Brettspiel-Lexikon · Spielarten und Genres

Partyspiel (Spiele für große Runden) – einfach erklärt

englisch: Party Game · auch: Party-Spiel, Spiel für große Runden, Gruppenspiel

Kurz gesagt

Ein Partyspiel ist für große Runden gemacht: Die Regeln sind in wenigen Minuten erklärt, eine Partie ist kurz, und im Mittelpunkt stehen Reden, Raten, Zeichnen oder Darstellen. Oft spielt ihr in Teams oder alle zusammen.

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So funktioniert es

„Partyspiel“ beschreibt keine einzelne Mechanik, sondern eine Spielart. Was die Spiele verbindet, ist der Anlass: Viele Leute sitzen am Tisch, nicht alle spielen regelmäßig, und alle sollen sofort mitmachen können. Daraus ergeben sich typische Merkmale:

  • Viele Spieler: Just One ist für 3 bis 7 Spieler, Activity für 3 bis 16, Die Werwölfe von Düsterwald für 8 bis 18.
  • Kurze Regeln: Die Grundidee passt in einen Satz – „Erklärt den Begriff, ohne ihn zu sagen“ oder „Ordnet den Song zeitlich ein“.
  • Wenig Material, viel Gespräch: Meist reichen Karten, Stifte oder eine Sanduhr, manchmal kommt ein Plan zum Vorrücken dazu wie bei Activity. Gespielt wird mit Worten, Gesten und Bauchgefühl.
  • Teams oder alle zusammen: So bleibt niemand allein, und auch wer gerade nicht dran ist, rät oder fiebert mit.

Ein gutes Beispiel ist Just One, das Spiel des Jahres 2019. Ihr spielt kooperativ: Eine Partie geht über 13 Karten, und am Ende zählt ihr, wie viele davon ihr gemeinsam erraten habt. Reihum ist einer der Rater, alle anderen geben Hinweise:

  1. 1Der Rater stellt eine Karte ungesehen auf seine Tafel und nennt eine Zahl von 1 bis 5
  2. 2Alle anderen schreiben geheim einen Hinweis aus einem Wort
  3. 3Gleiche und ungültige Hinweise werden umgeklappt
  4. 4Der Rater hat einen VersuchFalsch geraten: Diese Karte und die oberste Karte des Stapels sind verloren

der nächste Spieler rät, bis der Stapel aus 13 Karten aufgebraucht ist

Ein Durchgang in Just One: Der Clou ist Schritt 3 – doppelte Hinweise heben sich auf.
  • Das geheime Wort: Der Rater stellt die oberste Karte so auf seine Tafel, dass er sie nicht sieht, und nennt eine Zahl von 1 bis 5. Der Begriff mit dieser Nummer ist das Wort, das er erraten soll.
  • Hinweise: Jeder andere schreibt geheim genau einen Hinweis aus einem Wort auf seine Tafel. Erlaubt sind zum Beispiel zusammengesetzte Wörter, Eigennamen, Ziffern oder Lautmalerei. Ungültig sind Übersetzungen, Wörter derselben Wortfamilie, erfundene Wörter und Wörter, die nur ähnlich klingen.
  • Vergleichen: Der Rater schließt die Augen. Die anderen vergleichen ihre Hinweise, und alle identischen oder ungültigen klappen sie um. Als identisch gelten auch Wörter derselben Wortfamilie, Einzahl und Mehrzahl oder Wörter mit Rechtschreibfehlern.
  • Raten: Der Rater hat genau einen Versuch. Richtig: Die Karte ist gewonnen. Er darf auch passen, dann ist nur diese Karte verloren. Rät er falsch, ist zusätzlich die oberste Karte des Stapels weg.

Typisch für ein Partyspiel ist, was am Tisch passiert: Wer einen naheliegenden Hinweis schreibt, riskiert, dass ein anderer denselben hat – dann fallen beide weg. Also sucht jeder einen etwas anderen Weg, und hinterher redet die Runde darüber, wer was geschrieben hat und warum. Zu dritt und zu viert nutzt jeder Hinweisgeber zwei Tafeln, so bekommt der Rater zwei Hinweise von jedem Mitspieler.

Spielformen

  • Begriffe erklären, zeichnen, darstellen: In Activity stellt ein Spieler seinem Team einen Begriff dar – je nach Feld durch Zeichnen, Erklären oder Pantomime, solange die Sanduhr läuft. In Time's Up! Party spielen Teams drei Runden mit denselben 40 Begriffen: erst frei erklären, dann mit nur einem Wort, zuletzt pantomimisch.
  • Bilder und Andeutungen: In Dixit gibt der Erzähler einen Hinweis zu einer seiner Bildkarten, die anderen legen passende Karten dazu, und alle tippen, welche seine war. Erraten alle oder niemand seine Karte, bekommt er keine Punkte – der Hinweis darf also weder zu leicht noch zu schwer sein.
  • Schätzen auf einer Skala: In Wavelength gibt das Medium eines Teams einen Hinweis zu einem verdeckten Bereich auf einer Skala, und sein Team stellt den Zeiger ein. Das andere Team tippt, ob die Mitte des Bereichs weiter links oder rechts liegt.
  • Musik und Wissen: In Hitster spielt eine App Songs ab, und ihr ordnet die Musikkarten nach dem Erscheinungsjahr in eure Zeitleiste ein. Wer zuerst 10 Karten richtig liegen hat, gewinnt.
  • Geheime Rollen: In Die Werwölfe von Düsterwald wählen die Werwölfe nachts ein Opfer, tagsüber diskutiert das Dorf und stimmt ab, wer ausscheidet (siehe Verräter und geheime Rollen).
  • Kooperativ: In Just One spielen alle zusammen gegen den Kartenstapel, wie oben beschrieben.

Abgrenzung

BegriffWas gleich istWas anders ist
FamilienspielSchnell erklärt, ohne Vorkenntnisse spielbar.Das Familienspiel richtet sich an Kinder und Erwachsene gemeinsam. Das Partyspiel ist für große Runden gemacht und lebt vom Gespräch.
VerräterspielViele Verräterspiele sind auch Partyspiele.Im Verräterspiel arbeiten einzelne heimlich gegen die Gruppe. Ein Partyspiel kann auch ganz ohne Täuschung auskommen, etwa Just One.
Hinweise gebenKommunikation steht im Mittelpunkt.Dort ist das Reden bewusst eingeschränkt; viele Partyspiele lassen frei diskutieren.
QuizspielRaten in großer Runde.Ein Quiz fragt Wissen ab, das man hat oder nicht hat; viele Partyspiele setzen auf Einfälle und Einfühlung in die anderen.

Herkunft

Gesellige Spiele bei Festen sind alt: Das Spiel Blinde Kuh ist seit dem Mittelalter überliefert, und der Maler Cornelis Troost hielt um 1740 eine Gesellschaft beim Blindekuhspiel fest (Quelle: Wikipedia „Partyspiel“, abgerufen 05.11.2026).

Das Spiel Mafia, auch als Werwolf bekannt, wurde 1986 von Dmitry Davidoff an der Moskauer Staatsuniversität entwickelt (Quelle: Wikipedia „Mafia (party game)“, abgerufen 05.11.2026). Die Werwölfe von Düsterwald von Philippe des Pallières und Hervé Marly nutzten Mafia als Vorlage, mit dem Werwolf-Thema, das Andrew Plotkin dem Spiel gegeben hatte; die französische Erstausgabe erschien 2001 (Quelle: Wikipedia „Die Werwölfe von Düsterwald (Spiel)“, abgerufen 05.11.2026).

Mehrere Spiele, die boardgamez.de als Partyspiele führt, wurden Spiel des Jahres: Dixit 2010, Codenames 2016 und Just One 2019 (Quelle: Auszeichnungs-Datenbank von boardgamez.de nach den Preislisten der Jury). Die Seite der Jury zu Just One nennt es „ein lustiges Partyspiel für alle“ (Quelle: Spiel des Jahres e. V., Seite zu Just One).

Was daran begeistert – und was manche stört

Partyspiele holen alle an den Tisch, auch Leute, die sonst nie Brettspiele spielen. Nach einer Minute Erklärung geht es los, und weil in Teams oder gemeinsam gespielt wird, kann niemand allein schlecht dastehen. Die schönsten Momente entstehen aus den Mitspielern selbst: der absurde Hinweis, die verunglückte Pantomime, die Diskussion darüber, ob „lauwarm“ eher links oder rechts auf der Skala liegt. Wartezeit gibt es wenig: In Just One schreibt in jedem Durchgang jeder außer dem Rater einen Hinweis, in Activity rät das ganze Team mit.

Gerade das macht Partyspiele aber auch abhängig von der Runde. Wer ungern vor anderen zeichnet oder Pantomime macht, fühlt sich bei Activity schnell unwohl. Viele Partyspiele brauchen eine Mindestzahl an Spielern – Die Werwölfe von Düsterwald beginnt erst bei 8 –, und wer dort früh ausscheidet, darf nicht mehr mitreden. Wer gern plant und rechnet, findet wenig Tiefe. Und bei Spielen mit Begriffskarten kennt eine Runde, die oft spielt, die Karten irgendwann; für Just One gibt es eine eigene Packung „Neue Begriffe“.

Spiele zum Ausprobieren

  • Zum Einstieg: Just One – kooperativ, mit einer Spielregel von 4 Seiten. Dixit – Bilder deuten statt Wörter erklären.
  • Für Teams: Time's Up! Party – drei Runden mit denselben Begriffen, jedes Mal mit strengeren Regeln. Wavelength – zwei Teams streiten über Skalen, mit einer kooperativen Variante für kleine Runden.
  • Für große Runden: Activity – Zeichnen, Erklären und Pantomime für bis zu 16 Spieler. Die Werwölfe von Düsterwald – Diskutieren und Verdächtigen ab 8 Spielern.

Alle Listen findet ihr unter Partyspiele.

Häufige Fragen

Was ist ein Partyspiel?

Ein Spiel für größere Runden mit kurzen Regeln, bei dem Reden, Raten, Zeichnen oder Darstellen im Mittelpunkt stehen. Oft spielt ihr in Teams oder alle zusammen.

Für wie viele Spieler sind Partyspiele?

Das reicht weit: Just One ist für 3 bis 7 Spieler, Wavelength für 2 bis 12, Activity für 3 bis 16 und Die Werwölfe von Düsterwald für 8 bis 18. Schaut vor dem Kauf auf die Schachtel, wie viele ihr mindestens seid.

Gibt es Partyspiele für kleine Runden?

Ja, manche haben eigene Regeln dafür. In Just One nutzt zu dritt und zu viert jeder zwei Tafeln, Dixit hat eine Variante zu dritt, und Wavelength empfiehlt die kooperative Variante für 2 bis 5 Personen.

Sind Partyspiele kooperativ?

Manche ja, etwa Just One: Ihr zählt am Ende gemeinsam die erratenen Karten. Viele andere spielen Team gegen Team wie Activity, Time's Up! Party oder Wavelength, und bei den Werwölfen von Düsterwald stehen sich Dorf und Werwölfe gegenüber.

Quellen

  • Spielregeln der Beispiele, vollständig gelesen (Fundstellen in den Spiele-Einträgen): Just One (Asmodee/Repos Production, DE, Refresh 2025, 4 S.), Activity (Piatnik, DE, 4 S.), Time's Up! Party (Repos Production/Asmodee, DE), Dixit (Asmodee, Neuauflage, DE, 4 S.), Wavelength (Asmodee, DE, 24 S.), Hitster (Online-Regel auf hitstergame.com, DE), Die Werwölfe von Düsterwald (DE, Pro-Ludo-Fassung, 24 S.).
  • Wikipedia: „Partyspiel“ – https://de.wikipedia.org/wiki/Partyspiel (abgerufen 05.11.2026)
  • Wikipedia: „Mafia (party game)“ – https://en.wikipedia.org/wiki/Mafia_(party_game) (abgerufen 05.11.2026)
  • Wikipedia: „Die Werwölfe von Düsterwald (Spiel)“ – https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Werwölfe_von_Düsterwald_(Spiel) (abgerufen 05.11.2026)
  • Spiel des Jahres e. V.: Just One – https://www.spiel-des-jahres.de/spiele/just-one/ (abgerufen 05.11.2026)
  • Preisträger und Jahre aus der Auszeichnungs-Datenbank von boardgamez.de.

Stand 05.11.2026 · geschrieben von boardgamez.de in eigenen Worten; Beispiele aus vollständig gelesenen Regelheften. So entsteht das Lexikon