DDR-Kabarettwitz von 1987 steht „Mikado“ in der Politik für Stillstand (Wikipedia, mit Spiegel-Artikel vom 9. Februar 1987).

So wird gespielt

Das Ziel in einem Satz

Du hebst Stäbchen einzeln aus dem Haufen, ohne ein anderes zu bewegen, und sammelst so die meisten Punkte (Schmidt Regel 8; ASS S. 4).

Das Material

Ein Mikado-Spiel besteht aus gleich langen, an beiden Enden zugespitzten Stäbchen mit farbigen Ringen. Die Ringe zeigen den Wert. Wie viele Stäbchen es gibt und welche Farben sie tragen, unterscheidet sich je nach Hersteller – schau auf die Tabelle in deiner Packung.

NameWertAnzahl (41er-Set)Anzahl (31er-Set)
Mikado2011
Mandarin1055
Bonze555
Samurai31510
Kuli21510
zusammen170 Punkte145 Punkte

Das 41er-Set nennt die Philos-Regel (S. 2), das 31er-Set haben die Sammlungen von Schmidt (S. 6) und ASS (S. 4). Die Namen Mandarin, Bonze, Samurai und Kuli verwendet Schmidt; ASS und Philos beschreiben die Stäbchen nur nach ihren Farben.

Beispiele für die Farben:

  • Schmidt: Mikado blau gestreift, Mandarin gelb-schwarz, Bonze orange, Samurai grün, Kuli rot gestreift (S. 6).
  • ASS: Mikado mit Spiralmuster, 10er blau-rot-blau, 5er rot-blau-rot-blau-rot, 3er rot-gelb-blau, 2er rot-blau (S. 4).
  • Philos: Mikado mit schwarzer Spirale, die übrigen wie bei ASS, 3er rot-grün-blau (S. 2).

Wer beginnt?

Die Regeln legen es nicht einheitlich fest. Gespielt wird reihum im Uhrzeigersinn (ASS S. 3). Einigt euch auf einen Startspieler, zum Beispiel den jüngsten.

So wirfst du die Stäbchen

  1. Nimm alle Stäbchen in eine Hand, die Faust liegt unten auf dem Tisch auf, die Stäbchen ragen nach oben (Schmidt Regel 1; ASS S. 3).
  2. Öffne die Hand plötzlich. Die Stäbchen fallen kreisförmig auf den Tisch (Schmidt Regel 1; ASS S. 3).
  3. Ist der Wurf schlecht – zum Beispiel liegen fast alle Stäbchen in einem dichten Knäuel oder weit verstreut –, darfst du noch einmal werfen (Schmidt Regel 10; ASS S. 3; Philos S. 2).

Ablauf eines Zuges

  1. Ein Stäbchen nach dem anderen aufnehmen. Jedes Stäbchen muss so genommen werden, dass sich kein anderes bewegt (Schmidt Regel 2; ASS S. 3).
  2. Nur mit den Fingern – bis du einen Helfer hast (siehe unten) (Schmidt Regel 3).
  3. Auf die Spitze drücken ist erlaubt: Liegt ein Stäbchen so, dass du es mit dem Finger an der Spitze herunterdrücken und dadurch anheben kannst, darfst du das. ASS und Philos nennen das die sicherste Art (Schmidt Regel 5; ASS S. 4; Philos S. 2).
  4. Was du aufnimmst, behältst du. Du machst weiter, solange nichts wackelt.
  5. Wackelt ein anderes Stäbchen oder berührst du es, endet dein Zug sofort (Schmidt Regel 2; ASS S. 4).
  6. Streng spielen: Schon die kleinste Bewegung eines anderen Stäbchens zählt als Fehler (Schmidt Regel 10).
  7. Aufstehen erlaubt: Du darfst an deinem Platz aufstehen, ihn aber nicht verlassen (Schmidt Regel 7).

Der Helfer: Mikado und Mandarin

  • Hast du den Mikado schon aufgenommen, darfst du ihn als Werkzeug benutzen, um weitere Stäbchen anzuheben (alle drei Regeln).
  • Bei Schmidt darf auch ein Mandarin helfen. Mit dem Helfer darfst du Stäbchen auch hochschnellen lassen (Schmidt Regel 3 und 4).
  • Auch der Helfer darf kein anderes Stäbchen berühren – sonst ist dein Zug vorbei (Schmidt Regel 3).

Wie eine Partie endet

  • Nach Schmidt (Grundfassung hier): Endet dein Zug, werden die Punkte deiner aufgenommenen Stäbchen gezählt und notiert, und der nächste Spieler wirft alle Stäbchen neu (Schmidt Regel 2 und 6). Meist spielt ihr 5 Runden, sodass jeder fünfmal dran ist; es geht auch mit nur einem Wurf (Schmidt Regel 9). Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt (Schmidt Regel 8).
  • Nach ASS und Philos: Siehe „Varianten“ – dort spielen alle aus einem Haufen, bis er leer ist.
  • Gleichstand: In den Herstellerregeln nicht geregelt. Üblich ist: Wer mehr Stäbchen hat, gewinnt; ist auch das gleich, folgt eine weitere Runde (Wikipedia „Mikado (Spiel)“).

Beispiel

Du wirfst das 41er-Set. Ganz außen liegt ein Kuli allein – du nimmst ihn ohne Risiko (2). Ein Samurai liegt mit einem Ende auf dem Tisch, das andere Ende ragt frei: Du drückst auf die Spitze am Tisch, er kippt hoch, und du nimmst ihn (3). Dann siehst du den Mikado am Rand des Haufens und ziehst ihn vorsichtig heraus (20). Jetzt darfst du ihn als Helfer benutzen und hebst damit einen Bonzen an, der unter einem anderen Stäbchen klemmt (5). Beim nächsten Versuch wackelt ein Mandarin – dein Zug ist vorbei. Du notierst 2 + 3 + 20 + 5 = 30 Punkte.

Häufige Irrtümer

  • „Ein bisschen Wackeln ist erlaubt, solange nichts verrutscht.“ – Nein. Schon die kleinste Bewegung eines anderen Stäbchens ist ein Fehler (Schmidt Regel 10).
  • „Mit jedem Stäbchen darf man andere anheben.“ – Nein. Nur der Mikado (bei Schmidt auch ein Mandarin) darf helfen (Schmidt Regel 3; ASS S. 4).
  • „Der Helfer darf andere Stäbchen ruhig berühren.“ – Nein. Auch der Helfer darf mit keinem anderen Stäbchen in Berührung kommen (Schmidt Regel 3).
  • „Man darf um den Tisch herumgehen.“ – Nein. Aufstehen ja, den Platz verlassen nein (Schmidt Regel 7).
  • „Ein schlechter Wurf muss gespielt werden.“ – Nein. Eine Wiederholung ist erlaubt (Schmidt Regel 10; ASS S. 3).

Tipps für die erste Partie

Keine Regeln, sondern Tipps:

  • Nimm zuerst die einzeln liegenden Stäbchen – sie sind sicher.
  • Suche Stäbchen, die nur mit einem Ende auf dem Tisch liegen: Ein Druck auf diese Spitze hebt sie an (laut ASS und Philos die sicherste Art).
  • Hol dir früh den Mikado – als Helfer macht er schwierige Stäbchen erst möglich (alle drei Regeln).
  • Bei kleinen Kindern: Spielt mit einem Wurf statt fünf Runden (Schmidt Regel 9).

Varianten

  • Ein Haufen für alle (ASS, Philos): Ein Spieler wirft einmal. Dann versuchen alle reihum im Uhrzeigersinn, Stäbchen aus demselben Haufen zu nehmen; bewegt sich ein fremdes Stäbchen, ist der Nächste dran. Gespielt wird, bis alle Stäbchen aufgenommen sind, dann zählt jeder seine Punkte (ASS S. 3–4; Philos S. 2). In der nächsten Runde beginnt ein anderer Spieler (Philos S. 2).
  • Helfer: nur der Mikado (ASS, Philos) oder Mikado und Mandarin (Schmidt). Weitere verbreitete Hausregeln, etwa auch Bonzen als Helfer oder Bonuspunkte für eine bestimmte Reihenfolge, nennt Wikipedia „Mikado (Spiel)“ – sie stehen in keiner der gelesenen Herstellerregeln.

Klassiker: Wie das Spiel entstand

  • Herkunft umstritten: Die englische Wikipedia nennt die Herkunft der Stäbchenspiele umstritten; vermutet wird eine Entwicklung aus den Schafgarbenstängeln, mit denen das chinesische I Ging befragt wird (Wikipedia „Pick-up sticks“). Die deutsche Wikipedia sagt, Mikado sei in Europa entstanden und angeblich schon den Römern bekannt gewesen; der japanische Name deute auf Vorbilder in ostasiatischen Orakeltechniken (Wikipedia „Mikado (Spiel)“). Beides ist nicht sicher belegt.
  • Frühe Belege: Eine englische Erwähnung eines „game at spilakees“ stammt von 1734 (Wikipedia „Pick-up sticks“, mit Verweis auf das Oxford English Dictionary).
  • Beliebt im 19. Jahrhundert: Im 19. Jahrhundert wurde das Spiel in Deutschland, Großbritannien und den USA beliebt; in Windsor Castle wurde es spätestens 1845 gespielt. Die Stäbchen waren damals meist aus Elfenbein oder Knochen (Wikipedia „Pick-up sticks“).
  • Viele Namen: Spellicans (Großbritannien), Jonchets (Frankreich), Kaiserspiel, Federspiel oder Zitterwackel (Deutschland), Jackstraws und Pick-up Sticks (USA) (Wikipedia „Mikado (Spiel)“).

Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt

  • Mikado ist eines der bekanntesten Geschicklichkeitsspiele und steckt bis heute in vielen Spielesammlungen großer Hersteller – so in den beiden gelesenen Sammlungen von Schmidt Spiele und ASS Altenburger.
  • Es hat die Sprache geprägt: „Wer sich zuerst bewegt, hat verloren“ wurde nach einem Kabarett-Witz („Beamten-Mikado“), über den der Spiegel am 9. Februar 1987 berichtete, zum Bild für politischen Stillstand (Wikipedia „Mikado (Spiel)“).
  • 1975 sang Simone Drexel für die Schweiz das Lied „Mikado“ beim Eurovision Song Contest und wurde Sechste (Wikipedia „Mikado (Spiel)“).

Klassiker: Moderne Alternativen

  • Jenga – Wenn du am Mikado das vorsichtige Herausziehen magst, aber mehr Spannung bis zum großen Knall willst: Klötze aus einem Turm ziehen und oben drauflegen.
  • Villa Paletti – Wenn du ruhige Hände mit etwas Taktik verbinden willst: Säulen aus unteren Etagen nach oben setzen, ohne dass der Bau wackelt.
  • Tier auf Tier – Wenn kleine Kinder mitspielen: Holztiere auf ein Krokodil stapeln, der Würfel bestimmt, wie viele.
  • Junk Art – Wenn du Geschick als Partyspiel mit vielen Spielarten suchst: wacklige Kunstwerke aus schrägen Holzteilen.

Ausgaben & Erweiterungen

  • Kein Verlagsprodukt: Sets gibt es von vielen Herstellern, zum Beispiel Schmidt Spiele „Mikado“ (Art. 40425, Holz mit Schiebeschatulle, ab 4 Jahren; Schmidt-Produktseite), Noris, Philos und in Spielesammlungen (Schmidt 49147, ASS Kinderspielesammlung). Übliche Längen etwa 17 bis 20 cm (Wikipedia „Pick-up sticks“).
  • Abwandlungen mit eigenen Regeln (etwa Piraten-Mikado von Schmidt, Mikado mit Murmeln) sind eigene Spiele und hier nicht beschrieben.

Autoren & Verlag

  • Art: traditionelles Spiel (Geschicklichkeitsspiel; kein Erfinder, kein Verlag, gemeinfrei; Stäbchen-Sets gibt es von vielen Herstellern, oft auch in Spielesammlungen)
  • Verlag: keiner – einen Dachverband mit Turnierregel gibt es nicht; die Grundfassung folgt den Spielregeln großer Hersteller (Schmidt Spiele, ASS Altenburger, Philos), Unterschiede stehen unter „Varianten“

Kartenhüllen (Sleeves) für Mikado

Keine Sleeves nötig: Mikado hat keine Spielkarten. Mikado hat keine Karten, nur Stäbchen.

Videos auf YouTube

Die beliebtesten Videos zu Mikado, sortiert nach Aufrufen – getrennt nach Sprache des Videos.

DEDeutschsprachige Videos (4)

ENEnglischsprachige Videos (8)