Manhattan

Familie▶ 15 Videos🏛 KlassikerStand 21.10.2026
Mitspieler findenNoch keine Stimmen
DE RegelEN Rules
Spieler
2–4
Dauer
45 Min.
Alter
ab 10
Erschienen
1994
Komplexität
Leicht

Vier Runden lang wählt jeder sechs Bausteine mit ein bis vier Stockwerken, spielt je Zug eine Baukarte, die den Bauplatz vorgibt, und stapelt in einer der sechs Städte – wem der oberste Stein gehört, dem gehört der Turm; gewertet werden eigene Türme, Mehrheiten je Stadt und das höchste Gebäude (Regelheft 2017).

Manhattan (Hans im Glück) ist ein Familienspiel für 2–4 Personen ab 10 Jahren und ist 1994 erschienen. Eine Partie dauert 45 Minuten.

Manhattan: AnsichtManhattan: Ansicht

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Auf einen Blick

  • Für wen: Familie und Einsteiger mit Lust auf Konfrontation; auch die Opinionated Gamers sehen es zu viert am stärksten
  • Ähnlich wie: El Grande (Mehrheiten, ein Jahr später beim selben Verlag); Tower Up (Wolkenkratzer stapeln, 2024); Santorini (Bauen in die Höhe)
  • Wissenswert:
    • Der Kartentrick: Jede Baukarte zeigt ein 3×3-Raster mit einem roten Feld. Weil jeder an einer anderen Brettseite sitzt und die Karte zu seiner Seite ausrichten muss, meint dieselbe Karte für jeden einen anderen Bauplatz – nur das Mittelfeld ist für alle gleich (Regelheft 2017; Jury).
    • Ein Turm aus fünf eigenen Stockwerken ist praktisch uneinnehmbar: Der größte Baustein hat nur vier, und man muss nach dem Bauen mindestens gleichziehen (Regelheft 2017; Doug Adams, boardgame.de).
    • Laut Seyfarth (spielbox 4/94, zitiert nach Wikipedia) bot Hans im Glück Sid Sackson wegen der Nähe zu dessen „New York“ an, als Mitautor genannt zu werden – Sackson lehnte ab, die Spiele seien zu verschieden.

Klassiker: Wie das Spiel entstand

  • Der Autor: Andreas Seyfarth war Postamtmann und hatte vor Manhattan drei Auftragsarbeiten für Merchandising-Spiele gemacht (Jury-Rückblick, spiel-des-jahres.de, 03.02.2025). Die Süddeutsche Zeitung nannte ihn 1994 „praktisch unbekannt“ (nach Chris Wray, Opinionated Gamers, 16.07.2015).
  • Die Idee: Schon gegen Ende seiner Schulzeit wollte Seyfarth auf dem Spielplan die Viertel einer Stadt entwickeln (Jury-Rückblick). Laut seinem Interview in der spielbox 4/94 (Edwin Ruschitzka, S. 17–19, zitiert nach der deutschen Wikipedia) hieß der Prototyp „Spekulant“ und drehte sich wie Monopoly ums Geldverdienen. Verlagsinhaber Bernd Brunnhofer suchte ein Bauspiel, das sich von Sid Sacksons später bei Piatnik erschienenem „New York“ unterscheidet – das ging ihm wie „Acquire“ zu sehr in die Breite statt in die Höhe (spielbox nach Wikipedia). Seyfarth richtete sein Spiel aufs Hochziehen von Häusern aus; die erste Fassung von 1993 trug bereits den Arbeitstitel Manhattan und gefiel im Verlag wegen ihrer Dreidimensionalität und ihres einfachen Ablaufs (Jury-Rückblick; Wikipedia). Seyfarth 2010 (Brettspillguiden, 20.04.2010): Bei ihm steht das Thema am Anfang – die Wolkenkratzer von Manhattan „mussten in die dritte Dimension steigen“ (sinngemäß).
  • Der Verlag: Hans im Glück war 1994 ein Münchner Kleinverlag des gebürtigen Österreichers Bernd Brunnhofer; Manhattan war nach „Drunter & Drüber“ (1991) sein zweites Spiel des Jahres (Jury-Rückblick; Regelheft 2017, S. 4).
  • Ausgaben: Erstausgabe 1994 mit 96 Bauteilen und gelbem Startspielerstein (luding.org); 1994 französisch (Ludodélire), 1995 finnisch (Nelospelit) (luding.org); 1996 US-Ausgabe von Mayfair mit kleinerem Brett und New Yorker Stadtteilen statt Weltstädten, 2007 Nachdruck von Rio Grande (Opinionated Gamers; Doug Adams). Neuauflage 2017 mit Grafik von Jacqui Davis, Spielertableaus und 100 Bausteinen, angestoßen von Kevin Kichan Kim, Gründer des koreanischen Verlags Mandoo Games (Regelheft 2017, S. 4; Verlagsankündigung im spielen.de-Forum, 20.08.2017).

Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt

  • Spiel des Jahres 1994 aus einer Nominierungsliste von nur sieben Spielen, vor „6 nimmt!“ auf Platz 2 (Jury-Rückblick); dazu Deutscher Spielepreis 1994, Platz 3 (Preisliste). Die Jury lobte Originalität, ein „schlankes, leicht verständliches Regelwerk“ und ein „hohes Maß an Interaktion“; das Kartenglück verhindere eine „Denkorgie“ (Jury-Rückblick). Manhattan wurde sofort ein Bestseller, der Verkauf zog nach dem Preis weiter an (Opinionated Gamers, ohne Zahlen).
  • Weitere Preise: Årets Spel 1995 (Schweden, Familienspiel), Vuoden Peli 1995 (Finnland, Familienspiel), Finalist Juego del Año 2019 (deutsche Wikipedia; superfred.de).
  • Seyfarths Bestseller: 2006 nannte Seyfarth gegenüber Tom Vasel Manhattan sein meistverkauftes Spiel, noch vor „Puerto Rico“ (nach Opinionated Gamers). Mit „Puerto Rico“ (2002) und dem Spiel des Jahres „Thurn und Taxis“ (2006, mit Karen Seyfarth) wurde er einer der bekanntesten deutschen Autoren.
  • Hans im Glück als Preisträger-Verlag: zweites von sechs Spielen des Jahres des Verlags, es folgten „El Grande“ (1996), „Carcassonne“ (2001), „Thurn und Taxis“ (2006), „Dominion“ (2009) (reich-der-spiele.de).
  • Mechanisch: Chris Wray nennt Manhattan einen „cleveren und zugänglichen Einstieg“ ins Mehrheitenspiel mit Einfluss auf viele spätere Spiele. Edwin Ruschitzka (spielbox 4/94, nach Wikipedia): Auszeichnung „völlig zu Recht“, „das intelligente Klötzchen-Schichten“ sei hervorragend ausgestattet und mache viel Spaß.

Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist

  • Ärgerspiel mit Königsmacher: Patrick Brennan (Opinionated Gamers, 16.07.2015) sieht hinter dem Städtethema ein „gemeines Take-that-Spiel mit Königsmacher-Effekt“, das weder für Familien noch für Vielspieler funktioniere; Larry Levy findet es „abstrakter, chaotischer und glücksgetriebener“ als ihm lieb ist. Chris Wray selbst: zu dritt gewinnt, wer Konflikte meidet, die Zwei-Spieler-Regel mit zwei Farben sei „etwas hakelig“.
  • Kartenglück: superfred.de (7 von 10, 24.02.2005): „Für Strategen ist der Glücksfaktor beim Nachziehen der Karten zu hoch“; das Spiel könne sich „nach über 10 Jahren gegen aktuelle Spiele nicht mehr behaupten“. Das Regelheft bestätigt den Mechanismus: vier Handkarten, nach jedem Zug wird blind nachgezogen.
  • Wackelige Türme: superfred.de ärgert sich über Hochhäuser der Erstausgabe, die „ab einer gewissen Höhe einfach umfallen“.
  • Seit 1994 überholt: Laut Wray ist „El Grande“ das einflussreichere Mehrheitenspiel, „Torres“ (Spiel des Jahres 2000) das höher bewertete 3-D-Bauspiel und „Capitol“ (Empfehlungsliste 2001) mechanisch interessanter. Doug Adams (boardgame.de) findet die Züge „ziemlich offensichtlich“: wenn möglich, auf einen Mitspieler bauen.
  • Was bis heute funktioniert: Die Jury lobt mehrere kleine Spannungsbögen durch die Zwischenwertungen, bei denen meist jeder bis zuletzt eine Siegchance behält (Jury-Rückblick). Wray kennt „kein Spiel, das Manhattan mit so zugänglichen Regeln nachbildet“; zu viert sei es „unglaublich spaßig“, die wachsende Skyline Teil des Reizes. Greg Schloesser (Opinionated Gamers) spielt es noch „ein paar Mal im Jahr“.

Klassiker: Moderne Alternativen

  • Tower Up – Wenn du an Manhattan das Stapeln von Wolkenkratzern mochtest: Jedes neue Gebäude erhöht die Nachbargebäude mit, Dächer bringen die Punkte, niemand übernimmt fremde Türme; 2–4 Spieler, 30–45 Min., ab 8 (Pegasus 2024).
  • El Grande – Wenn du an Manhattan die Mehrheitenwertung mochtest und mehr Tiefe willst: Caballeros in spanische Regionen setzen, mit Machtkarten um die Zugreihenfolge ringen, Wertung nach Runde 3, 6 und 9; Spiel des Jahres 1996, 2023 als „El Grande 2.0“ neu aufgelegt, 2–5 Spieler, ab 12.
  • Santorini – Wenn du an Manhattan das Bauen in die Höhe mochtest, aber zu zweit spielst: Baumeister ziehen und daneben ein Stockwerk setzen, wer auf Ebene 3 hinaufzieht, gewinnt; Götterkarten ändern je eine Grundregel; 20 Min., ab 8, Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2018.
  • Akropolis – Wenn du an Manhattan das Übereinanderbauen mochtest, aber ohne Ärgern: Jeder baut seine eigene antike Stadt aus Dreier-Plättchen in die Höhe, höhere Viertel zählen mehr; 1–4 Spieler, 20–30 Min., ab 8, Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2023.
  • New York 1901 – Wenn du an Manhattan das New-York-Thema mochtest: Grundstücke in Lower Manhattan per Karte kaufen, Wolkenkratzer in Bronze, Silber und Gold setzen, eigene Gebäude für höhere abreißen; Straßen-Mehrheiten bringen Bonuspunkte; 2–4 Spieler, 30–60 Min., ab 8.

So wird gespielt

  • Material: Spielbrett (6 Städte mit je 9 Baufeldern, Zählleiste), 45 Baukarten (5 je Sorte), 4 Spielertableaus, 100 Bausteine (je 25 in Orange, Blau, Gelb, Lila: 3× vier Stockwerke, 4× drei, 6× zwei, 12× eins), 1 schwarzer Startspielerstein.
  • Aufbau: Tableau und 25 Bausteine je Farbe, ein 1er-Baustein als Zählstein auf Feld 0. Der älteste Spieler ist Startspieler, mischt und gibt jedem 4 Baukarten, Rest verdeckt als Nachziehstapel. Jeder muss an einer anderen Seite des Spielbretts sitzen.
  • Runde (4 insgesamt): 1. Auswahl: reihum ab Startspieler wählt jeder nach Blick auf seine Karten 6 beliebige Bausteine aus dem Vorrat auf sein Tableau – nur diese stehen in der Runde zur Verfügung. 2. Bauphase: reihum je ein Zug, bis alle 6 Bausteine verbaut sind. 3. Wertung.
  • Zug: 1 Baukarte offen ablegen, Oberkante zur eigenen Brettseite – sie zeigt so für jede Stadt einen eindeutigen Bauplatz. Dann 1 Baustein vom Tableau in eine frei gewählte Stadt auf genau diesen Bauplatz: auf ein leeres Feld, ein eigenes oder ein fremdes Gebäude; bei fremden muss man nach dem Bauen mindestens so viele Stockwerke im Gebäude haben wie der bisherige Besitzer. Besitzer ist, wessen Baustein oben liegt. Danach 1 Karte nachziehen; leerer Stapel wird aus den ausgespielten Karten neu gemischt.
  • Wertung: 3 Punkte für das höchste Gebäude des Bretts (Gleichstand: niemand); 2 Punkte je Stadt für die alleinige Mehrheit an Gebäuden (geteilt: niemand); 1 Punkt je eigenes Gebäude. Startspielerstein weitergeben, Handkarten behalten.
  • Spielende: nach der Wertung der 4. Runde. Gleichstand: höheres Gebäude, dann mehr Städtemehrheiten, sonst mehrere Gewinner.
  • 3 Spieler: je Runde 4 Bausteine, 6 Runden. 2 Spieler: jeder führt 2 Farben, wählt je Runde 4 Bausteine je Farbe, 6 Runden, baut im Zug eine Farbe nach Wahl; Farben getrennt gewertet, Punkte mit einem Zählstein addiert.
  • Hausregeln (inoffiziell): „Godzilla“/„Baby Monster“-Variante der Mayfair-Ausgabe, bei der ein Monster Gebäude zerstört (Doug Adams; Opinionated Gamers; superfred.de empfiehlt sie).

Stimmen aus Rezensionen

  • Jury Spiel des Jahres (1994; Rückblick 03.02.2025): originell, schlankes Regelwerk, viel Interaktion; nach der ersten Runde wirke es „noch etwas mager“, werde dann zum „erbitterten Kampf“ um Türme, Mehrheiten und jedes Haus.
  • Opinionated Gamers (Chris Wray u. a., 16.07.2015): Wray „I like it“ – zugängliches Mehrheitenspiel, zu viert hervorragend. Kritik: zu zweit hakelig, zu dritt Königsmacher; Brennan und Levy: Take-that, chaotisch, glücksgetrieben.
  • superfred.de (7/10, 24.02.2005): einfache Regeln, taktisch vor allem als Letzter der Runde, weil man die Bausteine der anderen kennt. Kritik: Kartenglück, Hürden bei Bauregel und Wertung, wackelige Türme.
  • boardgame.de (Doug Adams): „Recommended“ – sehr einfach, großer Reiz für Nichtspieler. Kritik: Züge oft offensichtlich.

Auszeichnungen

  • Spiel des Jahres 1994 (Gewinner) · Deutscher Spielepreis 1994, Platz 3 (Preislisten spiel-des-jahres.de / Deutscher Spielepreis) · außerdem Årets Spel 1995, Vuoden Peli 1995 (je Familienspiel), Juego del Año 2019 Finalist
  • Rang: von der API nicht geliefert · Umfrage Alter 8+ · keine sprachabhängigen Texte

Ausgaben & Erweiterungen

  • Deutsche Ausgaben: Hans im Glück 1994 (Erstauflage), 1994 (zweite Auflage mit Spiel-des-Jahres-Logo), 2017 (Neuauflage). Vertrieb über Schmidt Spiele (Regel „Manhattan48105D.pdf“ ehemals auf schmidtspiele.de laut Wikipedia-Beleg; Thalia nennt für die Ausgabe vom 23.10.2017 „Hersteller: Schmidt Spiele“, Suchtreffer 2026-10-21).
  • Weitere Ausgaben: Ludodélire 1994, Nelospelit 1995 (luding.org); Mayfair Games 1996, Rio Grande Games 2007 (Opinionated Gamers); Mandoo Games und FoxMind 2017/2018 (Dized; Händlerangabe „2018 edition“); außerdem u. a. 999 Games, Arclight, FoxGames, Mercurio, Tactic.
  • Erweiterungen: „Manhattan: Promo Cards Mini-Expansion“ und „Manhattan: Festival en Manhattan“. Keine eigenen Einträge. the-manhattan-project.md ist ein anderes Spiel.

Autoren & Verlag

  • Autor: Andreas Seyfarth · Illustration der Neuauflage 2017: Jacqui Davis (Regelheft 2017, S. 4); Erstausgabe u. a. Ramon Mascarenas, Monika Mucha, Zeilbeck & Natzeck Design Company
  • Verlag: Hans im Glück (1994) · deutsche Ausgabe = Original: Hans im Glück 1994 und Neuauflage mit neuer Grafik 2017 (© 2017 Hans im Glück, Regelheft S. 4). Lieferbarkeit am 2026-10-21 nicht prüfbar (hans-im-glueck.de nicht erreichbar); Asmodee-Vertriebsliste und Milan-Spiele führen kein Manhattan – vermutlich vergriffen.

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