- Spieler
- 2
- Dauer
- –
- Alter
- ab 6
- Herkunft
- überliefert
- kein Verlag
- Komplexität
- Anspruchsvoll
Zwei Spieler ziehen abwechselnd je 16 Figuren über ein Brett mit 64 Feldern; wer den gegnerischen König so angreift, dass er nicht mehr entkommen kann, setzt ihn „schachmatt“ und gewinnt (FIDE Art. 1.4).
Schach ist ein traditionelles Spiel ohne Verlag für 2 Personen ab 6 Jahren.
Häufige Regelfragen zu Schach
Antworten aus der FIDE-Schachregeln gültig ab 1. Januar 2023, deutsche Übersetzung der Schiedsrichterkommission des Deutschen Schachbundes (Stand 07.07.2026), 33 S. · Stand 28.10.2026
Ist Patt ein Sieg oder ein Unentschieden?
Ein Unentschieden (Remis). Patt heißt: Wer am Zug ist, hat keinen erlaubten Zug, steht aber nicht im Schach. Die Partie endet damit sofort – egal, wie viele Figuren die andere Seite noch hat.
Regelheft: Art. 5.2.1
Wann darf man rochieren?
Wenn König und Turm noch nie gezogen haben, keine Figur dazwischen steht, der König nicht im Schach steht und er über kein angegriffenes Feld zieht und auf keinem landet. Der König geht zwei Felder Richtung Turm, der Turm springt auf das Feld daneben, das der König überquert hat.
Regelheft: Art. 3.8.2, 3.8.2.1 und 3.8.2.2
Darf man rochieren, wenn der Turm angegriffen ist?
Ja. Verboten ist die Rochade nur, wenn das Feld des Königs, das Feld, das er überquert, oder sein Zielfeld angegriffen ist. Ein angegriffener Turm oder ein angegriffenes Feld b1 bzw. b8 bei der langen Rochade stört nicht.
Regelheft: Art. 3.8.2.2
Darf man noch rochieren, wenn man schon einmal im Schach stand?
Ja. Das Recht zur Rochade geht nur verloren, wenn der König oder der betreffende Turm schon gezogen hat. Ein früheres Schach ändert daran nichts – nur in dem Moment, in dem der König im Schach steht, ist die Rochade verboten.
Regelheft: Art. 3.8.2.1 und 3.8.2.2
Wie funktioniert en passant?
Zieht ein gegnerischer Bauer mit dem Doppelschritt neben deinen Bauern, darfst du ihn so schlagen, als wäre er nur ein Feld gezogen: Dein Bauer zieht schräg auf das übersprungene Feld, der gegnerische Bauer kommt vom Brett. Das geht nur im direkt folgenden Zug.
Regelheft: Art. 3.7.3.1 und 3.7.3.2
Darf ein Bauer zur Dame werden, wenn die Dame noch auf dem Brett steht?
Ja. Bei der Umwandlung wählst du frei zwischen Dame, Turm, Läufer und Springer deiner Farbe – unabhängig davon, welche Figuren schon geschlagen wurden. Zwei oder mehr Damen sind erlaubt. Die neue Figur wirkt sofort.
Regelheft: Art. 3.7.3.3 bis 3.7.3.5
Muss man „Schach“ ansagen?
Nein. Die Regeln verlangen keine Ansage. Selbst beim Aufschreiben der Partie ist das Zeichen „+“ für Schach freiwillig. Wer im Schach steht, muss es aber selbst bemerken und sofort beheben.
Regelheft: Art. 3.9 · Anhang C.13
Was heißt „berührt – geführt“?
Wer am Zug ist und eine eigene Figur absichtlich berührt, muss sie ziehen, wenn sie einen erlaubten Zug hat. Wer eine gegnerische Figur berührt, muss sie schlagen, wenn das geht. Nur zum Geraderücken sagt man vorher „j'adoube“ oder „ich korrigiere“.
Regelheft: Art. 4.2.1 und 4.3
Wann ist eine Partie remis wegen Stellungswiederholung?
Entsteht dieselbe Stellung zum dritten Mal, kann der Spieler am Zug Remis beantragen. Gleich ist eine Stellung nur, wenn dieselbe Seite am Zug ist und alle Figuren dieselben Felder und dieselben Zugmöglichkeiten haben (auch Rochade und en passant). Beim fünften Mal ist die Partie automatisch remis.
Regelheft: Art. 9.2 und 9.6.1
Was ist die 50-Züge-Regel?
Haben beide Seiten 50 Züge lang keinen Bauern gezogen und nichts geschlagen, kann der Spieler am Zug Remis beantragen. Nach 75 Zügen ohne Bauernzug und Schlagen ist die Partie automatisch remis – außer der letzte Zug setzt matt.
Regelheft: Art. 9.3 und 9.6.2
Was passiert, wenn die Zeit abläuft, der Gegner aber nur noch den König hat?
Dann ist die Partie remis, nicht verloren: Wer den gegnerischen König mit keiner denkbaren Zugfolge mehr mattsetzen kann, kann auch nicht auf Zeit gewinnen.
Regelheft: Art. 6.9
Auf einen Blick
- Für wen: für alle: Die Regeln passen auf wenige Seiten, die Tiefe reicht für ein ganzes Leben · genau 2 Spieler
- Ähnlich wie: Onitama (Schach im Kleinformat auf 5×5 Feldern, die Züge stehen auf Karten), Hive (jede Insektenart zieht anders, Ziel ist das Einschließen der Bienenkönigin – wie ein Matt), Go (das andere große Strategiespiel ohne Glück)
- Wissenswert: Die Dame war jahrhundertelang die schwächste Figur: Sie zog nur ein Feld schräg. Erst um 1490 setzte sich in Spanien ihre heutige Gangart durch (Wikipedia „Dame (Schach)“). · Ein Bauer, der die letzte Reihe erreicht, darf zur Dame werden – auch wenn die eigene Dame noch auf dem Brett steht. Zwei oder mehr Damen sind also erlaubt (FIDE Art. 3.7.3.4).
So wird gespielt
Das Ziel in einem Satz
Greif den gegnerischen König so an, dass er keinen erlaubten Zug mehr hat – das ist Schachmatt, und du hast gewonnen (Art. 1.4). Geschlagen wird der König nie.
Aufbau
- Leg das Brett so hin, dass rechts unten ein helles Feld liegt. Merksatz: „Weiß ist rechts“ (Art. 2.1).
- Jeder bekommt 16 Figuren: 1 König, 1 Dame, 2 Türme, 2 Läufer, 2 Springer und 8 Bauern (Art. 2.2).
- Hintere Reihe von außen nach innen: Turm, Springer, Läufer, in der Mitte Dame und König. Die Bauern stehen in der Reihe davor.
- Die Dame steht auf ihrer eigenen Farbe: die weiße Dame auf einem hellen Feld (d1), die schwarze auf einem dunklen (d8). Die Könige stehen sich gegenüber (e1 und e8).
Wer beginnt?
Weiß macht den ersten Zug, danach wird immer abgewechselt (Art. 1.2). Jeder zieht pro Zug genau eine Figur – die einzige Ausnahme ist die Rochade, bei der König und Turm zusammen ziehen.
So ziehen die Figuren
| Figur | So zieht sie | Wert |
|---|---|---|
| König (K), 1× | ein Feld in jede Richtung | – |
| Dame (D), 1× | beliebig weit gerade oder schräg | 9 |
| Turm (T), 2× | beliebig weit gerade | 5 |
| Läufer (L), 2× | beliebig weit schräg | 3 |
| Springer (S), 2× | zwei Felder gerade, dann eins zur Seite – springt dabei | 3 |
| Bauer, 8× | ein Feld vor (beim ersten Zug auch zwei), schlägt schräg | 1 |
Die Zugregeln stehen in Art. 3.2 bis 3.8. Die Werte sind keine Regel, sondern eine verbreitete Faustregel, um Tauschgeschäfte einzuschätzen (in Bauern gerechnet; Wikipedia „Schachfigur“). Der König hat keinen Wert, weil die Partie mit ihm steht und fällt.
Für alle Figuren gilt (Art. 3.1 und 3.5):
- Du darfst nicht auf ein Feld mit einer eigenen Figur ziehen.
- Ziehst du auf ein Feld mit einer gegnerischen Figur, ist sie geschlagen und kommt vom Brett.
- Dame, Turm und Läufer dürfen nicht über andere Figuren hinwegziehen. Nur der Springer springt.
König
Der König zieht ein Feld in jede Richtung (Art. 3.8.1). Er darf aber nie auf ein Feld ziehen, das eine gegnerische Figur angreift (Art. 3.9.2).
Dame
Die Dame ist die stärkste Figur: Sie zieht beliebig weit gerade oder schräg – wie Turm und Läufer zusammen (Art. 3.4).
Turm
Der Turm zieht beliebig weit gerade: vor, zurück oder zur Seite (Art. 3.3). Er hält an einer eigenen Figur an und kann eine gegnerische schlagen, aber nicht über sie hinweg.
Läufer
Der Läufer zieht beliebig weit schräg (Art. 3.2). Er bleibt deshalb die ganze Partie auf seiner Feldfarbe: Jeder hat einen Läufer für die hellen und einen für die dunklen Felder.
Springer
Der Springer zieht auf eines der Felder, die ihm am nächsten liegen, aber nicht auf derselben Linie, Reihe oder Diagonale (Art. 3.6). Einfacher gesagt: zwei Felder gerade, dann eins zur Seite – wie ein „L“. Er ist die einzige Figur, die über andere Figuren hinwegspringen darf.
Merkhilfe: Der Springer wechselt bei jedem Zug die Feldfarbe. Steht er auf Hell, landet er auf Dunkel.
Bauer
Der Bauer ist die einzige Figur, die nur vorwärts zieht und anders schlägt, als sie zieht (Art. 3.7):
- Er zieht ein Feld geradeaus, wenn das Feld frei ist.
- Bei seinem allerersten Zug darf er auch zwei Felder vorrücken, wenn beide frei sind.
- Er schlägt ein Feld schräg nach vorn. Geradeaus schlagen kann er nicht – steht dort eine Figur, ist er blockiert.
Dazu kommen beim Bauern zwei Sonderregeln: das Schlagen en passant und die Umwandlung (siehe unten).
Schach: Der König wird angegriffen
Greift eine gegnerische Figur deinen König an, steht er im Schach (Art. 3.9.1). Dann musst du das Schach sofort beenden – jeder andere Zug ist verboten (Art. 3.9.2). Dafür gibt es genau drei Wege:
- Wegziehen: Der König zieht auf ein Feld, das nicht angegriffen ist.
- Dazwischenziehen: Eine eigene Figur stellt sich zwischen König und Angreifer (geht nicht gegen einen Springer).
- Schlagen: Du schlägst die angreifende Figur.
Wichtig: Du darfst auch nie selbst einen Zug machen, nach dem dein eigener König angegriffen wäre – etwa indem du eine Figur wegziehst, die ihn deckt (Art. 3.9.2). Ein Zug, der das tut, ist regelwidrig.
Schachmatt: So gewinnst du
Steht der König im Schach und keiner der drei Wege hilft, ist er schachmatt – die Partie ist sofort vorbei (Art. 1.4.1 und 5.1.1).
Bekannt ist das Schäfermatt nach nur vier Zügen: 1.e4 e5 2.Dh5 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.Dxf7# (Wikipedia „Schäferzug“). Die Dame schlägt auf f7, gedeckt vom Läufer – der König kann sie nicht zurückschlagen.
Gewinnen kannst du außerdem, wenn der andere aufgibt (Art. 5.1.2) oder – beim Spiel mit Uhr – wenn seine Bedenkzeit abläuft (Art. 6.9). In beiden Fällen gilt eine Ausnahme: Kann der Gewinner den gegnerischen König mit keiner denkbaren Zugfolge mehr mattsetzen, ist das Ergebnis Remis.
Die drei Sonderzüge
Rochade
Einmal pro Partie dürfen König und Turm zusammen ziehen (Art. 3.8.2): Der König geht zwei Felder in Richtung Turm, der Turm springt auf das Feld, das der König gerade überquert hat. Das zählt als ein Königszug.
Rochieren ist für immer verboten (Art. 3.8.2.1),
- wenn der König schon einmal gezogen hat, oder
- mit einem Turm, der schon gezogen hat (mit dem anderen Turm geht es dann noch).
Rochieren ist im Moment verboten (Art. 3.8.2.2),
- wenn eine Figur zwischen König und Turm steht,
- wenn der König im Schach steht,
- wenn der König über ein angegriffenes Feld ziehen müsste oder auf einem angegriffenen Feld landen würde.
Gut zu wissen: Nur die Felder des Königs zählen. Bei der langen Rochade darf das Feld b1 (bzw. b8), über das nur der Turm zieht, angegriffen sein.
Schlagen en passant („im Vorbeigehen“)
Zieht ein gegnerischer Bauer mit dem Doppelschritt an deinem Bauern vorbei, als wolle er sich vorbeischleichen, darfst du ihn so schlagen, als wäre er nur ein Feld gezogen (Art. 3.7.3.1). Bedingungen:
- Dein Bauer steht direkt neben dem gegnerischen Bauern, auf derselben Reihe.
- Der gegnerische Bauer ist gerade eben zwei Felder von seinem Startfeld vorgerückt.
- Du schlägst sofort im nächsten Zug – sonst verfällt das Recht (Art. 3.7.3.2).
En passant gibt es nur zwischen zwei Bauern. Eine andere Figur kann nicht en passant schlagen.
Umwandlung
Erreicht ein Bauer die letzte Reihe (Weiß die 8., Schwarz die 1.), wird er im selben Zug gegen eine Dame, einen Turm, einen Läufer oder einen Springer seiner Farbe ausgetauscht (Art. 3.7.3.3). Ein Bauer darf nicht Bauer bleiben, und König werden darf er auch nicht.
- Du darfst wählen, auch wenn die Figur noch auf dem Brett steht – zwei Damen sind erlaubt (Art. 3.7.3.4).
- Die neue Figur wirkt sofort, sie kann also gleich Schach bieten (Art. 3.7.3.5).
- Meistens wählt man die Dame. Manchmal ist ein Springer besser, etwa wenn er sofort Schach bietet.
Fehlt im Turnier die gewünschte Figur, darf man die Uhr anhalten und den Schiedsrichter um Hilfe bitten (Art. 6.11.2).
Wie eine Partie endet
| Ergebnis | Wann? | Regel |
|---|---|---|
| Sieg | Du setzt den gegnerischen König matt. | Art. 5.1.1 |
| Sieg | Der andere gibt auf. | Art. 5.1.2 |
| Sieg | Mit Uhr: Die Bedenkzeit des anderen ist abgelaufen. | Art. 6.9 |
| Remis | Patt: Wer am Zug ist, hat keinen erlaubten Zug – steht aber nicht im Schach. | Art. 5.2.1 |
| Remis | Tote Stellung: Keiner kann den anderen mehr mattsetzen, egal wie gezogen wird. | Art. 5.2.2 |
| Remis | Ihr einigt euch darauf (jeder hat mindestens einen Zug gemacht). | Art. 5.2.3 |
| Remis | Auf Antrag: Dieselbe Stellung entsteht zum dritten Mal. | Art. 9.2 |
| Remis | Auf Antrag: 50 Züge jeder Seite ohne Bauernzug und ohne Schlagen. | Art. 9.3 |
| Remis | Automatisch: dieselbe Stellung zum fünften Mal oder 75 Züge ohne Bauernzug und Schlagen. | Art. 9.6 |
Im Turnier gibt es für den Sieg 1 Punkt, für ein Remis ½ Punkt und für eine Niederlage 0 Punkte (Art. 10.1).
Patt ist kein Sieg
Das Patt ist die Falle für den, der fast gewonnen hat: Der Gegner hat nur noch den König, dieser steht nicht im Schach, kann aber nirgendwohin ziehen. Dann endet die Partie sofort unentschieden (Art. 5.2.1).
Tote Stellung
Bleiben zu wenige Figuren übrig, kann niemand mehr mattsetzen – zum Beispiel König gegen König oder König und Läufer gegen König. Die Partie ist dann sofort Remis (Art. 5.2.2).
Dreimal dieselbe Stellung
„Dieselbe Stellung“ heißt: dieselbe Seite am Zug, alle Figuren auf denselben Feldern und dieselben Zugmöglichkeiten. Hatte zum Beispiel beim ersten Mal noch jemand das Recht zur Rochade oder zum Schlagen en passant, zählt das nicht als gleiche Stellung (Art. 9.2.3). Die Züge müssen sich dabei nicht wiederholen – es zählt nur die Stellung.
Berührt – geführt
Wer am Zug ist und eine eigene Figur absichtlich berührt, muss diese Figur ziehen, sofern sie einen erlaubten Zug hat. Wer eine gegnerische Figur berührt, muss sie schlagen, wenn das geht (Art. 4.3). Und eine Figur, die du auf einem Feld losgelassen hast, bleibt dort (Art. 4.7).
- Willst du eine Figur nur gerade rücken, sag vorher „j'adoube“ oder „ich korrigiere“ (Art. 4.2.1).
- Berührst du König und Turm, musst du auf diese Seite rochieren, wenn es erlaubt ist (Art. 4.4.1).
- Gezogen wird mit einer Hand (Art. 4.1).
Spielt ihr zu Hause, sprecht vorher ab, ob ihr das so streng nehmt – im Verein und Turnier gilt die Regel immer.
Schachuhr und Bedenkzeit
Mit Uhr hat jeder ein eigenes Zeitkonto. Nach deinem Zug drückst du mit derselben Hand deinen Knopf: Deine Uhr stoppt, die des Gegners läuft (Art. 6.2.1 und 6.2.3). Ist deine Zeit abgelaufen, hast du verloren – außer der Gegner könnte dich gar nicht mehr mattsetzen, dann ist es Remis (Art. 6.9).
- Blitzschach: höchstens 10 Minuten je Spieler (Anhang B.1).
- Schnellschach: mehr als 10 und weniger als 60 Minuten je Spieler (Anhang A.1).
- Bei Bedenkzeit mit Zeitgutschrift kommen bei jedem Zug ein paar Sekunden dazu; für die Einteilung zählt dann die Grundzeit plus 60-mal die Gutschrift (Anhang A.1, B.1).
Züge aufschreiben (Notation)
Jedes Feld hat einen Namen aus Linie (Buchstabe a–h, von links nach rechts aus Sicht von Weiß) und Reihe (Zahl 1–8, von unten nach oben) – zum Beispiel e4 (Anhang C.5 bis C.7).
- Ein Zug ist das Kürzel der Figur + Zielfeld: Sf3 heißt „Springer zieht nach f3“. Bauern haben kein Kürzel: e4 heißt „Bauer zieht nach e4“ (Anhang C.8).
- x = schlägt (Lxe5), bei Bauern mit der Startlinie davor (dxe5) (Anhang C.9).
- 0-0 = kurze Rochade, 0-0-0 = lange Rochade, + = Schach, # = Matt, e.p. = en passant (Anhang C.13).
- Umwandlung: Zielfeld + neue Figur, zum Beispiel e8D (Anhang C.11).
- Können zwei gleiche Figuren auf dasselbe Feld, kommt die Startlinie oder Startreihe dazu: Sbd2 (Anhang C.10).
Im Turnier mit langer Bedenkzeit schreibt jeder alle Züge mit (Art. 8.1.1). Im Schnell- und Blitzschach muss niemand mitschreiben (Anhang A.2).
Häufige Irrtümer
- „Man muss ‚Schach‘ ansagen.“ – Nein. Keine Regel verlangt das; das Zeichen „+“ beim Aufschreiben ist sogar freiwillig (Anhang C.13).
- „Patt gewinnt der, der noch Figuren hat.“ – Nein, Patt ist Remis (Art. 5.2.1).
- „Umwandeln geht nur in eine geschlagene Figur.“ – Nein, die Wahl ist frei, zwei Damen sind erlaubt (Art. 3.7.3.4).
- „Aus dem Schach darf man herausrochieren.“ – Nein, im Schach ist die Rochade verboten (Art. 3.8.2.2).
- „Der Turm darf bei der Rochade nicht über ein angegriffenes Feld.“ – Doch. Verboten sind nur angegriffene Felder, die der König betritt oder überquert (Art. 3.8.2.2).
- „Wer schon im Schach stand, darf nicht mehr rochieren.“ – Falsch. Das Recht geht nur verloren, wenn König oder Turm gezogen haben (Art. 3.8.2.1).
- „En passant kann man auch später noch schlagen.“ – Nein, nur im unmittelbar folgenden Zug (Art. 3.7.3.2).
- „Der Bauer darf beim Doppelschritt über eine Figur springen.“ – Nein, beide Felder müssen frei sein (Art. 3.7.2).
- „Der König darf geschlagen werden.“ – Nein. Den König zu schlagen oder den eigenen König im Angriff stehen zu lassen, ist nicht erlaubt (Art. 1.4.1). Die Partie endet vorher mit Matt.
Tipps für die erste Partie
Keine Regeln, sondern bewährte Faustregeln für die Eröffnung (Wikipedia „Eröffnung (Schach)“, „goldene Regeln“; dort mit dem Hinweis, dass es viele Ausnahmen gibt)
- Besetze die Mitte – die Felder d4, d5, e4 und e5 – mit Bauern.
- Bring zuerst die Springer und Läufer ins Spiel.
- Rochiere früh, damit dein König sicher steht.
- Hol Dame und Türme erst danach heraus.
- Zieh in der Eröffnung jede Figur möglichst nur einmal.
Varianten
- Schach960 (auch Fischer-Random-Schach): Die Figuren der hinteren Reihe werden ausgelost – der König steht zwischen den Türmen, die Läufer auf verschiedenen Farben, Schwarz spiegelt Weiß. Sonst gelten die normalen Regeln; nach der Rochade stehen König und Turm auf denselben Feldern wie im normalen Schach (FIDE-Richtlinien II).
Klassiker: Wie das Spiel entstand
- Vorläufer in Indien: Der älteste Vorläufer ist Chaturanga, das spätestens im 6. Jahrhundert in Indien gespielt wurde (Wikipedia „History of chess“; die deutsche Wikipedia nennt als vermuteten Zeitraum das 3. bis 6. Jahrhundert, beide). Die früheste Erwähnung in Sanskrit steht in der Harshacharita des Hofdichters Bana, um 625–640 (Wikipedia „Geschichte des Schachspiels“).
- Über Persien und die arabische Welt: In Persien ist das Spiel ab dem 6. Jahrhundert als Chatrang belegt; nach der arabischen Eroberung des Sassanidenreichs (632–651) blühte es als Schatrandsch auf (Wikipedia „Geschichte des Schachspiels“).
- Nach Europa: Über die Mauren kam das Schach im 9. Jahrhundert nach Spanien, außerdem über Byzanz und die Rus. Im deutschsprachigen Raum wird es um 1050 im lateinischen Versroman Ruodlieb aus dem Kloster Tegernsee erstmals erwähnt (Wikipedia „Geschichte des Schachspiels“).
- Das moderne Schach: Zwischen etwa 1470 und 1490 entstanden im Königreich Valencia die heutigen Regeln mit der starken Dame; ein früher Beleg ist das katalanische Gedicht Scachs d'amor von 1475, ein frühes Lehrbuch das von Luis Ramírez de Lucena von 1497 (Wikipedia „Geschichte des Schachspiels“ und „History of chess“). Vorher zog die Dame nur ein Feld schräg (Wikipedia „Dame (Schach)“).
- Einheitliche Figuren und Wettkämpfe: Die heute üblichen Staunton-Figuren entwarf Nathaniel Cooke 1849; die FIDE übernahm sie 1924 (Wikipedia „Geschichte des Schachspiels“). Die erste offizielle Weltmeisterschaft gewann 1886 Wilhelm Steinitz gegen Johannes Hermann Zukertort (ebd.). Der Deutsche Schachbund wurde 1877 gegründet, der Weltschachbund FIDE am 20. Juli 1924 in Paris (Wikipedia „Geschichte des Schachspiels“; FIDE „About FIDE“).
Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt
- Schach ist das Musterbeispiel des Strategiespiels ohne Glück und ohne verborgene Information: Beide sehen alles, es entscheidet allein das bessere Spiel.
- Es ist als Sport organisiert wie kaum ein anderes Brettspiel: Der Weltschachbund FIDE umfasst 204 nationale Schachverbände (FIDE „About FIDE“), mit festen Regeln für Turniere, Bedenkzeiten und Schiedsrichter (FIDE-Schachregeln Art. 6–12).
- Die Notation mit Feldnamen wie e4 und Kürzeln für die Figuren ist weltweit einheitlich geregelt (FIDE-Schachregeln Anhang C).
Klassiker: Moderne Alternativen
- Onitama – Wenn du an Schach die reinen Duelle ohne Glück magst, aber weniger Zeit hast: 5×5 Felder, und die Zugmöglichkeiten stehen auf Karten, die nach jedem Zug zum Gegner wandern (Eintrag Onitama).
- Hive – Wenn dich am Schach reizt, dass jede Figur anders zieht und am Ende ein König eingekreist wird: Insekten statt Figuren, kein Brett, Ziel ist das Einschließen der Bienenkönigin (Eintrag Hive).
- Santorini – Wenn du Schach-Tiefe mit weniger Regeln suchst: Baumeister ziehen und bauen, wer zuerst auf die dritte Ebene steigt, gewinnt; Götterkarten ändern je eine Grundregel (Eintrag Santorini).
- Go – Wenn du das andere große, uralte Strategiespiel ohne Glück kennenlernen willst.
Ausgaben & Erweiterungen
- Kein Verlagsprodukt: Bretter, Figuren und Schachuhren gibt es von vielen Herstellern. Die Staunton-Form ist im Turnier üblich (Anhang D.1.4.2 erwähnt sie für Bretter für sehbehinderte Spieler).
- Bekannteste Variante: Schach960 (FIDE-Richtlinien II).
Autoren & Verlag
- Art: traditionelles Brettspiel (kein Erfinder, kein Verlag, gemeinfrei; Bretter und Figuren gibt es von vielen Herstellern)
- Verlag: keiner – die Regeln legt der Weltschachbund FIDE fest, in Deutschland übersetzt vom Deutschen Schachbund (DSB)
- 2 Spieler · ab 6 · Dauer frei – mit Schachuhr je nach Bedenkzeit (Blitz, Schnellschach, Turnierschach: Abschnitt „Schachuhr und Bedenkzeit“; FIDE Anhang A und B)
Videos auf YouTube
Die beliebtesten Videos zu Schach, sortiert nach Aufrufen – getrennt nach Sprache des Videos.
DEDeutschsprachige Videos (7)
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- Schach (Brettspiel)/ Anleitung & Rezension / SpieLama
