DE RegelEN Rules
Spieler
3–16
Dauer
60 Min.
Alter
ab 12
Erschienen
1990
Komplexität
Einsteiger

Teams rennen über eine Strecke mit 48 Feldern. Farbe und Symbol des Feldes bestimmen, welcher Begriff der Karte gezeichnet, erklärt oder pantomimisch dargestellt wird. Errät das eigene Team ihn vor Ablauf der Sanduhr, zieht es so viele Felder weiter, wie die Karte wert ist (Regel).

Activity (Piatnik) ist ein Familienspiel für 3–16 Personen ab 12 Jahren und ist 1990 erschienen. Eine Partie dauert 60 Minuten.

ThemaHumor
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Titelbild: Verlag (piatnik.com) · Produktseite ↗ · Weitere Bilder: Amazon · bei Amazon ansehen ↗ (Affiliate-Link)

Auf einen Blick

  • Für wen: Partys, Familien mit Jugendlichen, große Gruppen. Reich der Spiele rät zu zwei Teams mit „besser vier bis fünf Personen“ (10.09.2024).
  • Ähnlich wie: Time's Up! Party (Erklären, ein Wort, Pantomime in drei Runden); Activity Junior (dieselbe Idee für Kinder ab 8).
  • Wissenswert:
    • Laut Piatnik entstand Activity „aus Langeweile“: Zwei Ehepaare hatten sich an den vorhandenen Gesellschaftsspielen „sattgespielt“.
    • 14 Millionen verkaufte Spiele (Piatnik-Magazin).
    • Die Regel beginnt mit Hitchcock: Im deutschen Sprachraum kenne man „Charade“ bestenfalls als Filmtitel.

Klassiker: Wie das Spiel entstand

Activity stammt aus Österreich. Erfunden haben es die Ehepaare Ulrike und Paul Catty sowie Maria und Josef Ernst Führer. Laut Piatnik entstand das Spiel „aus Langeweile“: Die vier hatten sich an den vorhandenen Gesellschaftsspielen „sattgespielt“ und wollten ein Spiel, das sich „je nach Humor und Persönlichkeit der Mitspieler immer wieder neu gestaltet“ (Piatnik-Magazin „Activity – Wie alles begann“). Die Grundidee ist alt, und die Regel sagt das offen: Die Autoren hätten „einige der unterhaltsamsten Versionen von ‚Charades‘ weiterentwickelt und neue dazuerfunden“. Neu war die Mischung aus drei Darstellungsarten auf einem Laufplan, auf dem das Feld die Aufgabe vorgibt.

Herausgebracht hat das Spiel die Wiener Spielkartenfabrik Piatnik. Laut Piatnik „feierte“ Activity „2025 seinen 35. Geburtstag“, also Erscheinen 1990. Reich der Spiele schreibt dagegen „Activity gibt es seit 1991“ (Michael Weber, 10.09.2024). Die heutige Fassung „Activity Original“ ist laut Piatnik eine „überarbeitete Version“ mit 2.640 neuen Begriffen. Die Regel trägt die Jahre 2002 und 2015. Seitdem hat Piatnik die Marke stark ausgebaut. Das Magazin nennt „12 Varianten“, die Markenseite listet Ausgaben von Activity Junior über Travel und Pocket bis zur Club Edition für Erwachsene (piatnik.com, 2026-10-20). Laut Regel ist „Activity“ in 20 Ländern als Marke eingetragen, darunter die USA, in Rumänien als „Hyper-Creativity“.

Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt

  • Verbreitung: Laut Piatnik 14 Millionen verkaufte Spiele, „einem der bekanntesten und weltweit erfolgreichsten Kommunikationsspiele aus Österreich“ (Piatnik-Magazin, 2026-10-20). Reich der Spiele nennt es einen „Mega-Kassenschlager“: „Activity ist unbestreitbar ein Gigant unter den Partyspielen“ (10.09.2024).
  • Genre: Activity machte im deutschsprachigen Raum aus dem Wohnzimmer-Pantomimenspiel ein Brettspiel mit festen Regeln für Zeichnen, Erklären und Pantomime. Eine ähnliche Dreiteilung nutzt das spätere Time's Up! (1999), dort als drei Runden mit denselben Begriffen.
  • Auszeichnungen: Piatnik schreibt „Vielfach ausgezeichnet in England, Österreich, Tschechien und Russland“, nennt aber keine einzelnen Preise.
  • Marke: Über ein Dutzend Ableger bis zur App „ACTIVITY Original“ (Piatnik, App Store und Google Play).

Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist

  • Es braucht Darsteller: Reich der Spiele sieht „eine gewisse Rampensau-Mentalität“ als Voraussetzung. Manche lehnen eine Runde ab, „weil sie sich nicht zum Horst machen wollen“, und eine Runde könne „jämmerlich“ scheitern, wenn eine Person nichts damit anfangen kann (Michael Weber, 10.09.2024). Auch Spieletest.at schränkt ein, es funktioniere nur „mit den richtigen Leuten“ (Arno Steinwender, 08.02.2001; Leserkommentar dort ähnlich).
  • Wer entscheidet, was richtig ist? Laut Regel müssen die Spieler vorher vereinbaren, „ob zum Beispiel für ‚Tierliebhaber‘ auch ‚Tierfreund‘ genügt“. Die Gegner überwachen Zeit und Regeln. Streit ist damit eingebaut.
  • Wartezeit: Pro Zug ist nur ein Team aktiv. Die anderen sehen bis zur nächsten offenen Runde nur zu (aus der Regel abgeleitet).
  • Wenig Entscheidungen: Die einzige taktische Wahl ist der Kartenstapel 3, 4 oder 5, auch um gegnerische Figuren zu schlagen (Spieltipps der Regel). Ansonsten entscheidet die Tagesform der Darsteller.
  • Spieldauer: Bei langsamen Teams zieht sich das Rennen über 48 Felder. Die Regel schlägt selbst vor, die Kartenwerte um 1 oder 2 zu erhöhen, um das Spiel zu verkürzen.
  • Was bis heute funktioniert: Laut Reich der Spiele „einfach und schnell zu verstehen“, offen für jedes Alter ab 12 und in geselliger Runde „schnell zum Hit“. Die offene Runde, in der alle mitraten, holt regelmäßig alle an den Tisch zurück.

Klassiker: Moderne Alternativen

  • Time's Up! Party – Wenn du an Activity das Erklären und die Pantomime mochtest: Dieselben 40 Begriffe kommen in drei Runden zurück (frei erklären, ein Wort, Pantomime). Wer gut zuhört, hat in der letzten Runde einen Vorteil. Ohne Spielplan, 30–40 Minuten.
  • Stille Post Extrem – Wenn du an Activity das Zeichnen mochtest: Alle zeichnen und raten gleichzeitig in ihren eigenen Heften, niemand wartet und niemand muss vor der Gruppe auftreten.
  • Concept – Wenn du an Activity das Umschreiben mochtest, aber nicht vorspielen willst: Begriffe werden mit Steinen auf einer Tafel voller Symbole erklärt. Gut für zurückhaltende Spieler.
  • Just One – Wenn du an Activity das gemeinsame Raten mochtest: Ihr spielt kooperativ, jeder schreibt einen Hinweis, doppelte Hinweise fliegen raus. Kein Team verliert, und eine Partie dauert etwa 20 Minuten.

So wird gespielt

  • Material: 2.640 Begriffe auf Karten (je 6 Begriffe, Rückseite 3, 4 oder 5 als Schwierigkeit), Spielplan mit 48 Feldern, Start, Ziel und drei Kartenablagen, Sanduhr, 4 Spielfiguren. Papier und Bleistift braucht man zusätzlich.
  • Aufbau: Mehrere gleich starke Teams mit mindestens 2 Spielern, Karten nach Wert in drei Stapeln. Der Darsteller wechselt reihum.
  • Zug: Der Darsteller wählt einen Stapel (3, 4 oder 5) und zieht eine Karte. Darzustellen ist der Begriff in der Farbe des Feldes, auf dem die eigene Figur steht, auf die Art des Feldsymbols. Auf dem Startfeld darf er den Begriff frei wählen. Nach ca. 10 Sekunden zeigt er die Karte den Gegnern und stellt den Begriff dem eigenen Team dar, solange die Sanduhr läuft. Erraten: Die Figur zieht so viele Felder, wie die Karte wert ist. Sonst bleibt sie stehen.
  • Darstellungsarten: Zeichnen ohne Sprechen, Gesten, Buchstaben und Zahlen (Kopfnicken erlaubt). Erklären ohne das Wort, Teile davon oder abgeleitete Formen. Pantomime ohne Geräusche und ohne Zeigen auf Gegenstände (eigene Körperteile erlaubt). Ein Regelverstoß bedeutet, dass das Team nicht zieht.
  • Schlagen: Wer nach dem Erraten auf einem besetzten Feld landet, schickt die andere Figur ein Feld zurück.
  • Offene Runde (Begriff rot gedruckt): Alle raten mit. Ein anderes Team zieht 4 Felder, das Team des Darstellers 2. Errät das eigene Team, zieht es 6.
  • Zu dritt: Jeder spielt für sich, nur offene Runden. Darsteller und erfolgreicher Rater ziehen beide, Schlagen entfällt.
  • Ende: Wer zuerst das Ziel erreicht oder überschreitet, gewinnt.
  • Spieltipps: Zusammengesetzte Begriffe in Teilen darstellen („Ohr“ und „Wurm“), Kartenwert nach eigenen Stärken wählen.

Stimmen aus Rezensionen

  • Reich der Spiele (Michael Weber, 10.09.2024): „Activity – das kann jeder. Aber nicht jeder mag es.“ In geselliger Runde werde es „schnell zum Hit“, und es funktioniere in der Familie wie bei Teenagern oder Erwachsenen. Kritik: Es brauche „Rampensau-Mentalität“, und Runden können an einzelnen Spielern scheitern. Der Rezensent selbst „brenne“ nicht dafür.
  • Spieletest.at (Arno Steinwender, 08.02.2001): „ein Muss“, das „in jeden Spielekasten“ gehöre. Kritik: Ein Leser ergänzt, das Material wirke „gar nicht so toll“, und der Spaß halte nur mit den richtigen Leuten.

Auszeichnungen

  • 2016 Årets Spill, Bestes Partyspiel – Nominierung. Piatnik nennt Auszeichnungen in England, Österreich, Tschechien und Russland ohne Einzelheiten.

Ausgaben & Erweiterungen

  • Deutsche Ausgaben: 1990, 1993 (Österreich), 1995, 2015, 2022 sowie Kleinausgaben.
  • Activity Junior – Kinderfassung ab 8 Jahren, Piatnik 1997.
  • Weitere Piatnik-Ausgaben (Markenseite, 2026-10-20; keine eigenen Einträge): Club Edition und Club Edition Travel, Crime, Junior Pocket, Kindergarten, Kompakt, Lasershow, Pocket, Splash, Travel. Bei Amazon außerdem Family Classic, Let's Party und Extreme (Listings 2026-10-20).

Autoren & Verlag

  • Autoren: Ulrike Catty, Paul Catty, Maria Führer, Josef Ernst Führer · Illustration: G. H. Werbebüro
  • Verlag: Piatnik, Wien, 1990 · deutsche Ausgabe = Original: aktuell „Activity Original“, Piatnik-Spiel Nr. 602825, „überarbeitete Version“ mit 2.640 Begriffen (Regel © 2002, 2015; Piatnik-Produktseite 2026-10-20)

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