Cluedo

Clue
DE RegelEN Rules
Spieler
2–6
Dauer
45 Min.
Alter
ab 8
Erschienen
1949
Komplexität
Leicht

Dr. Schwarz ist tot. Ihr würfelt euch durch die Villa, sprecht in den Räumen Verdächtigungen aus und streicht auf dem Notizzettel ab, welche Karten die anderen zeigen, bis ihr wisst, wer es war, womit und wo (Regelheft).

Cluedo () ist ein Familienspiel für 2–6 Personen ab 8 Jahren und ist 1949 erschienen. Eine Partie dauert 45 Minuten.

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Titelbild: Verlag (instructions.hasbro.com) · Produktseite ↗ · Weitere Bilder: Amazon · bei Amazon ansehen ↗ (Affiliate-Link)

Auf einen Blick

  • Für wen: Familie, Einstieg in Deduktionsspiele ab 8
  • Ähnlich wie: Cryptid (reines Deduktionsrennen ohne Würfel) · Mysterium (Täter, Ort und Waffe, aber kooperativ)
  • Wissenswert:
    • Erfunden während der Verdunkelungsnächte im Zweiten Weltkrieg in Birmingham, Arbeitstitel „Murder!“ (History.com).
    • 6 Personen × 6 Waffen × 9 Räume = 324 mögliche Lösungen (The Strong).
    • Die erste deutsche Ausgabe hieß „Wer ist Meisterdetektiv?“ (Europäische Spielesammler Gilde).

Klassiker: Wie das Spiel entstand

Der Pianist Anthony Pratt spielte vor dem Krieg in vornehmen Hotels und Landhäusern, in denen Gäste Mordrätsel als Partyspiel nachspielten (The Strong: toyhalloffame.org; History.com, Alice Popovici, 13.06.2018: history.com). Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er in Birmingham in einer Munitionsfabrik. Zwischen 1943 und 1945 erfand er mit seiner Frau Elva in langen Verdunkelungsnächten Verdächtige und Waffen für ein Brettspiel namens „Murder!“ (History.com). The Strong nennt 1943 als Jahr des Entwurfs und 1947 für das Patent. Das britische Patent GB 586817 wurde laut Wikipedia am 1. April 1947 veröffentlicht.

Pratt verkaufte das Spiel an Waddingtons. Wegen der Materialknappheit nach dem Krieg erschien es erst 1949 als „Cluedo“ (der Name verbindet laut Wikipedia „Clue“ und „Ludo“). Im selben Jahr brachte Parker Brothers in den USA eine leicht veränderte Fassung als „Clue“ heraus (The Strong; History.com). 1953 verkaufte Pratt die Auslandsrechte für 5000 Pfund an Waddingtons, nachdem der Verlag ihm gesagt hatte, das Spiel verkaufe sich schlecht (History.com). Reich wurden er und seine Familie damit nicht.

Deutschland: 1959 lizenzierte Schmidt München das Spiel von Waddingtons als „Wer ist Meisterdetektiv?“ (Europäische Spielesammler Gilde: e-s-g.eu). In den 1960er-Jahren folgte „Cluedo Detektivspiel“ bei Brohm (ebd.), später Parker und Hasbro. 2023 kam die aktuelle Neuauflage heraus (infranken.de, 11.12.2023).

Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt

  • Deduktion für alle: Laut The Strong gab es schon vorher Mordrätsel-Spiele, aber keines verband Einfachheit so mit dem Lösen von „wer, wo und womit“. Das Spiel gehöre zu den zehn meistverkauften Spielen.
  • Verkauf: Schätzungen reichen über 150 Millionen. Kurator Nicolas Ricketts (The Strong) hält es für das vierte- oder fünftbeliebteste Spiel nach Schach, Dame, Monopoly und Scrabble (History.com).
  • Auszeichnung: National Toy Hall of Fame 2017 (The Strong, History.com).
  • Popkultur: 1985 entstand der Kinofilm „Clue“ mit mehreren Enden, die an verschiedene Kinos gingen. Dazu kamen Fernsehshows in mehreren Ländern, auch in Deutschland (Europäische Spielesammler Gilde). Es gibt Lizenzausgaben von Sherlock Holmes bis zu den Simpsons (The Strong).

Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist

  • Würfeln zum Tatort: Verdächtigen darf man nur in einem Raum, und dorthin kommt man nur mit Würfelglück oder Geheimgängen (Regelheft). Wer schlecht würfelt, fragt seltener und sammelt weniger Hinweise (Herleitung aus dem Regelheft).
  • Ausscheiden: Wer falsch anklagt, darf nicht mehr ziehen und zeigt nur noch Karten. Löst niemand den Fall, verlieren alle (Regelheft).
  • Wenig Kopfarbeit für Geübte: Die Lösung ergibt sich durch Abhaken auf dem Notizzettel. Das Heft selbst nennt als Methode das „Ausschluss-Verfahren“ (Regelheft). Moderne Deduktionsspiele verlangen mehr eigene Schlüsse (siehe Alternativen).
  • Neue Glückskarten: Seit den Beweiskarten (Lupe auf dem Würfel) bekommen alle Hinweise geschenkt. Die Testrunden von infranken.de fanden es „ärgerlich“, wenn mühsam ermittelte Hinweise plötzlich allen zur Verfügung stehen, und spielten ohne sie (11.12.2023).
  • Was bis heute funktioniert: Für Cluedo ist „kein Spezialwissen nötig“. Es sei ein „hervorragendes Einstiegsspiel“ und begeistere Neulinge wie Kenner (infranken.de). Laut Ricketts spricht die Einfachheit Erwachsene wie Kinder an (History.com).

Klassiker: Moderne Alternativen

  • Cryptid – Wenn du an Cluedo das Fragen und Ausschließen mochtest: Jeder kennt einen einzigen Hinweis auf das Versteck, und aus den ehrlichen Antworten der anderen erschließt ihr deren Hinweise. Ohne Würfel und in 30–50 Minuten.
  • MicroMacro: Crime City – Wenn du an Cluedo das Lösen eines Mordfalls mochtest: Auf einem riesigen Wimmelbild-Stadtplan verfolgt ihr gemeinsam mit der Lupe die Spur der Täter. Kooperativ, 15–45 Minuten, auch für Gelegenheitsspieler.
  • Mysterium – Wenn du an Cluedo Täter, Tatort und Tatwaffe mochtest: Ein Spieler ist der stumme Geist und gibt nur Bildkarten als Hinweise. Die anderen deuten sie gemeinsam (2–7 Spieler).
  • Deception: Murder in Hong Kong – Wenn du an Cluedo das Verdächtigen am Tisch mochtest: Der Mörder sitzt mitten unter den Ermittlern, und der Forensiker darf nur über Marker Hinweise geben. Für größere Runden (4–12 Spieler).
  • Sherlock Holmes Beratender Detektiv: Die Themse-Morde – Wenn du an Cluedo die Detektivarbeit mochtest und mehr Geschichte willst: Ihr lest Fallakten, Zeitungen und Adressbuch und vergleicht euch am Ende mit Holmes (1–8 Spieler, rund 90 Minuten).

So wird gespielt

  • Geschichte (2023): Gastgeber Dr. „Blacky“ Schwarz will in einem Park ein Luxushotel bauen und erpresst seine sechs Gäste. Dann wird er tot aufgefunden. Verdächtig sind Lady Gloria, Oberst von Gatow, Anwältin Porz, Professor Bloom, Bürgermeister Grün und Köchin Weiß. Waffen: Leuchter, Heizungsrohr, Rohrzange, Pistole, Seil, Dolch. 9 Räume. Im Englischen heißen das Opfer Boddy Black und die Villa Tudor Mansion.
  • Material: Spielplan, 6 Spielfiguren, 6 Miniatur-Waffen, 50 Karten (6 Personen, 6 Waffen, 9 Räume, 29 Beweiskarten), Fallakte, Notizblock, 2 Würfel (Stifte nicht enthalten).
  • Aufbau: Alle 6 Figuren auf ihre Startfelder, auch bei weniger Spielern. Waffen in zufällige Räume. Je 1 Person, Waffe und Raum geheim in die Fallakte, den Rest an alle verteilen.
  • Zug: Mit beiden Würfeln würfeln und bis zu so viele Felder ziehen (nicht diagonal, nicht durch Figuren). Einen Raum betritt man durch eine freie Tür, auch ohne passende Zahl. Aus einem Raum mit Geheimgang darf man zu Zugbeginn in den verbundenen Raum wechseln (laut infranken.de Salon–Wintergarten und Arbeitszimmer–Küche). Wer in einem Raum steht, verdächtigt eine Person und eine Waffe in diesem Raum. Figur und Waffe kommen dorthin. Reihum im Uhrzeigersinn zeigt der erste Spieler, der eine der Karten hat, heimlich eine davon.
  • Lupe: Zeigt ein Würfel die Lupe (zählt als 1), wird eine Beweiskarte gezogen und ausgeführt, bei zwei Lupen nur eine.
  • Anklage: einmal pro Spiel, im eigenen Zug, aus einem beliebigen Raum. Richtig: gewonnen. Falsch: ausgeschieden, man zeigt aber weiter Karten.
  • Duell (2 Spieler oder Teams): 4 der übrigen Karten liegen verdeckt in Räumen. Wer den Raum betritt, sieht sie sich an.
  • Tipps im Heft: Notizen je Spieler führen, mit eigenen Karten gezielt fragen.

Stimmen aus Rezensionen

  • infranken.de (Test „Cluedo 2023“, 11.12.2023): schönes Material mit Metallwaffen, Rückkehr zur klassischen Fassung, ein „hervorragendes Einstiegsspiel“ mit klarer Kaufempfehlung. Kritik: Die Beweiskarten verraten mühsam ermittelte Hinweise allen, die Testrunden spielten ohne sie.
  • History.com (2018): Die Einfachheit spricht Kinder wie Erwachsene an, das Spiel ist bis heute ein „steady seller“.
  • The Strong (2017): Gelobt wird die Mischung aus einfachen Regeln und Krimi mit 324 Lösungen.

Auszeichnungen

  • Auszeichnungen: National Toy Hall of Fame 2017 (The Strong). nicht geprüft).

Ausgaben & Erweiterungen

  • Hasbro Deutschland, mit deutscher Anleitung in Hasbros Anleitungsdatenbank (instructions.hasbro.com, 2026-10-20): Cluedo F6420 (2023), ältere Ausgabe 38712, Cluedo Junior (C1293, F6419), Cluedo Kompakt (B0999, F8251), Cluedo Kartenspiel (E7589), Cluedo für gute Schummler (E9779), Cluedo Conspiracy (F6418), Cluedo-Escape-Spiele (u. a. F5699).
  • Lizenzausgaben, u. a. Harry Potter (F1240).
  • Laut infranken.de (2023) nimmt die Neuauflage viele Änderungen früherer Ausgaben zurück, etwa Komplottkarten, Uhrkarten und Dr. Orchidee statt Frau Weiß. Die Beweiskarten bleiben.
  • Kartenspiel-Fassung von Philip Orbanes (Winning Moves 2002, deutsch 2003, laut Wikipedia).

Autoren & Verlag

  • Autor: Anthony E. Pratt (1903–1994), mit seiner Frau Elva (History.com) · Illustration: nicht genannt
  • Verlag (Original): Waddingtons, England 1949 („Cluedo“), im selben Jahr Parker Brothers, USA („Clue“) (The Strong) · deutsche Ausgabe: zuerst Schmidt München 1959/60 als „Wer ist Meisterdetektiv?“ (Europäische Spielesammler Gilde; Reich der Spiele), heute Hasbro Gaming, Art.-Nr. F6420 („Cluedo“, Neuauflage 2023, Regel © 2023, Code 0922F6420100; bei Amazon als F6420100)

Videos auf YouTube

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