Bringt euer Team dazu, den Suchbegriff zu sagen, aber ohne die fünf Tabu-Wörter auf der Karte. Sonst werdet ihr vom anderen Team „ausgequietscht“ (Regel F5254).
Tabu () ist ein Familienspiel für 4–10 Personen ab 4 Jahren und ist 1989 erschienen. Eine Partie dauert 20 Minuten.
Titelbild: Verlag (instructions.hasbro.com) · Produktseite ↗
Auf einen Blick
- Für wen: Partys, Familien mit Jugendlichen, Gruppen ab vier Spielern.
- Ähnlich wie: Trapwords (dreht das Prinzip um: Die Gegner legen die verbotenen Wörter fest); Codenames (Team-Wortspiel mit Ein-Wort-Hinweisen statt freiem Erklären).
- Wissenswert:
- Der erste Prototyp des Summers war laut Hersch aus seinem Garagentoröffner gebaut (Game Design Workshop, Profil Brian Hersch).
- Hersch kam über Trivial Pursuit zum Spieleerfinden: Ein Freund meinte, er sei kreativ genug für ein eigenes Spiel (ChiTAG-Interview, 24.01.2017).
- Klassisches Beispiel der Spiel-des-Jahres-Jury: „Milch“ erklären, ohne „Kuh“, „Butter“, „Mutter“, „Käse“ oder „Trinken“ zu sagen.
Klassiker: Wie das Spiel entstand
Brian Hersch war kein Spieleautor, sondern Mitgründer einer Immobilienfirma in den USA. Er sei „ein wirklich guter Trivial-Pursuit-Spieler“ gewesen, erzählt er. Als ein Freund meinte, er könne doch selbst ein Spiel erfinden, ließ er als Geschäftsmann eine Marktstudie über Partyspiele und Trivial Pursuit anfertigen (Interview mit der Chicago Toy & Game Group, 24.01.2017). Die Studie zeigte laut Hersch eine günstige Lage: Eine Rezession drückte die Ausgaben für Unterhaltung, und die Babyboomer feierten lieber zu Hause und spielten gern Brettspiele (Game Design Workshop, Profil Brian Hersch). Als wichtigstes Bauteil nennt Hersch den Summer. Der erste Prototyp war aus seinem Garagentoröffner gebaut.
Taboo erschien 1989 bei Parker Brothers, das später zu Hasbro kam (People of Play). In Deutschland kam Tabu bei MB Spiele heraus. Die Spiel-des-Jahres-Datenbank beschreibt diese Ausgabe mit 500 beidseitig bedruckten Karten und 1.000 Begriffen. Spieletest.at gibt 1990 als Jahr an. Nach brettspiele-report kam 1997 ein Spielplan dazu, später wechselte das Spiel von MB zu Hasbro (14.12.2010). Die heutige deutsche Ausgabe F5254 (© 2023) hat wieder keinen Spielplan mehr und bietet einen virtuellen Quietscher und Timer fürs Handy (Regel). Hersch entwickelte mit seiner Firma Hersch and Company weitere Partyspiele, etwa Outburst und Out of Context (Game Design Workshop).
Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt
- Verbreitung: Tabu hat laut Cake & Whiskey über 20 Millionen Exemplare verkauft (Porträt Brian Hersch, ohne Datum). Seit 1989 gibt es zahlreiche Ausgaben, 2003 lief es als Fernsehshow beim US-Sender TNN (People of Play).
- Auszeichnungen: 1990 Mensa Select, 1992 Empfehlungsliste Spiel des Jahres, 2001 Empfehlung „Spiel der Spiele – Hit für Viele“ in Österreich (People of Play). Die Spiel-des-Jahres-Datenbank führt Tabu mit Jurytext: „Ein echter Partyspaß“.
- Mechanik: Tabu machte das Erklären unter verbotenen Wörtern zum eigenen Genre. Trapwords baut genau darauf auf, nur legen dort die Gegner die „Fallen“ fest.
Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist
- Es hängt an der Runde: Mit Spielern, „die nicht aus sich herausgehen und ewig lange nachdenken“, sei Tabu „richtig langweilig“ (Arno Steinwender, Spieletest.at, 07.01.2001). Laut brettspiele-report macht es vor allem Spaß, wenn die Runde größer ist „und die Spieler locker drauf sind“ (14.12.2010).
- Kontrolle statt Vertrauen: Ein Gegner schaut dem Erklärer über die Schulter und quietscht bei Verstößen. Ob „Raum“ in „Raumschiff“ oder ein Plural schon zu viel war, muss die Runde selbst entscheiden (Regel F5254). Freude und Schadenfreude liegen nah beieinander (brettspiele-report).
- Kaum Entscheidungen: Außer dem Überspringen einer Karte gibt es keine Wahl. Überspringen kostet sogar einen Punkt, der an die Gegner geht (Regel F5254). Es gewinnt, wer schneller umschreibt.
- Wenig Entwicklung: „In 20 Jahren hat sich Tabu nicht wesentlich verändert“, Besitzer älterer Ausgaben bräuchten keine neue (brettspiele-report, 14.12.2010). Auch die Regel blieb dünn. Brettspiele-report kritisierte schon 2010 fehlende Erklärungen.
- Feste Teams: Gespielt wird immer in zwei Teams und erst ab vier Spielern (Regel).
- Was bis heute funktioniert: Die Regel passt auf zwei Seiten, es braucht keinen Spielplan, und laut Spieletest.at mündet eine Runde „oft … in ein gemeinschaftliches Dauerlachen“. Die Regel F5254 passt sich mit virtuellem Quietscher und Timer an. Tabu „ist und bleibt“ laut brettspiele-report „ein schönes Party- bzw. Unterhaltungsspiel“.
Klassiker: Moderne Alternativen
- Trapwords – Wenn du an Tabu die verbotenen Wörter mochtest: Hier legt das gegnerische Team die Fallen selbst fest, ihr müsst sie also erraten und umgehen. Dazu kommt ein kleines Abenteuer durch fünf Räume bis zum Monster.
- Codenames – Wenn du an Tabu das Teamspiel mit Hinweisen mochtest: Statt frei zu erklären, gibt der Agentenchef nur ein Wort und eine Zahl. Das verlangt mehr Planung und weniger Tempo.
- Just One – Wenn du an Tabu das Raten mochtest, aber nicht den Streit: Alle spielen zusammen, doppelte Hinweise fliegen raus. Keiner muss den Schiedsrichter spielen.
- Wavelength – Wenn du an Tabu das „Ich weiß, was du meinst!“ mochtest: Ein einziger Hinweis führt das Team auf eine Skala zwischen zwei Gegensätzen. Das sorgt für Diskussion statt Zeitdruck, für 2–12 Spieler.
So wird gespielt
- Material: 212 Karten (848 Suchbegriffe), Quietscher, Wertungsblock, Sanduhr. Über einen QR-Code bzw. go.hasbro.com/taboo gibt es einen virtuellen Quietscher, Timer und Punktezähler.
- Aufbau: Zwei gleich starke Teams, so gesetzt wie abgebildet, damit sich alle im Blick haben. Eine Kartenfarbe (rot oder blau) wird für die Partie gewählt, die Karten liegen in Stapeln mit dieser Farbe nach unten.
- Zug: Die Teams wechseln sich ab. Ein Erklärer bekommt einen Stapel. Ein Gegner nimmt den Quietscher und schaut ihm über die Schulter. Sobald die Zeit läuft, deckt der Erklärer Karten auf und beschreibt den Suchbegriff, ohne die 5 Tabu-Wörter zu benutzen. Erraten bedeutet 1 Punkt. Übersprungene oder ausgequietschte Karten bringen dem anderen Team je 1 Punkt. Der Erklärer wechselt jede Runde.
- Verboten: Teile von Wörtern auf der Karte, Plurale und Abkürzungen, Gesten und Geräusche (Singen ist erlaubt) sowie „hört sich an wie“, „reimt sich auf“ und „beginnt mit dem Buchstaben“.
- Ende: Wenn jeder gleich oft Erklärer war, gewinnt das Team mit den meisten Punkten. Bei Gleichstand spielt jedes Team eine weitere Runde.
- Ältere Ausgaben: Die Ausgabe von 2009 hatte einen Spielplan mit 27 Feldern, auf denen beide Teams ihre Punkte als Rennen abtrugen. Übersprungene Begriffe brachten dort niemandem Punkte (brettspiele-report, 14.12.2010).
Stimmen aus Rezensionen
- brettspiele-report (14.12.2010, Ausgabe 2009): Tabu „ist und bleibt auch nach 20 Jahren ein schönes Party- bzw. Unterhaltungsspiel“, mit vorbildlicher Schachtel. Kritik: Die Regel ist dünn, die Felder auf dem Plan sind zu klein, und rund 30 € seien „nicht günstig“.
- Spieletest.at (Arno Steinwender, 07.01.2001): „bringt viel Schwung in eine heitere Runde“. Kritik: Mit zurückhaltenden Spielern „richtig langweilig“.
- Spiel des Jahres, Jurytext (Spieledatenbank, ohne Datum): „Ein echter Partyspaß“, der sich „in unterschiedlichsten Spielgruppen bewährt“ habe. Den Reiz verdanke Tabu den „1.000 sorgfältig ausgewählten Begriffen“. Kritik: keine.
Auszeichnungen
- 1990 Mensa Select Winner · 1992 Spiel des Jahres, Empfehlungsliste · 2001 Spiel der Spiele, Hit für Viele, Empfehlung
Ausgaben & Erweiterungen
- Deutsche Ausgaben: MB Spiele 1994 (zwei Auflagen), 1996 mit Spielplan, 1997; Hasbro/MB 2000 („über 1000 neue Begriffe“); Parker 2003 und 2006; Hasbro 2009, 2011, 2013 und 2023.
- Aktuell (Hasbro, 2026-10-20): Tabu F5254 (2023). Daneben Tabu Unzensiert (G0432, © 2023, ab 18, 240 Karten mit 480 Suchbegriffen, laut Regel) und Tabu XXL, Familien-Edition und Tabu Junior (Amazon-Listings).
- Ableger ohne eigene Einträge: Tabu Body Talk (Pantomime), Tabu Hot Pen (Spieletest.at), Midnight Tabu (ab 18).
Autoren & Verlag
- Autor: Brian Hersch · Illustration: keine Angabe in der Regel
- Verlag (Original): Parker Brothers, 1989, Marke von Hersch and Company, heute Hasbro · deutsche Ausgabe: zuerst MB Spiele (Spiel-des-Jahres-Datenbank: „MB“, „letzte Version ab 1999 bei MB“), heute Hasbro. Neueste deutsche Ausgabe: Tabu F5254 mit 212 Karten und 848 Suchbegriffen (Regel © 2023)
Videos auf YouTube
Die beliebtesten Videos zu Tabu, sortiert nach Aufrufen – getrennt nach Sprache des Videos.
DEDeutschsprachige Videos (6)
- Scharade, Tabu & Co - Das Battle mit Eddy, Florentin, Gregor & Tobi Escher | Almost Plaily #108
- KATATUNGA, KATATUNGA! 🎮 Tabu #4
- Tabu (Partyspiel) / Anleitung & Rezension / SpieLama
- Bessere Spiele als Phase 10, Tabu, Scotland Yard
- [1/2] Almost Daily/Plaily #194 | Tabu | 22.09.2015
- [2/2] Almost Daily/Plaily #194 | Tabu | 22.09.2015

