Sets sammeln (Set Collection) – einfach erklärt
englisch: Set Collection · auch: Set Collection, Set-Sammeln, Sammeln von Sets, Kartensätze sammeln
Kurz gesagt
Beim Sets sammeln tragt ihr Karten oder Plättchen zusammen, die zueinander gehören – gleiche Farben, gleiche Sorten oder möglichst viele verschiedene. Ein vollständiges Set bringt Punkte oder lässt sich gegen etwas eintauschen; einzelne Teile sind oft wenig wert.
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So funktioniert es
Beim Sets sammeln ist eine Karte für sich genommen fast nichts wert. Wert bekommt sie erst zusammen mit anderen: drei gleiche, vier verschiedene, eine ganze Reihe. Ihr sammelt also über mehrere Züge auf ein Ziel hin und entscheidet, wann ihr euer Set einlöst – früh und klein oder spät und groß.
Ein sehr bekanntes Beispiel ist Zug um Zug. Ihr baut Eisenbahnstrecken zwischen Städten in Nordamerika. Jede Strecke auf dem Plan hat eine Farbe und eine Länge in Feldern. Um sie zu beanspruchen, braucht ihr ein passendes Set Wagenkarten: so viele Karten einer Farbe, wie die Strecke Felder hat. In jedem Zug macht ihr genau eine von drei Aktionen – Wagenkarten nehmen, eine Strecke beanspruchen oder Zielkarten ziehen. Das Sammeln und das Einlösen sind also getrennte Züge:
- 1Wagenkarten nehmen: 2 Karten, offen aus der Auslage oder verdeckt vom Stapel
- 2Weitersammeln, bis das Set reicht: so viele Karten einer Farbe, wie die Strecke Felder hat
- 3Strecke beanspruchen: Set abgeben, auf jedes Feld einen Waggon
- 4Sofort punkten: je länger die Strecke, desto mehr
Die Karten kommen auf den Ablagestapel – das nächste Set beginnt
- Lokomotiven sind Joker: Sie ersetzen jede Farbe. Eine offen ausliegende Lokomotive dürft ihr aber nur als erste Karte nehmen, und dann bekommt ihr keine zweite. Eine verdeckt gezogene Lokomotive zählt dagegen normal.
- Graue Strecken nehmt ihr mit Karten einer beliebigen Farbe – aber alle Karten des Sets müssen dieselbe Farbe haben.
- Lange Strecken lohnen sich überproportional: 1 Feld bringt 1 Punkt, 2 Felder 2, 3 Felder 4, 4 Felder 7, 5 Felder 10 und 6 Felder 15 Punkte. Eine einzige Strecke mit 6 Feldern bringt also mehr als drei Strecken mit je 2 Feldern zusammen.
- Ein Handkartenlimit gibt es nicht. Ihr könnt also lange sammeln – nur kann euch in der Zwischenzeit jemand die Strecke wegschnappen.
Daraus ergeben sich die typischen Entscheidungen beim Sets sammeln:
- Offen oder verdeckt? Wer eine Karte aus der offenen Auslage nimmt, weiß, was er bekommt – zeigt den anderen aber auch, welche Farbe er sammelt. Verdeckt zu ziehen verrät nichts, ist aber Glückssache.
- Jetzt einlösen oder weitersammeln? Ein großes Set bringt mehr Punkte, dauert aber länger. Wer zu lange wartet, verliert womöglich die Gelegenheit.
- Joker sparen: Lokomotiven retten ein fast fertiges Set; die offene Lokomotive kostet dafür die zweite Karte des Zuges.
- Was sammeln die anderen? Wer beobachtet, welche Karten die Mitspieler nehmen, ahnt, welche Strecken bald weg sind.
Spielformen
- Sets einlösen: Ihr sammelt, um das Set gegen etwas einzutauschen – in Zug um Zug gegen eine Strecke.
- Sets am Ende werten, jede Sorte mit eigener Regel: In Sushi Go Party! wählt jeder gleichzeitig eine Karte und gibt den Rest weiter (siehe Draften). Ein Tempura-Paar bringt 5 Punkte, drei Sashimi bringen 10, vier Grünteeeis 12. Beim Aal ist einer allein −3 wert, ab zwei gibt es +7; Tofu bringt 2 oder 6 Punkte, ab drei aber gar nichts.
- Sets verkaufen: In Jaipur legt ihr beliebig viele Karten einer Warenart ab und nehmt je Karte den obersten Waren-Chip. Wer früh verkauft, bekommt die wertvolleren Chips oben vom Stapel; wer ab 3 Karten auf einmal verkauft, bekommt zusätzlich einen Bonus-Chip – je größer das Set, desto wertvoller.
- Sets anbauen und ernten: In Bohnanza wächst auf jedem Feld nur eine Bohnensorte. Erst große Felder bringen Taler: Eine Ernte von 1 oder 2 Saubohnen bringt nichts, 3 oder 4 bringen 1 Taler, ab 8 sind es 4.
- Sätze und Folgen ablegen: Im Kartenspiel Rommé legt ihr Sätze (3 oder 4 Karten gleichen Werts in verschiedenen Farben) und Folgen (mindestens 3 aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe) aus, bis ihr alle Handkarten los seid.
- Möglichst viele verschiedene: In Great Western Trail zählt beim Einkommen in Kansas City jede Rinderart auf eurer Hand nur einmal: Gewertet wird die Summe der Zuchtwerte der verschiedenen Arten (dazu kommen Zertifikate). Doppelte Karten helfen hier nicht.
- Sets aus Plättchen: In Azul gibt es am Ende 10 Zusatzpunkte für jede Farbe, von der alle 5 Fliesen an eurer Wand liegen – Sets sammeln trifft auf Plättchen legen.
Abgrenzung
| Begriff | Was gleich ist | Was anders ist |
|---|---|---|
| Deckbau | Ihr sammelt im Lauf der Partie Karten. | Beim Deckbau kommen die Karten in euren Stapel und werden immer wieder gespielt. Beim Sets sammeln zählt die Zusammensetzung, die ihr abgebt oder am Ende wertet. |
| Draften | Ihr wählt aus einer Auswahl. | Draften beschreibt, wie ihr an Karten kommt; Sets sammeln, was ihr damit erreichen wollt. Sushi Go Party! verbindet beides. |
| Engine-Building | Gesammeltes wird mehr wert, je mehr zusammenkommt. | Beim Engine-Building bringt jede Karte dauerhaft einen Vorteil, der jede Runde wirkt. Beim Sets sammeln entsteht der Wert erst, wenn das Set fertig ist. |
| Gebietskontrolle | Am Ende wird verglichen, wer wovon am meisten hat. | Bei der Gebietskontrolle können euch die anderen eine Mehrheit auf dem Plan streitig machen; ein gesammeltes Set gehört euch allein. |
Herkunft
Sets zu sammeln kennen viele aus traditionellen Kartenspielen. Das Quartett ist in Großbritannien als „Happy Families“ bekannt (Quelle: Wikipedia „Quartett (Kartenspiel)“). Ziel dieses Spiels ist, vollständige Familien zu sammeln; erdacht hat es John Jaques Jr., erschienen ist es vor der Weltausstellung von 1851 in London (Quelle: Wikipedia „Happy Families“, englisch). Das erste Autoquartett gab die deutsche Firma ASS 1952 heraus (Quelle: Wikipedia „Quartett (Kartenspiel)“, nach Die Zeit, 2003).
Für die Rommé-Familie, in der Sätze und Folgen ausgelegt werden, gibt es zwei Theorien zum Ursprung im 19. Jahrhundert: Mexiko oder China. Der Spielehistoriker David Parlett sieht das mexikanische Kartenspiel Conquian, erstmals 1852 belegt, als Vorfahren aller Rommé-Spiele (Quelle: Wikipedia „Rummy“, englisch, nach David Parlett, „The Penguin Book of Card Games“, 1978).
Unter den modernen Brettspielen wurde Zug um Zug von Alan R. Moon 2004 Spiel des Jahres (Quelle: Wikipedia „Spiel des Jahres“, Liste der Preisträger). Seit wann man das Prinzip „Set Collection“ nennt und welches Brettspiel es als erstes so benutzt hat, ist nicht belegt.
Was daran begeistert – und was manche stört
Sets sammeln ist sofort verständlich: Gleiches zu Gleichem, und je mehr, desto besser. Das macht viele dieser Spiele familientauglich, auch für Kinder, die das Prinzip vom Quartett kennen. Spannung entsteht durch das Warten auf die eine fehlende Karte und durch die Frage, wann ihr einlöst. Weil jedes Spiel seine Sets anders wertet – mal zählt Menge, mal Vielfalt –, steckt in dem einfachen Prinzip viel Abwechslung.
Kritik gibt es vor allem am Glück beim Ziehen: Wenn die eine Farbe einfach nicht kommt, hilft auch kluges Planen wenig. In manchen Spielen sammelt jeder still für sich, und die Interaktion beschränkt sich darauf, den anderen eine Karte wegzunehmen. Und die Wertung kann mühsam werden, wenn viele Sorten nach eigenen Regeln zählen, wie in Sushi Go Party!.
Spiele zum Ausprobieren
- Einsteiger: Zug um Zug – das Beispiel aus diesem Artikel; Karten einer Farbe sammeln und gegen Strecken eintauschen. Sushi Go Party! – jede Sushi-Sorte zählt nach eigenen Set-Regeln. Bohnanza – große Bohnenfelder bringen mehr Taler, und gehandelt wird in jedem Zug.
- Kenner: Jaipur – Duell um Waren, bei dem frühes und großes Verkaufen gegeneinander stehen. Rommé – der Klassiker mit Sätzen und Folgen.
- Experten: Great Western Trail – die Hand voller verschiedener Rinderarten entscheidet über das Einkommen in Kansas City.
Häufige Fragen
Was bedeutet Set Collection?
Set Collection heißt auf Deutsch „Sets sammeln“: Ihr tragt Karten oder Plättchen zusammen, die nach den Regeln des Spiels zusammengehören, und bekommt für vollständige Sets Punkte oder etwas im Tausch. Auf boardgamez.de heißt der Filter „Sets sammeln“.
Ist Zug um Zug ein Set-Collection-Spiel?
Ja. Ihr sammelt Wagenkarten einer Farbe, bis das Set so groß ist wie die Strecke, die ihr bauen wollt. Dazu kommen Streckenbau und geheime Zielkarten, die durchgehende Verbindungen verlangen.
Zählen bei Sets nur gleiche Karten?
Nein. In Zug um Zug und Bohnanza zählen gleiche Karten, in Great Western Trail gerade die verschiedenen. In Sushi Go Party! hat fast jede Sorte ihre eigene Regel – bei Tofu etwa sind drei Karten schlechter als zwei.
Was ist der Unterschied zwischen Sets sammeln und Deckbau?
Beim Deckbau verbessert ihr einen Kartenstapel, den ihr immer wieder durchspielt. Beim Sets sammeln geht es darum, welche Karten ihr zusammenbekommt – gewertet oder eingetauscht wird das fertige Set.
Quellen
- Spielregeln der Beispiele, vollständig gelesen (Fundstellen in den Spiele-Einträgen): Zug um Zug (Days of Wonder, Neuausgabe 2025), Sushi Go Party! (Zoch), Jaipur (Asmodee), Bohnanza (AMIGO, 25 Jahre-Edition), Rommé (Regeln des Deutschen Rommé-Verbands), Great Western Trail; Azul (Next Move Games / Plan B Games, geprüftes Regelwissen).
- Wikipedia: „Quartett (Kartenspiel)“ – https://de.wikipedia.org/wiki/Quartett_(Kartenspiel) (abgerufen 05.11.2026), Einzelnachweis Die Zeit: „Als die Trümpfe fahren lernten“, 2003
- Wikipedia: „Happy Families“ – https://en.wikipedia.org/wiki/Happy_Families (abgerufen 05.11.2026)
- Wikipedia: „Rummy“ – https://en.wikipedia.org/wiki/Rummy (abgerufen 05.11.2026), Einzelnachweis David Parlett: The Penguin Book of Card Games, 1978
- Wikipedia: „Spiel des Jahres“ – https://de.wikipedia.org/wiki/Spiel_des_Jahres (abgerufen 05.11.2026)
Stand 05.11.2026 · geschrieben von boardgamez.de in eigenen Worten; Beispiele aus vollständig gelesenen Regelheften. So entsteht das Lexikon
