San Marco

Spieler
3–4
Dauer
75 Min.
Alter
ab 10
Erschienen
2001
Jahrgang
2000/2001
deutsch seit Januar 2001
Komplexität
Mittel
Mitspieler findenNoch keine StimmenSei der Erste – +5 Punkte

Auf dem Stadtplan von Venedig kämpfen vier Adelsfamilien um Mehrheiten in sechs Stadtteilen; die Karten dafür verteilt das Spiel nach dem Prinzip „Du teilst, ich wähle“, und wer die Karten aufteilt, bekommt den Rest.

San Marco () ist ein Familienspiel für 3–4 Personen ab 10 Jahren und ist 2001 erschienen. Eine Partie dauert 75 Minuten.

Auf einen Blick

  • Für wen: Familien mit Spielerfahrung und Freunde von Mehrheitenspielen (die Jury nennt es ein Spiel für „Macht und Einfluss in Venedig“)
  • Ähnlich wie: El Grande – Rezensionen nennen es wegen der Gebietswertung (erster und zweiter Platz bekommen Punkte) und der Holzwürfel als Verwandten; ein Fan-Kommentar widerspricht dem Vergleich (Vergleich nicht aus dem Heft, nicht im Bestand geprüft).
  • Wissenswert: Wer die Karten in zwei Stapel aufteilt, bekommt den schlechteren zurück – und ein Stapel mit starken Karten ist oft mit Limitkarten „vergiftet“; Spiel des Jahres 2001: Empfehlungsliste, Deutscher Spielepreis 2001: Platz 7.

So wird gespielt

Regeln in eigenen Worten von boardgamez.de – keine offizielle Spielregel. Maßgeblich ist die Spielregel des Verlags.

Das Ziel in einem Satz

Du willst am Ende die meisten Prestigepunkte haben – dazu bringst du deine Adligen in die sechs Stadtteile Venedigs und hoffst, dass der Doge dort wertet, wo du vorn liegst.

Aufbau

  • Jeder Spieler erhält die 25 Adligen (Holzwürfel) und die 2 Prestigesteine seiner Farbe. Ein Prestigestein kommt auf die 0 der Zählleiste und zeigt deine Punkte, der zweite wird für die Rollentafel gebraucht. (Superfred)
  • Ein Markierungsstein auf der Durchgangsleiste („Sonnenuhr“) zeigt den laufenden von insgesamt 3 Durchgängen. Aktionskarten und Limitkarten werden getrennt gemischt und bilden zwei Nachziehstapel. Doge, Würfel und Brücken liegen bereit. (Superfred)
  • Zufällige Startaufstellung: Jeder würfelt viermal und setzt für jeden Wurf zwei seiner Adligen in den Stadtteil mit der gewürfelten Zahl. (Superfred, Irongames)
  • Danach stellt jeder reihum eine Brücke zwischen zwei Stadtteile und markiert sie mit einem eigenen Adligen als Besitzer. Zwischen zwei Stadtteilen dürfen höchstens 3 Brücken stehen. (Superfred, Spielphase)
  • Jeder der sechs Stadtteile trägt zwei Zahlen: die Punkte für den stärksten und für den zweitstärksten Spieler bei einer Wertung. (Irongames)

So läuft eine Runde ab

Ein Spiel hat 3 Durchgänge, jeder besteht aus mehreren Runden.

  1. Rollen vergeben (4 Spieler): Der Startspieler ist der erste Verteiler. Er lost aus den Prestigesteinen der anderen den ersten Entscheider, den zweiten Verteiler und den zweiten Entscheider aus; die Steine kommen auf die Rollentafel. (Kurzregel, Superfred)
  2. Angebote bilden: Jeder Verteiler zieht 5 Aktionskarten und 3 Limitkarten und teilt sie verdeckt in zwei Angebote mit je mindestens einer Karte. Wie viele Karten in welches Angebot kommen, ist frei. (Kurzregel, Superfred)
  3. Wählen: Der Verteiler deckt seine Angebote auf, sein Entscheider nimmt eines; das andere behält der Verteiler. Das läuft für beide Paare. (Kurzregel, Irongames)
  4. Ausspielen in fester Reihenfolge: erster Entscheider, erster Verteiler, zweiter Entscheider, zweiter Verteiler. Wer an der Reihe ist, legt zuerst alle Limitkarten seines Angebots offen vor sich und führt dann alle Aktionskarten in beliebiger Reihenfolge aus. (Kurzregel, Superfred)
  5. Die Aktionskarten:
    • Gebietskarte: Du setzt einen Adligen aus deinem Vorrat in das gezeigte Stadtgebiet; über eine eigene Brücke darfst du ihn sofort in ein angrenzendes Gebiet weiterziehen lassen.
    • Brückenkarte: Du bringst eine Brücke ins Spiel und markierst sie mit einem eigenen Adligen. Sind keine Brücken mehr im Vorrat, nimmst du die Brücke eines Mitspielers (dessen Adliger geht zurück) und setzt sie neu, wieder mit höchstens 3 Brücken zwischen zwei Gebieten.
    • Überläuferkarte: Du nimmst einen Adligen eines Mitspielers aus einem Gebiet deiner Wahl und setzt dort einen eigenen ein.
    • Verbannungskarte: Du nennst ein Gebiet und würfelst; so viele Adlige müssen das Gebiet verlassen. Du entscheidest, welche. Gibt es zu wenige fremde Adlige, trifft es auch eigene.
    • Dogenkarte: Der Doge wird beim ersten Mal in ein Gebiet deiner Wahl gestellt, danach zieht er über Brücken (beliebig weit). Eigene Brücken sind frei, über fremde Brücken zahlst du dem Besitzer einen Prestigepunkt. Im Zielgebiet wird sofort gewertet, auch wenn es dir nichts nützt. (Kurzregel, Superfred, Irongames, FAIRspielt; die Höhe des Brückenzolls ist in den Quellen nicht einheitlich, siehe Offene Punkte)
  6. Gebietswertung: Wer dort die meisten Adligen hat, bekommt die höhere Zahl des Gebiets, wer die zweitmeisten hat, die niedrigere. Bei Gleichstand bekommen die Beteiligten die Punkte des nächst niedrigeren Rangs: Teilen sich zwei den ersten Platz, erhalten beide den Wert für Platz 2; Teilen sie sich Platz 2, gibt es keine Punkte dafür. (Kurzregel, Superfred)
  7. Limit prüfen: Wer 10 oder mehr Limitpunkte offen vor sich hat, spielt in diesem Durchgang nach dieser Runde nicht mehr mit. Haben noch mindestens 2 Spieler weniger als 10, spielen sie genau eine weitere Runde; sonst endet der Durchgang sofort. Bei nur noch 3 Spielern gibt es einen Verteiler (6 Aktions- und 4 Limitkarten, aufgeteilt in 3 Angebote) und zwei Entscheider, bei nur noch 2 Spielern teilen sie 5 Aktions- und 3 Limitkarten in 2 Angebote. (Kurzregel, Superfred, Irongames)
  8. Weiter: Ist der Durchgang nicht zu Ende, wechselt der Startspieler im Uhrzeigersinn und es geht mit Schritt 1 weiter.
  9. Spiel zu dritt: Es gibt einen Verteiler und zwei Entscheider. Der Verteiler zieht 6 Aktions- und 4 Limitkarten und bildet 3 Angebote; der erste Entscheider wählt eines, der zweite wählt aus den zwei übrigen, der Verteiler bekommt das letzte. (Irongames, Spielphase)

Ende eines Durchgangs

  • Jeder Spieler mit weniger als 10 Limitpunkten bekommt so viele Prestigepunkte, wie ihm zum höchsten Limitwert aller Spieler fehlen. (Kurzregel, Spielphase)
  • Der Spieler mit den wenigsten Limitpunkten führt zusätzlich eine Verbannung durch (wie eine Verbannungskarte, ohne Karte). Bei Gleichstand an der Spitze gibt es keine Verbannung. (Kurzregel)
  • Alle geben ihre Limitkarten ab, alle Karten werden neu gemischt, der Markierungsstein rückt ein Feld weiter. (Kurzregel, Spielphase)

Spielende und Wertung

  • Nach dem dritten Durchgang werden alle sechs Stadtteile noch einmal gewertet. Wer die meisten Prestigepunkte hat, gewinnt. Bei Gleichstand gewinnt, wer mehr Adlige im Stadtteil „San Marco“ hat. (Kurzregel, Superfred, Spielphase)

Beispiel

Angenommen, ein Stadtteil bringt 6 Punkte für den Ersten und 3 für den Zweiten. Du hast dort 4 Adlige, Anna 3 und Ben 1. Du spielst eine Dogenkarte und ziehst den Doge über zwei Brücken ins Gebiet: Eine gehört dir, die andere Ben, ihm zahlst du einen Prestigepunkt. Dann wird gewertet: Du bekommst 6, Anna 3, Ben nichts. Hätten du und Anna beide 4 Adlige, bekämen beide 3 Punkte (Platz 2), und der Dritte nichts. Das Beispiel ist frei gewählt (die Zahlen des Spielplans sind hier nicht belegt) und zeigt nur die Wertung.

Häufige Irrtümer

  • „Der Verteiler sucht sich das bessere Angebot aus.“ Nein, der Entscheider wählt zuerst; der Verteiler bekommt das übrige.
  • „Limitkarten sind harmlos.“ Nein, ab 10 Limitpunkten ist deine Teilnahme am Durchgang vorbei; die Mitspieler spielen weiter.
  • „Gewertet wird am Ende jeder Runde.“ Nein, nur wenn jemand eine Dogenkarte spielt, am Ende des Spiels dazu einmal alle Gebiete.
  • „Der Doge darf überall hin.“ Nein, außer beim ersten Einsatz zieht er nur über Brücken, und fremde Brücken kosten Punkte.
  • „Bei Gleichstand im Gebiet bekommen alle den vollen Wert.“ Nein, es gilt der Wert des nächst niedrigeren Rangs.

Stimmen aus Rezensionen

  • Jury Spiel des Jahres (spiel-des-jahres.de, 2001): Ein Quäntchen Glück gehöre dazu, doch größeren Einfluss haben die eigenen Entscheidungen der Spieler; gute Karten bringen meist hohe Limitkarten mit.
  • Superfred (superfred.de, 2005): 7 von 10 Punkten; besonders interessant sei die Kartenverteilung mit zwei Angeboten, dazu ein „nicht zu unterschätzender Ärgerfaktor“; der Zufall der Kartenverteilung gleiche sich über das Spiel meist aus.
  • Irongames (irongames.de, 2017): Der Reiz liege im Bilden der Stapel, das Mehrheitenspiel selbst sei eher Durchschnitt; zu dritt ausgewogener als zu viert, Verbannungskarten empfand der Tester als zu stark.

Auszeichnungen

  • Auszeichnungen: Spiel des Jahres 2001 – Empfehlungsliste (Jury Spiel des Jahres); Deutscher Spielepreis 2001 – Platz 7 (Kulkmann's Gamebox); International Gamers Award 2002 – Multiplayer, Hauptpreis (Superfred).

Ausgaben & Erweiterungen

  • Eine Ausgabe: Ravensburger 2001. Der Verlag liefert das Spiel laut Auslieferungsankündigung ab Januar 2001 aus (Quelle siehe Offene Punkte).
  • Vergriffen: Die Produktseite bei Ravensburger gibt es nicht mehr (Adresse leitet auf die Startseite); spiele-check.de führt es als nicht mehr produziert, Noble Knight als vergriffen (Out of Print). Bei Amazon steht das Spiel nur noch bei einem Marktplatz-Verkäufer (Creators).
  • Erweiterungen: keine geführt (2026-10-29). Verwandt: „Canal Grande“, ein Kartenspiel für 2 Spieler zum Spiel (laut Besprechung auf den Essener Spieltagen 2002 erschienen, games we play); eigenes Spiel, nicht Teil dieses Eintrags.

Autoren & Verlag

  • Autoren: Alan R. Moon, Aaron Weissblum · Illustration: Alessandra Cimatoribus
  • Verlag (Original, 2001): Ravensburger · deutsche Ausgabe: Ravensburger, 2001 (Art.-Nr. 26 240 3, EAN 4005556262403; die Schachtel enthält laut Besprechung eine Anleitung in Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch und Englisch); vergriffen, siehe „Editionen & Erweiterungen“

Kartenhüllen (Sleeves) für San Marco

90 Karten in einer Größe. Gilt für: deutsche Ausgabe Ravensburger 2001 (Art.-Nr. 26 240 3), Regel nicht offiziell gelesen.

43 × 67 mmFormat Mini European90 KartenMaß bitte nachmessen
62 Aktionskarten · 28 Limitkarten

Je Marke die engste passende Größe; Packungen aufgerundet, Erweiterungen nicht mitgezählt. Kartenzahl laut Regelheft, Kartenmaß laut Verlag bzw. Sleeve-Hersteller (Stand 29.10.2026). Preise je Packung, maßgeblich ist der Preis im Shop. Mit * markierte Links sind Partnerlinks (Amazon und Händler): Kaufst du darüber, bekommen wir eine kleine Provision, der Preis bleibt gleich. Mit weiteren Spielen im Sleeve-Finder zusammenrechnen →

Quellen
  • Aktionskarten: Anzahl: Spielbeschreibungen, nicht aus dem Heft; Maß: Sleeve-Liste Sleeve Kings (Mini Euro, 90 Karten gesamt)
  • Limitkarten: wie Aktionskarten (62 + 28 = 90 Karten laut Sleeve-Liste)
  • docs.google.com

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