Rummikub

DE RegelEN Rules
Spieler
2–4
Dauer
60 Min.
Alter
ab 8
Erschienen
1950
Komplexität
Leicht

Rommé mit 106 Zahlensteinen: Wer seine 14 Steine als Gruppen (gleiche Zahl, verschiedene Farben) und Reihen (Zahlenfolge in einer Farbe) loswird, gewinnt – und nach der ersten Auslage von 30 Punkten darf jeder alles auf dem Tisch umbauen (Regelheft).

Rummikub () ist ein Familienspiel für 2–4 Personen ab 8 Jahren und ist 1950 erschienen. Eine Partie dauert 60 Minuten.

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Titelbild: Verlag (jumboplay.com) · Produktseite ↗ · Weitere Bilder: Amazon · bei Amazon ansehen ↗ (Affiliate-Link)

Auf einen Blick

  • Für wen: Familie, Gelegenheitsspieler, generationenübergreifende Runden · laut Nutzerumfrage am besten zu viert (Stand 2026-10-20, Details unter Auszeichnungen)
  • Ähnlich wie: Rommé (Jury-Vergleich: „mehr als nur eine Rommé-Variante“, dazu Mah-Jongg und Domino); Phase 10 (eigener Vergleich: Gruppen und Reihen, aber ohne Umbauen); Qwirkle (eigener Vergleich: Steine nach Farbe oder Form in Reihen).
  • Wissenswert:
    • Spiel des Jahres 1980 – und laut Jury entstand die Idee, weil Spielsteine die Spielkarten-Monopolsteuer umgingen.
    • Ein Joker, der am Ende noch auf dem Brett steht, kostet 30 Minuspunkte (Regelheft).

Klassiker: Wie das Spiel entstand

Rummikub geht auf Ephraim Hertzano zurück, einen in Rumänien lebenden Juden, der laut Opinionated Gamers (Chris Wray, 13.05.2015) Zahnbürsten herstellte. Nach dieser Quelle liebten er und seine Frau Hanna Rommé; weil Spielkarten im Rumänien der 1930er- und 1940er-Jahre verboten gewesen seien, ersetzte er die Karten durch Plastiksteine auf Holzbänkchen. Die Herkunft ist nicht einheitlich überliefert: Pagat verweist auf einen Israel21c-Bericht, der die Idee ins Rumänien der 1940er-Jahre legt, andere Quellen nennen die 1930er. Die Jury Spiel des Jahres schreibt dagegen, das Spiel sei „in den frühen 20er Jahren in Rumänien“ entstanden, weil Steine die Spielkarten-Monopolsteuer umgingen. Das Verbot durch das kommunistische Regime ist damit nicht gesichert.

Nach der Auswanderung nach Israel, Ende der 1940er- oder Anfang der 1950er-Jahre, fertigte Hertzano die Sätze laut Opinionated Gamers von Hand in einer Werkstatt im Hinterhof und verkaufte sie an der Haustür und in Kommission. Die Geschichte, dass die Frau des Komikers Don Rickles ein Spiel kaufte und Rickles im Fernsehen davon schwärmte, steht dort als Familienerzählung („reportedly“). 1978 erschien Hertzanos „Official Rummikub Book“ mit drei Spielweisen; durchgesetzt hat sich die „Sabra“-Regel (Pagat). 1977 soll Rummikub das meistverkaufte Spiel in den USA gewesen sein (Opinionated Gamers). Für Deutschland nennt dieselbe Quelle 1977, die Jury dagegen 1980.

Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt

Rummikub wurde 1980 Spiel des Jahres; die Jury lobte die „solide Aufmachung“, den „hohen Spielwert“ und dass es „Jung und Alt zu fröhlicher Spielgemeinschaft“ vereine (spiel-des-jahres.de). Es zeigt, wie ein traditionelles Kartenprinzip durch Material neu wirkt: Die Steine im Domino-Format schaffen laut Jury Übersicht beim Sortieren und Ablegen. Der eigentliche Kniff ist die gemeinsame Auslage, die jeder umbauen darf.

Laut Opinionated Gamers (2015) produziert Lemada jährlich mehr als vier Millionen Spiele in Israel; insgesamt sollen mehr als 50 Millionen verkauft worden sein. In Deutschland organisiert der Deutsche Rummikub Verband Turniere (Jumbo-Regel 2017).

Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist

  • Erste Auslage als Bremse: Chris Wray (Opinionated Gamers, 2015) „hasst“ die 30-Punkte-Hürde: Er habe schon die halbe Partie lang nur Steine gezogen, während die anderen den Tisch umbauten.
  • Glück und Joker: Wray nennt die Zufälligkeit hoch, besonders zu zweit; ein weiterer Autor der Seite („Larry“, ebenda) sieht einen großen Glücksanteil beim Ziehen und sehr starke Joker.
  • Grübeln und Wartezeit: Weil jeder alles umbauen darf, droht laut Wray „analysis paralysis“, zu viert mit langen Pausen. Die Regel begegnet dem mit einer Minute pro Zug und Strafsteinen.
  • Zurückhalten lohnt: Die Regel selbst rät, Steine zurückzuhalten und anderen den Vortritt zu lassen. Laut „Larry“ (ebenda) führt das bei optimalem Spiel zu zähen Partien.
  • Wenig Interaktion: Wray nennt die Interaktion gering und die Partie „a bit long for what it is“.
  • Was bis heute funktioniert: Die Regel ist laut Wray in unter zwei Minuten erklärt, und das Umbauen der ganzen Auslage sei „immensely satisfying“. Die Steine sind sprachunabhängig und für Jung und Alt geeignet.

Klassiker: Moderne Alternativen

  • Qwirkle – Wenn du an Rummikub das Legen von Steinen nach Farbe und Gleichheit mochtest: Reihen aus einer Farbe oder einer Form, ohne Einstiegshürde und mit Punkten für jede Reihe; Spiel des Jahres 2011.
  • SCOUT – Wenn du an Rummikub Reihen und Gruppen mochtest: Folgen und Mehrlinge aus einer Hand, die man nicht sortieren darf, plus Karten, die man den Gegnern abnimmt; kürzer und mit mehr Interaktion.
  • Azul – Wenn du an Rummikub die Ruhe und das Material mochtest: abstraktes Legespiel mit Fliesen, bei dem jede Wahl auch den Mitspielern etwas lässt oder nimmt; Spiel des Jahres 2018.
  • Abluxxen – Wenn du an Rummikub das Spiel mit Zahlenkombinationen mochtest: Mehrlinge auslegen und unterbotene Karten der anderen übernehmen; rund 20 Minuten.

So wird gespielt

  • Material: 104 Steine 1–13 in Schwarz, Rot, Blau, Orange (je zweimal), 2 Joker, 4 Aufstellbretter.
  • Aufbau: Wer die höchste Zahl zieht, beginnt; jeder nimmt 14 Steine. Rest als verdeckter Pool. Wer drei oder mehr gleiche Paare bekommt, darf neu mischen lassen (Jumbo).
  • Serien: Gruppe = 3–4 Steine gleicher Zahl in verschiedenen Farben; Reihe = 3–13 Steine einer Farbe in lückenloser Folge. Die 1 darf nicht an die 13.
  • Erste Auslage: mindestens 30 Punkte aus eigenen Steinen; dabei weder umbauen noch anlegen noch Joker tauschen. Wer nicht auslegen kann oder will, zieht einen Stein; der Zug ist vorbei.
  • Manipulieren: Danach darf man anlegen und alle Serien auf dem Tisch beliebig umbauen (teilen, Steine versetzen, kombinieren), solange am Zugende nur gültige Serien liegen. Keine Steine zurück aufs Brett.
  • Joker: ersetzt jeden Stein; darf gegen den passenden Stein getauscht werden, muss dann im selben Zug wieder eingesetzt werden. Am Ende 30 Minuspunkte.
  • Zeitlimit: 1 Minute pro Zug; wer überzieht, legt zurück und nimmt 3 Strafsteine.
  • Spielende/Wertung: Wer zuerst alles abgelegt hat, ruft „Rummikub“; die anderen schreiben ihre Reststeine als Minus-, der Gewinner deren Summe als Pluspunkte auf. Ist der Pool leer, gewinnt der niedrigste Rest.
  • Abweichungen: Die englische Lemada-Regel kürt den Sieger nach gewonnenen Spielen (Punkte nur bei Gleichstand); ein gezogener Stein darf erst im nächsten Zug gelegt werden. Die ältere „Sabra“-Regel nennt 2 Minuten pro Zug und 25 Punkte für einen Joker.

Stimmen aus Rezensionen

  • Opinionated Gamers (Chris Wray, „SdJ Re-Reviews #2“, 13.05.2015): opinionatedgamers.com – schnell erklärt, Umbauen der Auslage befriedigend. Kritik: Einstiegshürde, Zufall, Grübelpausen, wenig Interaktion; würde heute wohl nicht mehr Spiel des Jahres.
  • Jury Spiel des Jahres (Rückblick): spiel-des-jahres.de – einfache Grundregel, sinnliches Spiel mit den Steinen, große Variationsbreite. Kritik: keine.

Auszeichnungen

  • Spiel des Jahres 1980 · Gra Roku 1993

Ausgaben & Erweiterungen

  • Erweiterung: „Original Rummikub Ergänzungs-Set für 5 und 6 Spieler“ (die Jumbo-Regel weist darauf hin).
  • Jumbo-Ausgaben laut Amazon: Classic, Kompakt in Metalldose, XXL, Travel Pouch, Rummikub Wort (Buchstabensteine) und „Mein erstes Rummikub“ (Art.-Nr. 03990, ab 4 Jahren, 40 Steine 1–10 mit Sternmünzen, laut Jumbo-Regel).
  • Lemada-Varianten auf rummikub.com: XP für 5–6 Spieler (160 Steine), Travel, Twist, Rummi Xpress.

Autoren & Verlag

  • Autor: Ephraim Hertzano (Rumänien/Israel, † 1987 laut Opinionated Gamers) · Illustration u. a. Micha Hertzano, Michael Rüttinger
  • Verlag (Original): Hertzano bzw. Lemada Light Industries (Israel; Regel: „© 1950“, Marke heute M&M Ventures (2014) Limited, Herstellung Lemada, Arad) · deutsche Ausgabe: Jumbo Spiele „Original Rummikub Classic“ (Art.-Nr. 17571, Regel 2017; Amazon-); außerdem Piatnik DE/HU/CZ/SK 75-Jahre-Ausgabe (2026). Frühere deutsche Ausgaben u. a. Intelli (1980), Otto Maier/Ravensburger (1981, 1985), Jumbo (ab 1986), Noris, Schmidt Spiele

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