Das Labyrinth der Meister

Master Labyrinth
Familie▶ 10 Videos🏛 KlassikerStand 21.10.2026
Mitspieler findenNoch keine Stimmen
DE RegelEN Rules
Spieler
2–4
Dauer
20–30 Min.
Alter
ab 8
Erschienen
1991
Komplexität
Leicht

In einem Keller-Labyrinth, dessen Gänge sich in jedem Zug verschieben, jagen alle Zaubermeister dieselbe Zutat – 21 Plättchen mit den Werten 1 bis 20 und 25 müssen in aufsteigender Reihenfolge erreicht werden, geheime Rezeptkarten und drei Doppelzüge entscheiden das Rennen (Regelheft).

Das Labyrinth der Meister (Otto Maier Verlag / Ravensburger) ist ein Familienspiel für 2–4 Personen ab 8 Jahren und ist 1991 erschienen. Eine Partie dauert 20–30 Minuten.

ThemaFantasy
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Titelbild: Verlag (ravensburger.de) · Produktseite ↗ · Weitere Bilder: Amazon · bei Amazon ansehen ↗ (Affiliate-Link)

Auf einen Blick

  • Für wen: Familien mit älteren Kindern, Einsteiger ins Taktikspiel; Ravensburger: „Besonders gut auch für zwei Personen geeignet“; Kobbert: zu zweit „fast so komplex und strategisch wie Schach“ (TheGamer, 24.06.2024)
  • Ähnlich wie: Das verrückte Labyrinth (gleicher Schiebemechanismus, jeder sucht eigene Geheimnisse); Labyrinth Kartenspiel (Wege legen statt schieben)
  • Wissenswert:
    • Deutscher Spielepreis 1991, Platz 1 – vor „Drunter & Drüber“, dem Spiel des Jahres desselben Jahres (Preisliste).
    • Die Jury Spiel des Jahres nannte die Spielanleitung „ein kleines Kunstwerk für sich“ – Sonderpreis Schönes Spiel 1991.
    • Die 12 Holzstäbchen stammen laut Regel „natürlich von einem Wegkreuz“, das brachte angeblich Glück im Spiel; jede Zutat hat eine Aberglauben-Erklärung, vom Liebestrank aus Pferdeäpfeln bis zum Hirnmoos vom Totenschädel.

Klassiker: Wie das Spiel entstand

  • Der Erfinder: Max J. Kobbert ist Psychologe – „Psychologe an einer Kunstakademie, die auch Kunsterzieher ausbildet“ (Interview Reich der Spiele). Laut Wikipedia (Wegweiser) 1944 geboren, bis 2009 Professor an der Kunstakademie Münster und Dozent für Wahrnehmungspsychologie an der FH Münster; sein erstes Spiel „Colomino“ erschien 1973 bei Ravensburger.
  • Das Ur-Labyrinth: Ein veränderliches Labyrinth beschäftigte Kobbert seit der Schulzeit; Rubiks Würfel (um 1981) löste eine Ideenkette aus, bis er „mitten im tiefsten Frust“ auf das Raster aus festen Quadraten mit verschiebbaren Reihen kam – „ein richtiges Heureka-Erlebnis“. Bis zur Veröffentlichung 1986 vergingen drei Jahre; Ravensburger änderte vor allem den Namen von „Das magische Labyrinth“ in „Das verrückte Labyrinth“ (Kobbert, Reich der Spiele).
  • Die Meister-Variante: „Von Anfang an war mir bewusst, dass der Mechanismus des Schiebelabyrinths sich für verschiedene Spielregeln nutzen lässt“; die Varianten seien „sehr bedacht in Absprache zwischen Verlag und Autor entwickelt worden“ (Kobbert, Reich der Spiele). Das Labyrinth der Meister erschien 1991 beim Otto Maier Verlag (Regel © 1991) als erste davon. Kobbert nennt es 2024 sein Lieblingsspiel der Reihe für Spieler ab 10 (TheGamer).
  • Vergriffen und zurück: Laut TheGamer (24.06.2024) wurde das Spiel 2000 eingestellt und eine Neuauflage für Herbst 2024 angekündigt; Ravensburger führt 2026 die Ausgabe 22474 mit Regel © 1991/2024 (Produktseite). Das 2007 erschienene „Master Labyrinth“ mit Drachen, Wächtern und Würfeln ist ein anderes Spiel (spielen.de; H@LL9000, 04.11.2008).

Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt

  • Preise: Platz 1 beim Deutschen Spielepreis 1991 (Preisliste) und Sonderpreis Schönes Spiel der Jury Spiel des Jahres 1991 – „rundum gelungen“, mit „gewohnt solider Ausführung“ und „sehr hübschem Design“ von Monika Broeske (spiel-des-jahres.de).
  • Vom Kinderspiel zum Taktikspiel: Reich der Spiele nennt es die „Königsklasse der Labyrinthe“: „Endlich wird wirklich gegeneinander gespielt“, weil alle denselben bekannten Gegenstand ansteuern. Die spielbox-Rezension (bei spielen.de) empfiehlt es allen, denen der Vorgänger „zu einfach oder zu kindlich war“.
  • Vorbild für die Reihe: Das Einsammeln in aufsteigender Reihenfolge übernahm 2007 das Drachen-„Master Labyrinth“ (H@LL9000). Die Labyrinth-Familie verkaufte sich laut Wikipedia bis 2024 über 25 Millionen Mal; ein von Ravensburger gesponserter Wargamer-Artikel (2026) nennt über 30 Millionen in 70 Ländern – beides ohne geprüfte Primärquelle.

Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist

  • Grübeln statt Tempo: spielbox (spielen.de) vermisst „das Tempo; man überlegt doch recht lange über den eigenen Zug, während die anderen Däumchen drehen“. Leser bei H@LL9000 nennen „unnötig hakelige Überlegungen und eine gewisse Länge“ und raten zu zweit zur Schachuhr; die Jury selbst spricht von „hohen Anforderungen an die Vorstellungskraft“.
  • Zu viert kaum planbar: Weil alle dieselbe Zutat jagen, zählt, wer nach der letzten Verschiebung dran ist – spieletest.at: zu viert „muss man schon einiges an Glück haben, um zum richtigen Zeitpunkt an der Reihe zu sein“; H@LL9000: „Zu viert wenig planbar“, die Zusatzelemente stärkten Taktik und Zufall zugleich.
  • Zwischen den Stühlen: H@LL9000-Leser finden, es verliere „die Leichtigkeit des Kinderspiels, ohne wirklich ein gutes Erwachsenen-Spiel zu werden“; teils wird empfohlen, das schöne Material mit den Regeln des Originals zu spielen.
  • Gestrichene Regel: Der Tausch „Guter Rat ist teuer“ (Tipp gegen eine gesammelte Zutat) wurde laut Reich der Spiele „in der Praxis meistens nicht angenommen“; in der Regel 2024 fehlt er.
  • Was bis heute funktioniert: Doppelzug und geplantes Einsammeln „verringern die Glückskomponente erheblich“ und bringen „einen großen Schwung Taktik“ (spielbox); die aufsteigenden Werte halten die Spannung bis zur Mistel (spieletest.at-Kommentar); Material und Regelheft gelten als vorbildlich (Jury).

Klassiker: Moderne Alternativen

  • Das verrückte Labyrinth – Wenn du am Labyrinth der Meister das Verschieben mochtest, aber mit Kindern spielst: dieselbe Mechanik ab 7, jeder sucht eigene Bildkarten, ohne Reihenfolge und Grübelei; laut H@LL9000-Lesern für Kinder das bessere Spiel.
  • Magic Maze – Wenn du die Labyrinth-Jagd lieber gemeinsam und schnell magst: kooperativ in Echtzeit mit Sanduhr, 1–8 Spieler, ca. 15 Min., ab 8; nominiert zum Spiel des Jahres 2017.
  • Karuba – Wenn du das Wege-Planen zu Schätzen mochtest: jeder legt Dschungelplättchen auf seiner eigenen Insel, Abenteurer laufen zu Tempeln mit Schätzen; 2–4 Spieler, 30–40 Min., ab 8; nominiert zum Spiel des Jahres 2016.
  • Quoridor – Wenn du den Wettlauf durch veränderliche Wege zu zweit mochtest: Wände stellen und den Gegner umleiten, ohne Glück; 2–4 Spieler, 15 Min., ab 8.
  • Tsuro – Wenn du Wege-Plättchen in großer Runde magst: jede Karte verlängert den eigenen Pfad, wer vom Brett fliegt, scheidet aus; 2–8 Spieler, 15–20 Min., ab 8.

So wird gespielt

  • Material: Spielplan mit 16 festen Gängen, 34 Gänge-Karten (eine bleibt übrig), 21 Zutaten-Plättchen (Werte 1–20 und 25), 21 Rezeptkarten, 4 Figuren, 12 Holz-Zauberstäbe.
  • Aufbau: Gänge-Karten zufällig auslegen, Figuren auf das farbgleiche Startfeld in der Mitte, Zutaten verdeckt auf die 21 markierten Felder und aufdecken, jeder zieht eine geheime Rezeptkarte (drei Zutaten) und erhält 3 Stäbchen.
  • Zug: 1. Pflicht: an einem der 12 Dreiecke die überzählige Karte einschieben; die herausgeschobene bleibt für den Nächsten liegen und darf nicht sofort an derselben Stelle zurück; herausgeschobene Figuren oder Zutaten kommen auf die neue Karte (kein Zug). 2. Erlaubt: die Figur beliebig weit über durchgehende Gänge ziehen, auch über Zutaten und Figuren; kein Zugzwang, kein Schlagen, mehrere Figuren je Feld. 3. Erlaubt: die Zutat mit dem kleinsten noch ausliegenden Wert aufnehmen – nur, wenn man in diesem Zug von einem anderen Feld dorthin gezogen ist; auf einer höheren Zutat stehen blockiert sie nicht.
  • Holzstäbchen: Nach dem eigenen Zug ein Stäbchen abgeben = sofort ein kompletter zweiter Zug; höchstens eines pro Spielzug.
  • Nur 1991 – „Guter Rat ist teuer“: Wer keinen Weg sieht, kann sich gegen eine gesammelte Zutat den Weg zeigen lassen; zahlt nur, wer dem Vorschlag folgt.
  • Ende und Wertung: Sobald die Mistel (25) genommen ist: Summe der Zutatenwerte + 20 Punkte je Zutat vom eigenen Rezept (max. 60) + 3 Punkte je unbenutztes Stäbchen (max. 9). Höchster Wert gewinnt.
  • Unterschiede 1991/2024: Alter ab 10 → ab 8; „Bildscheiben (Zauberdinge)“ → „Zutaten-Plättchen“, Eichenzweig → Eicheln; Tauschregel gestrichen; Aberglauben-Erklärungen und Literatur (Hiller, Treben) in beiden.

Stimmen aus Rezensionen

  • Jury Spiel des Jahres (1991): „rundum gelungen“, spannend, „erfordert taktisches Verständnis“, Anleitung „ein kleines Kunstwerk“; Kritik: hohe Anforderungen an die Vorstellungskraft, Dauer ca. 60 Min.
  • Reich der Spiele (undatiert): „Königsklasse der Labyrinthe“, fordernder als das Original, Material mit Liebe zum Detail; Kritik: die Tausch-Regel wird in der Praxis kaum genutzt.
  • spielbox (bei spielen.de, undatiert): Doppelzug und geplantes Sammeln verringern das Glück, „nettes Taktikspiel für zwischendurch“; Kritik: fehlendes Tempo, lange Grübelpausen.
  • spieletest.at und H@LL9000-Leser (bis 2018): schönes Material, zu zweit gut; Kritik: zu viert glücksabhängig, verliert die Leichtigkeit des Kinderspiels, ohne Erwachsenenspiel zu werden.

Auszeichnungen

  • Deutscher Spielepreis 1991: Platz 1 (Preisliste) · Spiel des Jahres 1991: Sonderpreis Schönes Spiel (spiel-des-jahres.de) · zusätzlich Mensa Select 1991 und Årets Spil 1991 (Familienspiel)
  • keine sprachabhängigen Texte

Ausgaben & Erweiterungen

  • Keine Erweiterungen. Deutsche Ausgaben: Otto Maier Verlag 1991, Ravensburger 1995, Jubiläumsausgabe „50 Jahre blaues Dreieck“ 2024 (= aktuelle Art.-Nr. 22474, im Handel, Produktseite 2026-10-21); daneben eine mehrsprachige Ausgabe 2007. Englisch „Master Labyrinth“ 1991 und US 1997, Kanada 1994/1997, Französisch 1991/1995, nordisch, isländisch (Mál og menning), niederländisch, italienisch.
  • Ableger: „Master Labyrinth“ 2007 (Drachen-Thema, Würfel, Münzen) ist und spielen.de ein eigenes Spiel, noch ohne Eintrag. Händlerangaben zu „Labyrinth Chronicles“ (Ravensburger, angekündigt 2026) nennen Regeln für das Labyrinth der Meister im Lieferumfang – nicht geprüft.

Autoren & Verlag

  • Autor: Max J. Kobbert · Illustration: Monika Broeske, Atelier Ravensburger
  • Verlag: Otto Maier Verlag / Ravensburger (Original 1991, Nr. 01 227 5) · deutsche Ausgabe = Original: Ravensburger, Neuauflage „Labyrinth der Meister“ Art.-Nr. 22474, EAN 4005556224746, 35,99 €, „Auf Lager“ (Ravensburger-Produktseite, 2026-10-21); Regel © 1991/2024
  • Schiebe-Labyrinth für Fortgeschrittene: alle jagen dieselben Zutaten in fester Reihenfolge, dazu geheime Rezepte und drei Doppelzüge

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