Tarock
- Spieler
- 4
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 12
- Herkunft
- überliefert
- kein Verlag
- Komplexität
- Anspruchsvoll
- Regeln
- DE RegelEN Rules
Vier Spieler bieten, wer das Spiel macht; der Gewinner ruft einen König, und wer ihn hat, ist sein heimlicher Partner – dann geht es um mindestens 36 der 70 Punkte und um Prämien wie den Pagat im letzten Stich (UNESCO-Verzeichnis; OÖ-Regeln).
Tarock ist ein traditionelles Spiel ohne Verlag für 4 Personen ab 12 Jahren. Eine Partie dauert 30 Minuten.
Häufige Regelfragen zu Tarock
Antworten aus der Oberösterreichische Tarockregeln – Königrufen, Version 4/2023 (Tarockcups Mühlviertel, Hausruckviertel, Sauwald), mit Renonce-Auslegung Stand 11/2025, und Tiroler Kursregeln März 2025 · Stand 28.10.2026
Wie viele Punkte braucht man beim Tarock zum Gewinnen?
36 von 70 Punkten, in der Tarocksprache „35 Punkte und 2 Blatt“. Mit 35 Punkten und einem Blatt (35/1) ist das Spiel verloren.
Regelheft: OÖ Allgemeines 3 · Kurs 1
Wie zählt man die Punkte beim Tarock?
Die Karten werden in Dreiergruppen gezählt: Werte zusammenzählen, 2 abziehen. Bleiben eine oder zwei Karten übrig, wird 1 abgezogen. König und Trullstücke zählen 5, Dame 4, Reiter 3, Bube 2, alle anderen 1. Zusammen sind es 70.
Regelheft: Kurs 1 · Tirol 1
Darf man beim Königrufen den eigenen König rufen?
Nein, nicht nach den oberösterreichischen Turnierregeln. Mit drei Königen ruft man „den vierten König“, ohne die Farbe zu nennen. In manchen privaten Runden ist Selbstrufen erlaubt – das ist dann eine Hausregel.
Regelheft: OÖ Allgemeines 6
Was passiert, wenn der gerufene König im Talon liegt?
Du darfst das Spiel schleifen: Spiel und Ansagen gelten als verloren. Spielst du weiter, darfst du den König ohne Strafe liegen lassen. Beim Solorufer bekommst du die Talonhälfte mit dem König, und ein Kontra ist dann wirkungslos.
Regelheft: OÖ Allgemeines 7
Muss man beim Tarock Tarock spielen, wenn man die Farbe nicht hat?
Ja. Es gilt Farbzwang und Tarockzwang: Wer die ausgespielte Farbe nicht hat, muss Tarock geben. Erst ohne Tarock darf man eine andere Farbe abwerfen. Überstechen muss man nur in den Negativspielen.
Regelheft: OÖ Allgemeines 3 · Kurs 4
Was darf man beim Tarock nicht in den Talon legen?
Könige und Trullstücke (Pagat, Mond, Sküs) nie. Tarock legst du nur ab, wenn es nicht anders geht, und dann offen. Eine unerlaubte Ablage ist Renonce.
Regelheft: Tirol 2 · OÖ Renonce 2
Was ist der Pagat ultimo?
Der Pagat (Tarock I) macht den letzten Stich. Angesagt bringt das 2 Punkte, still 1; in Solospielen doppelt. Der Pagat muss selbst stechen – sticht der Partner, ist die Prämie verloren.
Regelheft: OÖ Ansagen/Prämien 1 · Tirol 5
Gibt es beim Königrufen einen Kaiserstich?
Nicht nach den oberösterreichischen Turnierregeln: kein Kaiserstich und keine Fänge. In Kärnten gilt der Kaiserstich (Märchenstich): Fallen Sküs, Mond und Pagat in einen Stich, sticht der Pagat.
Regelheft: OÖ Allgemeines 3 · Kärntner Tarockcup, Kaiserstich
Wer verliert beim Trischaken?
Wer die meisten Punkte hat. Er zahlt jedem 1 Punkt, mit mindestens 35/2 jedem 2. Hat der Trischaker selbst die meisten, zahlt er doppelt. Wer keinen Stich macht („Jungfrau“), bekommt den ganzen Gewinn.
Regelheft: OÖ Trischaken 2–3
Was ist eine Renonce beim Tarock?
Ein schwerer Regelverstoß, etwa Farb-, Tarock- oder Stichzwang missachtet oder eine unerlaubte Ablage. Das Spiel endet sofort; alle anderen bekommen ihre Punkte, als hätten sie Spiel und angesagte Prämien gewonnen, der Renoncespieler zahlt alles.
Regelheft: OÖ Renonce 2 und 5
Zählt ein Kontra auf dem Punktezettel?
Nach den oberösterreichischen Regeln nicht: Ein Kontra wirkt nur aufs Geld, nicht auf die Punktewertung. In Tirol verdoppeln Kontra und Rekontra den Wert der jeweiligen Ansage.
Regelheft: OÖ Allgemeines 5 · Tirol 2
Auf einen Blick
- Für wen: Kartenspieler, die Bieten, Ansagen und Rechnen mögen; viele Spielarten machen jedes Blatt anders · genau 4 aktive Spieler
- Ähnlich wie: Doppelkopf (Partner, die sich erst im Spiel zeigen), Skat (Reizen, Alleinspieler, Karten aus dem Stock), Die Crew (bestimmte Karte in bestimmtem Stich gewinnen – wie beim Pagat ultimo)
- Wissenswert: Die niedrigste Trumpfkarte, der Pagat (Tarock I), ist eine der wertvollsten: Macht sie den letzten Stich, gibt es eine eigene Prämie (OÖ-Regeln, Prämien; Tiroler Kursregeln 3). · Sigmund Freud spielte samstags Königrufen – „nach elfstündiger Analysearbeit“ sei er „nicht zu gebrauchen“ und tue gut, „Kartenspielen zu gehen“ (Gutachten Sedlaczek/Mayr, S. 3).
So wird gespielt
Fundstellen: OÖ = Oberösterreichische Tarockregeln 4/2023 mit Kapitel und Nummer (zum Beispiel „OÖ Allgemeines 3“), OÖ-Renonce = verbindliche Auslegung 11/2025, Kurs = Tiroler Kursregeln März 2025 mit Abschnitt, Tirol = Tiroler Turnierregeln April 2026, KTC = Kärntner Tarockcup.
Das Ziel in einem Satz
Gewinn als Spieler mit deinem Partner (oder allein) mindestens 36 der 70 Punkte – „35 Punkte und 2 Blatt“ – und hol dir dazu angesagte oder stille Prämien; bei den Negativspielen gilt ein anderes Ziel (OÖ Allgemeines 3; Kurs 1).
Die 54 Karten
| Gruppe | Karten | Anzahl |
|---|---|---|
| Tarock (Trümpfe) | I bis XXI und der Sküs (auch Gstieß) als höchster | 22 |
| Pik und Treff (♠ ♣) | König, Dame, Reiter, Bube, 10, 9, 8, 7 | 2 × 8 |
| Herz und Karo (♥ ♦) | König, Dame, Reiter, Bube, 1, 2, 3, 4 | 2 × 8 |
(Kurs 1.) Die vier Bilder heißen Figuren, die übrigen Farbkarten in Tirol „Statindel“. Bei Herz und Karo ist die 1 die höchste dieser Karten, die 4 die tiefste (Kurs 1; ASS S. 1).
Wichtige Namen (Kurs 1):
- Trull: Pagat (I), Mond (XXI) und Sküs – die drei wertvollsten Tarock.
- Vögel: Pagat (I), Uhu (II), Kakadu (III), Quapil (IIII).
Kartenwerte und Zählen
| Karte | Wert |
|---|---|
| König, Sküs, Mond (XXI), Pagat (I) | 5 |
| Dame | 4 |
| Reiter | 3 |
| Bube | 2 |
| alle anderen (Farbkarten ohne Bild, Tarock II bis XX) | 1 |
(Kurs 1; ASS S. 2.) So wird gezählt:
- Leg deine Stichkarten in Dreiergruppen („Lagen“). Jede Lage zählt ihre Werte minus 2.
- Bleiben am Ende eine oder zwei Karten übrig, zählen sie ihre Werte minus 1 (Tirol 1; ASS S. 2).
- Alle Karten zusammen ergeben 70 Punkte. Zum Gewinn braucht der Spieler 36 – in der Tarocksprache „35 Punkte und 2 Blatt“, geschrieben 35/2 (OÖ Allgemeines 3; Kurs 1).
| Lage | Rechnung | Punkte |
|---|---|---|
| König, Dame, Herz-1 | 5 + 4 + 1 − 2 | 8 |
| Sküs, Tarock XX, Pik-7 | 5 + 1 + 1 − 2 | 5 |
| Reiter, Bube, Pagat | 3 + 2 + 5 − 2 | 8 |
| übrig: Mond | 5 − 1 | 4 |
| zusammen (10 Karten) | 25 |
Beide Parteien zusammen ergeben immer 70 – so könnt ihr euch gegenseitig kontrollieren (nachgerechnet: Bei unvollständigen Lagen gleicht die eine Partei aus, was der anderen fehlt). Ein Spieler mit „35/1“ hat nicht gewonnen: Er zählt 35, die Gegner mit 34/2 ebenfalls 35 – zum Gewinn fehlt ein Punkt (OÖ Trischaken 3 nennt den Sonderfall „35/1:34/2“).
Geben
- Wer die höchste Karte hebt, ist erster Geber (OÖ Allgemeines 1).
- Gespielt und gegeben wird gegen den Uhrzeigersinn. Die Vorhand sitzt rechts vom Geber (Kurs 4; ASS S. 5).
- Der Geber mischt, der Spieler links von ihm hebt ab – er soll mindestens zweimal abheben, mindestens je 3 Blatt. Klopfen statt Abheben ist verboten (OÖ Allgemeines 1; Taroquette 1).
- Jeder bekommt 12 Karten in zwei Runden zu je 6. Dazwischen legt der Geber den Talon in die Mitte: 6 Karten in zwei Hälften zu je drei (OÖ Allgemeines 1; KTC „Allgemeines“; Kurs 4).
- Der Geber darf weder „das Deckblatt“ noch seine ersten sechs Karten ansehen (OÖ Allgemeines 1).
- Jedes Blatt muss gespielt werden – auch ohne Tarock und ohne König (OÖ Allgemeines 1).
- Zu fünft gibt der Geber nur an die anderen vier und setzt aus. Den Talon darf er nicht ansehen, und er hält sich aus dem Spiel heraus („Kiebitz halt's Maul“) (OÖ Allgemeines 8).
Stimmt die Kartenzahl nicht und wird das vor dem Bieten bemerkt, wird neu gegeben; danach ist es Renonce für jeden mit falscher Kartenzahl (OÖ Renonce 6).
Bieten (Lizitation)
- Die Vorhand beginnt mit „Vorhand“ oder gleich mit einer Spielansage (OÖ Allgemeines 2).
- Reihum sagt jeder ein höheres Spiel an oder passt („gut“). Wer gepasst hat, darf nicht mehr bieten (OÖ Allgemeines 2; Kurs 5).
- Die Vorhand darf ein Spiel halten, also ein schon angesagtes Spiel selbst übernehmen (OÖ Vorhand 2).
- Rufer und Trischaken darf nur die Vorhand spielen, und zwar nur hintennach, wenn alle anderen gepasst haben. Den Sechserdreier darf sie nur vorneweg ansagen, also als Erstes (OÖ Vorhand 1).
- Wer das höchste Spiel hat, eröffnet es am Ende mit „Ich liege“; die anderen bestätigen jede Ansage mit „gut“ oder kontrieren (OÖ Allgemeines 2).
Die Spiele mit ihrem Wert je Gegner (OÖ „Spiele und Punkte“):
| Spiel | Wert | Worum geht es? |
|---|---|---|
| Trischaken (nur Vorhand) | 1 | jeder für sich, möglichst wenig Punkte |
| Rufer (nur Vorhand) | 1 | König rufen, mit Talon, 36 Punkte |
| Piccolo | 2 | allein, genau einen Stich |
| Bettel | 2 | allein, keinen Stich |
| Solorufer | 2 | König rufen, ohne Talon |
| A-Rufer | 1 + Vogel | Rufer mit angesagtem Vogel |
| Farbendreier | 3 | allein, mit Talon, Tarock sticht nicht |
| Sechserdreier (nur Vorhand) | 4 | allein, ganzer Talon verdeckt |
| Dreier | 4 | allein gegen drei, mit Talon |
| Farbensolo | 6 | allein, ohne Talon, Tarock sticht nicht |
| Piccolo ouvert | 6 | Piccolo mit offenen Karten |
| Bettel ouvert | 7 | Bettel mit offenen Karten |
| Solodreier | 8 | allein gegen drei, ohne Talon – das höchste Spiel |
Die Erklärungen der Spiele stehen in den Tiroler Kursregeln (Kurs 2 und 3). Die Reihenfolge der Tabelle ist die des OÖ-Regelblatts; der Solodreier ist ausdrücklich das höchste Spiel (OÖ Ansagen 3).
König rufen
Bei den Ruferspielen (Rufer, A-Rufer, Solorufer) nennt der Spieler eine Farbe: Wer den König dieser Farbe hat, ist sein Partner – ohne es zu sagen. Oft zeigt sich erst spät im Spiel, wer zu wem gehört (ASS S. 6).
- Einen König, den du selbst hast, darfst du nicht rufen (OÖ Allgemeines 6).
- Mit drei Königen rufst du „den vierten König“, ohne die Farbe zu nennen (OÖ Allgemeines 6).
- Mit allen vier Königen darf die Vorhand kein Ruferspiel ansagen (OÖ Vorhand 3).
- Liegt der gerufene König im Talon, darfst du das Spiel „schleifen“: Spiel und Ansagen gelten als verloren. Spielst du weiter, darfst du den König ohne Strafe liegen lassen; Kontras sind möglich. Beim Solorufer bekommst du in diesem Fall die Talonhälfte mit dem König, und ein Kontra ist wirkungslos (OÖ Allgemeines 7).
Der Talon
- Spiele mit Talon (Rufer, A-Rufer, Dreier, Farbendreier): Der Spieler deckt den Talon selbst auf (KTC „Tarock-Etikette“; ASS S. 7), nimmt eine Hälfte (drei Karten) und legt drei Karten verdeckt ab. Die Ablage zählt zu seinen Stichen, die liegen gebliebene Hälfte zu den Stichen der Gegner (Tirol 2; Kurs 5).
- Nie ablegen darfst du Könige und Trullstücke. Tarock legst du nur ab, wenn es nicht anders geht, und dann offen (Tirol 2; OÖ Renonce 2).
- Sechserdreier: Der Spieler nimmt alle sechs Karten verdeckt auf und legt sechs ab (Tirol 3; KTC „Vorhand & Sechserdreier“).
- Solospiele (Solorufer, Solodreier, Farbensolo): Der Talon bleibt verdeckt liegen und gehört am Ende den Gegnern (Tirol 3; OÖ Farbenspiele 3).
- Farbenspiele mit Talon: Hier legst du zuerst Tarock ab (verdeckt, keine Trullstücke); Farbkarten erst, wenn du kein Tarock mehr hast, und dann offen (OÖ Farbenspiele 1).
- Liegen gebliebene Talonkarten werden nach dem ersten Stich ganz umgedreht. Ablage und Stiche hältst du getrennt, damit man sie am Ende herzeigen kann (Taroquette 3).
Ansagen (Prämien) und Kontra
Nach dem Talon sagt der Spieler seine Prämien an und eröffnet mit „Ich liege“. Danach dürfen die anderen reihum „gut“ sagen, kontrieren oder selbst Prämien ansagen (OÖ Allgemeines 2; Tirol 2).
| Prämie | angesagt | still | Was heißt das? |
|---|---|---|---|
| Pagat | 2 | 1 | der Pagat (I) macht den letzten Stich |
| Uhu | 4 | 2 | Tarock II macht den vorletzten Stich |
| Kakadu | 6 | 3 | Tarock III macht den drittletzten Stich |
| Quapil (Vierer) | 8 | 4 | Tarock IIII macht den viertletzten Stich |
| König Ultimo | 2 | 1 | der gerufene König ist im letzten Stich, und deine Partei macht ihn |
| Trull | 2 | 1 | Pagat, Mond und Sküs in den Stichen deiner Partei |
| Alle Könige | 2 | 1 | alle vier Könige in den Stichen deiner Partei |
| Valat | 8 × Spiel | 4 × Spiel | deine Partei macht alle Stiche |
(OÖ „Ansagen/Prämien und Punkte“ und Ansagen 1–2; Bedeutungen nach Kurs 3.) Regeln dazu:
- Still (nicht angesagt) zählt jede Prämie die Hälfte, in den Solospielen doppelt (OÖ Ansagen 1).
- Jeder darf nur einmal Prämien ansagen. Vögel und König Ultimo kann man nicht für den Partner ansagen (OÖ Ansagen 1).
- Vögel müssen selbst stechen; beim König Ultimo genügt es, wenn der Partner sticht (Tirol 5).
- Musst du von mehreren angesagten Vögeln wegen Tarockzwang einen zu früh spielen, gibst du zuerst den höheren auf (OÖ Ansagen 7).
- Beim Valat gelten nur die angesagten Prämien; ein verlorener Valat beendet das Spiel nicht, wenn die Gegner einen Stich machen (OÖ Ansagen 2).
- Beim Solodreier musst du alle Ansagen gleich mit der Spielansage melden (OÖ Ansagen 3).
- Kontra (gespritzt), Rekontra (retour), Subkontra (nochmals gespritzt). In den OÖ-Regeln wirkt ein Kontra nur aufs Geld, nicht auf die Punkteliste. Bei positiven Spielen gilt es für alle Mitspieler, bei negativen kontriert jeder einzeln, beim Trischaken gibt es kein Kontra (OÖ Allgemeines 5).
So läuft ein Stich
- Bei positiven Spielen spielt die Vorhand aus, bei Negativspielen der Spieler selbst (OÖ Negativspiele 1; Kurs 4).
- Farbzwang: Hast du die ausgespielte Farbe, musst du sie geben. Tarockzwang: Hast du sie nicht, musst du Tarock geben. Erst ohne Tarock darfst du eine beliebige Farbe abwerfen („schmieren“) (OÖ Allgemeines 3; Kurs 4).
- Den Stich gewinnt das höchste Tarock, sonst die höchste Karte der ausgespielten Farbe (ASS S. 8).
- Stichzwang (überstechen, wenn du kannst) gilt nur in den Negativspielen (OÖ Allgemeines 3).
- Es gibt weder Kaiserstich noch Fänge (OÖ Allgemeines 3).
- Was liegt, das pickt: Eine gelegte Karte bleibt liegen. Einen drohenden Regelverstoß darfst du nur korrigieren, solange der Stich nicht umgedreht ist (OÖ Renonce 4).
| Spieler | Karte | Warum? |
|---|---|---|
| Vorhand | Herz-Dame | spielt aus |
| 2. | Tarock V | hat kein Herz – muss Tarock geben |
| 3. | Herz-König | hat Herz – muss Herz geben |
| 4. | Tarock XVII | hat kein Herz – Tarock |
| Stich | Tarock XVII | das höchste Tarock gewinnt |
Die Spiele im Einzelnen
- Rufer: König rufen, eine Talonhälfte nehmen; Spieler und Partner brauchen zusammen 36 Punkte (Kurs 2–3).
- A-Rufer (Besserrufer): wie Rufer, aber du musst einen Vogel ansagen, den du im Blatt hast. Wert: 1 plus der Vogel. Wer einen A-Rufer ohne Vogel im Blatt ansagt, begeht Renonce (OÖ Ansagen 4; OÖ-Renonce, Beispiele).
- Solorufer: König rufen, ohne Talon; alle Prämien zählen doppelt (Kurs 3; OÖ Ansagen 1).
- Dreier: allein gegen drei, mit einer Talonhälfte (Kurs 3).
- Sechserdreier: allein, mit dem ganzen Talon verdeckt; verloren zählt er doppelt (Tirol 3). Im OÖ-Beispiel bekommt bei einer Renonce des Spielers jeder Gegner 8 Punkte (OÖ-Renonce, Beispiele).
- Solodreier: allein, ohne Talon – das höchste Spiel (OÖ Ansagen 3).
- Farbendreier und Farbensolo: Tarock sticht nicht. Wer eine Farbe nicht hat, muss trotzdem Tarock geben; Tarock ausspielen darfst du erst, wenn du keine Farbkarte mehr hast. Beim Farbensolo kein Talon. Die Gegner dürfen dort kontrieren oder Valat ansagen (OÖ Farbenspiele 1–4).
- Piccolo (genau ein Stich) und Bettel (kein Stich): allein gegen drei, ohne Talon (Kurs 2–3). Es gelten Farb- und Stichzwang, und der Pagat darf erst als letztes Tarock gespielt werden (OÖ Negativspiele 2).
- Ouvert: Nach dem ersten Stich und vor dem zweiten Ausspiel legen alle ihre Karten offen auf den Tisch; die drei Gegner dürfen sich beraten (OÖ Negativspiele 3).
- Trischaken: Spielt die Vorhand, wenn alle gepasst haben. Jeder spielt für sich und will möglichst wenig Punkte. Es gilt Farb- und Stichzwang, der Pagat erst als letztes Tarock; wer den letzten Stich macht, bekommt den Talon. Gezählt wird „blattgenau“ (OÖ Trischaken 1).
Trischaken abrechnen
| Fall | Wer verliert? | Punkte |
|---|---|---|
| Normalfall | wer die meisten Punkte hat | zahlt jedem 1 (−3) |
| jemand hat das Spiel (mindestens 35/2) | dieser Spieler | zahlt jedem 2 (−6) |
| der Trischaker (die Vorhand) hat die meisten oder gleich viele | der Trischaker | zahlt jedem 2 (−6), mit 35/2 jedem 4 (−12) |
| zwei Spieler gleich viele (ohne Trischaker; auch 35:35) | beide | je −2 |
| jemand macht keinen Stich („Jungfrau“) | – | die Jungfrau bekommt den ganzen Gewinn; zwei Jungfrauen teilen ihn |
(OÖ Trischaken 2–3.)
Abrechnung: Spiel und Prämien getrennt
- Spiel und Prämien werden getrennt gewonnen oder verloren – du kannst das Spiel gewinnen und trotzdem Punkte verlieren (Tirol 5; ASS S. 5).
- Der Spielwert wird jedem Gegner einmal verrechnet. Spielt einer allein gegen drei, geht es für ihn um den dreifachen Wert (Kurs 3).
- Bei zwei gegen zwei bekommen Spieler und Partner je den Wert, die beiden Gegner zahlen je den Wert.
- Angesagte Prämien, die nicht gelingen, werden abgezogen (ASS S. 12).
- Die Punkte eines Spiels ergeben zusammen immer 0 – ein guter Check beim Schreiben (nachgerechnet aus OÖ-Renonce, Beispiele).
- Findet sich beim Zusammenrechnen ein Schreibfehler, der nicht mehr zu klären ist, zählt dieses Spiel für alle 0 (OÖ Allgemeines 9).
| Beispiel | Spieler | Partner | Gegner 1 | Gegner 2 | Gegner 3 |
|---|---|---|---|---|---|
| Rufer gewonnen | +1 | +1 | −1 | −1 | – |
| Rufer gewonnen, stiller Pagat gelungen | +2 | +2 | −2 | −2 | – |
| Dreier gewonnen | +12 | – | −4 | −4 | −4 |
| Dreier gewonnen, stiller Pagat | +15 | – | −5 | −5 | −5 |
| Sechserdreier verloren | −24 | – | +8 | +8 | +8 |
| Solorufer gewonnen, angesagter König Ultimo gelungen | +6 | +6 | −6 | −6 | – |
(Werte nach OÖ „Spiele und Punkte“ und Ansagen 1; die Sechserdreier- und Solorufer-Zahlen stehen so in den Beispielen der OÖ-Renonce-Auslegung.) Nachgerechnet: Solorufer 2 + König Ultimo angesagt 2, im Solo doppelt 4 = 6.
Renonce (schwerer Regelverstoß)
Renonce ist ein schwerer Regelverstoß. Klare Fälle sind (OÖ Renonce 2; OÖ-Renonce, Beispiele):
- Farb-, Tarock- oder Stichzwang missachtet,
- unerlaubte Ablage: Trullstücke, Könige, falsche Anzahl, verdeckte Tarock,
- spielentscheidendes Reden oder Vorwerfen,
- A-Rufer ohne Vogel im Blatt, falscher König Ultimo,
- Karten zusammenwerfen, bevor die Renonce geklärt ist.
Folgen (OÖ Renonce 5; OÖ-Renonce, Folgen):
- Das Spiel ist sofort zu Ende.
- Alle anderen bekommen ihre Punkte so, als hätten sie das Spiel und alle angesagten Prämien gewonnen; der Renoncespieler zahlt alles als Minuspunkte.
- Einfordern kannst du eine Renonce bis zum Mischen und Abheben des nächsten Spiels (OÖ Renonce 1).
| Beispiel | Renoncespieler | andere |
|---|---|---|
| der Spieler begeht beim Dreier Renonce | −12 | jeder Gegner +4 |
| ein Gegner begeht beim Dreier Renonce | −20 | Spieler +12, die zwei anderen Gegner je +4 |
(OÖ-Renonce, Beispiele zur Berechnung.) Kein Renonce ist zum Beispiel ein falsch gegebenes Spiel, das vor dem Bieten bemerkt wird, oder ein falsches Ausspiel ohne spielentscheidende Information; ein falsches Ausspiel gilt mit dem nächsten Ausspiel als angenommen (OÖ Renonce 3; OÖ-Renonce, Beispiele).
Häufige Irrtümer
- „Man darf seinen eigenen König rufen.“ – Nicht nach den OÖ-Turnierregeln (OÖ Allgemeines 6). In manchen privaten Runden schon (ASS S. 6).
- „Mit 35 Punkten hat man gewonnen.“ – Nein, man braucht 36 („35 und 2 Blatt“) (OÖ Allgemeines 3).
- „Wenn die Trull in einem Stich liegt, sticht der Pagat.“ – Nicht in der Grundfassung: kein Kaiserstich (OÖ Allgemeines 3).
- „Wer eine Farbe nicht hat, darf irgendetwas abwerfen.“ – Nein, zuerst gilt Tarockzwang (OÖ Allgemeines 3).
- „Könige darf man in den Talon legen.“ – Nein, Könige und Trullstücke nie (Tirol 2; OÖ Renonce 2).
- „Ein stiller Pagat zählt nichts.“ – Doch, die Hälfte der angesagten Prämie (OÖ Ansagen 1).
- „Ohne Tarock und König wird neu gegeben.“ – Nein, jedes Blatt muss gespielt werden (OÖ Allgemeines 1).
- „Beim Trischaken gewinnt, wer die meisten Punkte hat.“ – Umgekehrt: Wer die meisten hat, verliert (OÖ Trischaken 2).
- „Kontra verdoppelt die Punkte auf dem Zettel.“ – Nicht nach den OÖ-Regeln: Dort zählt Kontra nur fürs Geld (OÖ Allgemeines 5).
- „Den Pagat darf man im Bettel jederzeit spielen.“ – Nein, in allen Negativspielen erst als letztes Tarock (OÖ Negativspiele 2).
Tipps für die erste Partie
- Mit drei Königen den vierten rufen – das ist meist eine gute Idee (ASS S. 6).
- Spiel und Farbe wiederholen: Vor dem Ausspiel sollen das angesagte Spiel und die gerufene Farbe noch einmal genannt werden, das vermeidet Missverständnisse (Taroquette 3).
- Stiche getrennt halten: Jeder legt seine Stiche bei sich ab, auch Partner halten sie bis zum Zählen getrennt – so lassen sich Renonce-Fragen klären (Taroquette 3; OÖ-Renonce, Teil B 1).
- Vor einer drohenden Renonce warnen ist erlaubt, etwa „Bitte prüfe mal deine abgelegten Karten“ (OÖ-Renonce, Teil B 1).
Varianten
- Kaiserstich (Märchenstich): Fallen Sküs, Mond und Pagat in einen Stich, sticht der Pagat; in Negativspielen nicht (KTC „Kaiserstich“; ASS S. 8 als Zusatzregel).
- Eigenen König rufen: in manchen Runden erlaubt (ASS S. 6). Mit allen vier Königen ruft man in Kärnten eine Dame; Selbstrufen ist dort Renonce (KTC „Ruferspiele“).
- Tiroler Turnierregeln (Tirol, Speisenzettel): andere Werte, zum Beispiel Trischaken 2, Bettler 4, Farbendreier und Dreier 5, Piccolo/Bettel/Zwiccolo ouvert 8, Farbensolo und Solodreier 10; Besserrufer I bis IIII; Valat 10 still, 20 angesagt; dazu die Prämien 1. und 2. Sack (je 10 Punkte mehr als zum Spielgewinn nötig); Kontra und Rekontra verdoppeln die jeweilige Ansage.
- Kärntner Tarockcup: Pagat-, Uhu-, Kakadu- und Quapilrufer mit eigenen Werten (3, 5, 7, 9), Zwiccolo, Trischaken mit „Zuwaage“ (Talon zu den ersten sechs Stichen) und „Bürgermeister“ (KTC „Die Spiele“, „Trischaken“).
- Hirschkontra und Mordkontra: weitere Verdopplungen in manchen Runden (ASS S. 7).
- Kakadu und Marabu (Tarock III und IIII) lassen viele Runden nicht zu, weil das Glück zu viel Gewicht bekäme (ASS S. 12).
- Andere Tarockspiele: Zwanzigerrufen und Neunzehnerrufen, bei denen der Partner mit Tarock XX bzw. XIX gerufen wird, und das Dreiertarock (Gutachten Sedlaczek/Mayr, S. 1–2).
Klassiker: Wie das Spiel entstand
- Italien, um 1430/1440: Tarock entstand in der Frührenaissance in Oberitalien, mit italienischen Karten und einer neuen fünften Farbe, den trionfi (Trümpfe), dazu dem Narren il matto. Das Gutachten für die UNESCO nennt 1430 bis 1440 (Sedlaczek/Mayr, S. 1), die Wikipedia „um 1425“ (Wikipedia „Königrufen“).
- Erste Regeln im deutschen Raum: Das älteste Regelheft erschien 1754 in Leipzig; 1756 beschrieb der Wiener Buchhändler Georg Bauer das Spiel zu viert, wie man es „dermalen in Wien“ spielte (Sedlaczek/Mayr, S. 1).
- Der gerufene König: In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts übernahm man aus dem spanischen L'Hombre das Prinzip, einen König zu rufen (Sedlaczek/Mayr, S. 1; Wikipedia „Königrufen“). Das Blatt wurde von 78 auf 54 Karten verkleinert (Sedlaczek/Mayr, S. 2).
- 1827: Die Regeln des Königrufens wurden erstmals schriftlich festgehalten (UNESCO-Verzeichnis „Tarock-Königrufen“); laut Wikipedia in einem Anhang zur zweiten Auflage eines Lehrbuchs für Tapp-Tarock, die lange verschollen war und 2010 von der Niederösterreichischen Landesbibliothek erworben wurde (Wikipedia „Königrufen“). Die Bezeichnung „Königrufen“ steht auf dem Umschlag eines 1827 in Wien erschienenen Spielebuchs (Sedlaczek/Mayr, S. 2).
- Habsburgermonarchie: Königrufen wurde neben Dreiertarock das beliebteste Kartenspiel und verbreitete sich mit Beamten und Soldaten im ganzen Reich (Sedlaczek/Mayr, S. 2).
Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt
- UNESCO-Kulturerbe: „Tarock-Königrufen“ steht seit 2024 im österreichischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes (Österreichische UNESCO-Kommission). Laut Verzeichnis spielen es schätzungsweise rund 100.000 Menschen in Österreich; wichtige Träger sind sieben regionale Tarockcups (Hausruckviertel, Kärnten, Mühlviertel, Sauwald, Steiermark, Tirol, Wien).
- Österreichs Tarock: Königrufen wird in allen Bundesländern gespielt, außer in Vorarlberg nur von wenigen Runden; dazu in Südtirol, Slowenien und Polen (Sedlaczek/Mayr, S. 2). Laut Wikipedia ist es nach Schnapsen und Rommé das am weitesten verbreitete Kartenspiel Österreichs; seit 2008 gibt es ein jährliches Österreich-Finale in Oberösterreich (Wikipedia „Königrufen“).
- Ein Spiel aller Schichten: Am Turniertisch sitzen „Landwirte und Banker, Lehrer und Pfarrer“; gespielt haben es mehrere Bundeskanzler, und die bekannteste Figur ist Sigmund Freud (Sedlaczek/Mayr, S. 3).
Klassiker: Moderne Alternativen
- Die Crew – Wenn dich am Tarock der Pagat ultimo reizt – eine bestimmte Karte im richtigen Stich zu gewinnen: Bei der Crew sind genau solche Aufgaben die Missionen, gespielt wird kooperativ (Eintrag Die Crew).
- Tichu – Wenn du Bieten, Partnerspiel und Ansagen magst, aber ein modernes Spiel suchst (Eintrag Tichu).
- Wizard – Wenn dir das Ansagen gefällt: Jeder sagt vorher, wie viele Stiche er macht (Eintrag Wizard).
Ausgaben & Erweiterungen
- Kein Verlagsprodukt: Gespielt wird mit 54 Tarockkarten (22 Tarock, 32 Farbkarten) im französischen Farbbild (Kurs 1).
Autoren & Verlag
- Art: traditionelles Kartenspiel (kein Erfinder, kein Verlag, gemeinfrei; Tarockkarten mit 54 Blatt gibt es von vielen Herstellern)
- Verlag: keiner – Königrufen hat keinen österreichweiten Verband; jedes Bundesland hat einheitliche Turnierregeln, die Unterschiede sind gering (Gutachten Sedlaczek/Mayr für die UNESCO, 2024). Grundfassung hier: die Oberösterreichischen Tarockregeln – Königrufen, Fassung 4/2023 der drei Tarockcups Mühlviertel, Hausruckviertel und Sauwald (Oberösterreich ist die Hochburg und Austragungsort des Österreich-Finales, Wikipedia „Königrufen“). Was dort als bekannt vorausgesetzt wird (Karten, Zählen, Talon), nach den Tiroler Kursregeln des Tiroler Tarockcups
Videos auf YouTube
Die beliebtesten Videos zu Tarock, sortiert nach Aufrufen – getrennt nach Sprache des Videos.
DEDeutschsprachige Videos (5)
- Tarock - Zwanzigerrufen - das Tutorial für Anfänger - Teil 1, Tarock Kartenspiel lernen
- Tarock - Zwanzigerrufen - das Tutorial für Anfänger - Teil 2, Tarock Kartenspiel lernen
- Tarock - Zwanzigerrufen - das Tutorial für Anfänger - Teil 3, Tarock Kartenspiel lernen
- TAROCK - das coole Kartenspiel!
- Schafkopf/Tarock 2024 | ASS Altenburger
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