Das Spiel des Lebens

The Game of Life
DE RegelEN Rules
Spieler
2–6
Dauer
60 Min.
Alter
ab 8
Erschienen
1960
Komplexität
Einsteiger

Ihr dreht am Rad und fahrt mit euren Autos vom Start bis in den Ruhestand. Unterwegs wählt ihr Hochschule oder Beruf, heiratet, gründet eine Familie, kauft Häuser und legt Geld an. Wer am Ende am meisten Geld hat, gewinnt (Regelheft).

Das Spiel des Lebens () ist ein Familienspiel für 2–6 Personen ab 8 Jahren und ist 1960 erschienen. Eine Partie dauert 60 Minuten.

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Titelbild: Verlag (instructions.hasbro.com) · Produktseite ↗ · Weitere Bilder: Amazon · bei Amazon ansehen ↗ (Affiliate-Link)

Auf einen Blick

  • Für wen: Familie, Kinder ab 8
  • Ähnlich wie: CV (ebenfalls ein Lebenslauf, aber mit Würfeln und Kartenkauf) · Tokaido (Reise auf einer Strecke ohne Würfel)
  • Wissenswert:
    • Das Vorbild erschien schon 1860: Milton Bradley verkaufte in einem Winter 40.000 Exemplare von „The Checkered Game of Life“ (International Directory of Company Histories bei encyclopedia.com).
    • Statt Würfeln gibt es eine Drehscheibe, und 1960 war der dreidimensionale Spielplan eine Neuheit (The Strong).
    • Das Spiel war das Geburtstagsgeschenk des Verlags an sich selbst: zum 100-jährigen Bestehen von Milton Bradley (The Strong).

Klassiker: Wie das Spiel entstand

Milton Bradley gründete 1860 mit 24 Jahren in Springfield (Massachusetts) eine Lithografie-Firma. Ein Porträt des noch bartlosen Abraham Lincoln verkaufte sich gut, bis Lincoln sich einen Bart wachsen ließ und Bradley auf Tausenden Drucken sitzen blieb. Im selben Winter wurde sein Brettspiel „The Checkered Game of Life“ zur Mode: 40.000 Exemplare (International Directory of Company Histories bei encyclopedia.com: encyclopedia.com). Auch das Museum The Strong datiert das Spiel auf 1860 (toyhalloffame.org).

Zum 100. Firmenjubiläum beauftragte Milton Bradley den Erfinder Reuben Klamer. Er übernahm den Namen „Life“, entwarf aber ein völlig neues Spiel mit dreidimensionalem Plan und eingebauter Drehscheibe. Für die Werbung engagierte der Verlag den Radio- und Fernsehmoderator Art Linkletter (The Strong). 1960 kam „The Game of Life“ heraus (The Strong; Nachruf People of Play, 14.09.2021: peopleofplay.com). Den Prototyp gestaltete der Spieleautor Bill Markham, den Klamer dafür geholt hatte (Stanford Copyright and Fair Use Center: fairuse.stanford.edu). Markhams Firma klagte um Rechte und verlor: Ein US-Bezirksgericht entschied im Januar 2019, das Spiel sei eine Auftragsarbeit („work for hire“) (Bloomberg Law). Das Berufungsgericht bestätigte das im Juni 2021 (World IP Review, 16.06.2021).

Deutschland: Als „Spiel des Lebens“ erschien es 1980 bei MB (Luding; superfred.de). 1991 wurde das US-Spiel überarbeitet und belohnte nun gute Taten wie Recycling oder Hilfe für Obdachlose (The Strong).

Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt

  • Verbreitung: Laut dem Nachruf auf Klamer wurden über 70 Millionen Exemplare verkauft, in 59 Ländern und 26 Sprachen. In Japan sei „Jinsei“ seit über 50 Jahren das meistverkaufte Spiel (People of Play 2021). The Strong zählt es zu den meistverkauften Spielen überhaupt, mit mindestens 20 Sprachen.
  • Auszeichnungen: National Toy Hall of Fame 2010 (The Strong). 1981 wurde es in die Archives of Family Life der Smithsonian Institution aufgenommen (People of Play).
  • Material: Plastikaufbauten und die eingebaute Drehscheibe waren laut The Strong 1960 Neuland für Brettspiele.
  • Das Leben als Spielthema: Ausbildung, Beruf, Heirat, Kinder und Ruhestand auf einem Spielplan wurden zum Vorbild für viele Lizenzausgaben (siehe Editionen).

Klassiker: Warum es heute aus der Zeit gefallen ist

  • Fast reines Glück: The Strong selbst schreibt, das Spiel werde seit Jahren kritisiert, weil es „solely on luck“ beruhe und Risiko belohne. Brettspiele-Report nennt es „ein reines Glücksspiel“, der Spieler könne „fast gar keinen Einfluss“ nehmen. Spieletest.at (08.01.2001): „zu sehr vom Glück beim Ziehen abhängig“.
  • Scheinentscheidungen: Heirat und Familienzuwachs kosten je 50.000, jeder Stift bringt am Ende 50.000 zurück (Regelheft). Viel echte Wahl bleibt nur bei Hochschule oder Beruf, Häusern, Geldanlage und Vorruhestand (Herleitung aus dem Regelheft).
  • Nur Geld zählt: Es gewinnt das größte Vermögen. Spieletest.at hätte sich andere Siegkriterien gewünscht, etwa Kinder oder gute Taten.
  • Wenig Miteinander: Gespielt wird vor allem nebeneinander. Gemeinsam sind nur Aktionskarten und Geldanlagen (Regelheft). Wer früh im Ruhestand ist, wartet auf die anderen.
  • Was bis heute funktioniert: Die Lebensgeschichte versteht jedes Kind, und Drehscheibe und Autos mit Stiften machen Spaß. Kinder begeistern sich laut Brettspiele-Report für die Story und den Glücksfaktor. Für The Strong gehört es zum Familienabend dazu.

Klassiker: Moderne Alternativen

  • CV – Wenn du am Spiel des Lebens den Lebenslauf von der Kindheit bis ins Alter mochtest: Ihr kauft mit Würfelergebnissen Karten für Gesundheit, Beziehungen, Wissen, Besitz und Arbeit und verfolgt geheime Lebensziele. Ihr plant mehr, Pech gibt es trotzdem (2–4 Spieler, 60 Min.).
  • Village – Wenn du am Spiel des Lebens die Familiengeschichte mochtest: Ihr lenkt eine Familie über Generationen, und jede Aktion kostet Lebenszeit. Wer stirbt, kommt mit Glück in die Dorfchronik. Ein Kennerspiel (Kennerspiel des Jahres 2012).
  • Tokaido – Wenn du am Spiel des Lebens die Reise auf einer festen Strecke mochtest: Ohne Würfel und Drehscheibe ist immer der Hinterste am Zug und wählt selbst, wie weit er zieht. Punkte bringen Erlebnisse statt Geld (2–5 Spieler).
  • Camel Up – Wenn du am Spiel des Lebens das Glück und das Wetten auf Geld mochtest: Ihr wettet auf ein chaotisches Kamelrennen. Das Glück gehört dazu, aber wann man wettet, ist eine echte Entscheidung (3–8 Spieler, 30–45 Min.).

So wird gespielt

  • Material: Spielplan mit Drehscheibe, 90 Karten (55 Aktion, 20 Beruf, 11 Haus, 4 Geldanlage), 4 Autos, 36 Stifte, Spielgeld.
  • Aufbau: Ein Bankhalter verwaltet das Geld und vergibt Kredite. Jeder setzt seinen Stift ins Auto und wählt: Hochschulweg (100.000 Studiengebühr, später besser bezahlte Berufe mit Diplom) oder Berufsweg (sofort 1 von 2 Berufskarten ohne Diplom).
  • Zug: drehen, so viele Felder ziehen, Feld ausführen. Auf Stoppfeldern endet der Zug: Examensprüfung (1–2 durchgefallen, sonst 1 von 4 Berufen), Heirat?, Familienzuwachs?, Midlife-Crisis (Rot oder Schwarz entscheidet den Weg), Vorruhestand?
  • Felder: Zahltag beim Überqueren (Bonusgehalt, wenn man direkt landet) · Aktionskarte · Stift für Freund, Haustier, Baby (Zwillinge: 2) · Beruf tauschen · Haus kaufen (1 von 2 Karten) oder verkaufen (Rot/Schwarz bestimmt den Preis) · Geldanlage: 50.000 auf eine Zahl setzen, jedes Mal, wenn sie gedreht wird, steigt die Auszahlung von 10.000 bis 50.000.
  • Kredite: je 50.000 ein Schuldschein, zurückzahlen mit 60.000.
  • Ruhestand: Bonus 200.000/100.000/50.000/10.000 nach Reihenfolge. Man nimmt weiter an Aktionskarten und Geldanlagen teil.
  • Ende: wenn alle im Ruhestand sind: Häuser per Drehscheibe verkaufen, 50.000 je Stift, 60.000 je Schuldschein abziehen, Bargeld zählen. Gleichstand: wer zuerst im Ruhestand war.
  • Unterschied DE/EN: Die deutsche Regel zählt den eigenen Fahrerstift mit („einschließlich deines eigenen Fahrerstifts“), die englische ausdrücklich nicht („not including your own peg“).

Stimmen aus Rezensionen

  • Brettspiele-Report (ältere MB-Ausgabe, ohne Datum): einfach und schnell erklärt, ein „reines Glücksspiel“ mit fast immer gleichem Ablauf. Deshalb vor allem ein Kinder- und Familienspiel.
  • Spieletest.at (08.01.2001): netter Spielplan, aber zu sehr vom Glück abhängig. Als einziges Ziel zählt Geld.
  • The Strong (2010): Gelobt wird das Familienspiel mit Lebensgeschichte, kritisiert der hohe Glücksanteil.

Auszeichnungen

  • Auszeichnungen: National Toy Hall of Fame 2010 (The Strong).

Ausgaben & Erweiterungen

  • Hasbro Deutschland, mit deutscher Anleitung in Hasbros Anleitungsdatenbank (instructions.hasbro.com, 2026-10-20): Spiel des Lebens F0800, ältere Ausgabe 14529, Spiel des Lebens Banking (A6769), Spiel des Lebens Junior (B0654, E6678).
  • Laut Amazon-Listings außerdem: „mit Haustieren“ (E4304, 2019), Super Mario (E9488), Ich – Einfach unverbesserlich (A9016), Barbie Edition (G1015, 2025).
  • Spiel des Lebens – Generation Now (MB 2007, Nachfolger laut Luding, US-Titel „Twists and Turns“ laut boardgame.de).

Autoren & Verlag

  • Autoren: Reuben Klamer, Bill Markham · Illustration: David Bracken
  • Verlag (Original): Milton Bradley, USA 1960 (The Strong) · deutsche Ausgabe: zuerst MB Spiele 1980 (Luding; superfred.de), heute Hasbro Gaming, Art.-Nr. F0800 („Das Spiel des Lebens“, Regel © 2021, Code 0620F0800100; bei Amazon als F0800100 seit 08.08.2021)

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