Meisterwerk

Masterpiece
Spieler
3–6
Dauer
60 Min.
Alter
ab 10
Erschienen
1970
Komplexität
Einsteiger
Mitspieler findenNoch keine StimmenSei der Erste – +5 Punkte

Ein Kunstauktions-Würfelspiel: Ihr rückt über ein Brett, ersteigert Gemälde, deren echten Wert nur der Besitzer kennt (auch Fälschungen sind darunter) und verkauft sie zur rechten Zeit – wer am Ende das größte Vermögen aus Bargeld und Gemälden hat, gewinnt (Regelzusammenfassung Geeky Hobbies).

Meisterwerk (Parker Brothers) ist ein Familienspiel für 3–6 Personen ab 10 Jahren und ist 1970 erschienen. Eine Partie dauert 60 Minuten.

Titelbild: Verlag (geekyhobbies.com) · Produktseite ↗

Auf einen Blick

  • Für wen: Familie und Nostalgiker, die Bluffen und Auktionen mögen
  • Ähnlich wie: keine im Bestand geprüft.
  • Wissenswert: Jedes Gemälde hat eine verdeckte Wertkarte – und manche sind Fälschungen mit Wert null, die man weiterverkaufen kann, ohne dass der Käufer es weiß (Wikipedia). Der Erfinder Christian Thee verklagte Parker Brothers erfolgreich auf 400.000 Dollar (Wikipedia).

So wird gespielt

Regeln in eigenen Worten von boardgamez.de – keine offizielle Spielregel. Maßgeblich ist die Spielregel des Verlags.

Das originale Regelheft war online nicht zu bekommen. Die Erklärung beruht auf der ausführlichen englischen Regelzusammenfassung zur Ausgabe 1996; andere Ausgaben haben abweichende Geldbeträge, Kartenzahlen und Felder. Eigene Worte, keine Seitenzahlen.

Das Ziel in einem Satz

Am Ende hast du mit Bargeld und Gemälden zusammen den größten Wert.

Aufbau

  • Jeder wählt eine Figur und stellt sie auf ein beliebiges Feld des Brettes (der Text des Startfeldes zählt nicht), erhält eine Wertetabelle und 15 Millionen Dollar Spielgeld.
  • Die Wertkarten werden gemischt und verdeckt aufs Brett gelegt, die Gemäldekarten daneben, die Staffelei (Easel) steht für alle sichtbar bereit.
  • Jeder zieht ein Gemälde und eine Wertkarte, sieht sie sich an und legt die Wertkarte verdeckt unter das Gemälde. Wer am höchsten würfelt, beginnt.

So läuft ein Zug ab

Du würfelst, ziehst im Uhrzeigersinn so viele Felder und führst die Anweisung des Feldes aus:

  • Bank-Auktion (Bank Auction): Das oberste Gemälde kommt auf die Staffelei und wird versteigert. Der Gewinner zahlt an die Bank, sieht sich das Bild an und nimmt es samt oberster Wertkarte.
  • Private Auktion: Du musst eines deiner Gemälde zur Versteigerung geben, falls du eines hast (hast du mehrere, wählt dein linker Nachbar). Alle außer dir dürfen bieten; der Gewinner zahlt dir den Betrag.
  • 3 Millionen oder eine Wertkarte: Entweder nimmst du 3 Millionen von der Bank (Pflicht, wenn du kein Gemälde hast) oder eine Wertkarte, die du heimlich an eines deiner Gemälde legst. Hat sie einen Wert, wird er addiert; eine Fälschung macht das Gemälde wertlos. Die Karte bleibt am Gemälde.
  • Gemälde von der Bank kaufen (darfst du): Du zahlst den Preis des Feldes und nimmst oberstes Gemälde samt Wertkarte. Lehnst du ab, wird es versteigert, ohne dass du bieten darfst.
  • Gemälde an die Bank verkaufen (darfst du): Die Bank zahlt dir den Gesamtwert der Wertkarten unter dem Gemälde (mit Fälschung: nichts). Das Gemälde scheidet aus dem Spiel aus – verkaufst du dein wertvollstes, kann es dir nicht mehr gestohlen werden.
  • Gemälde von einem Spieler kaufen (3,5 Millionen): Du darfst ein beliebiges Gemälde eines Mitspielers für 3,5 Millionen kaufen; er darf nicht ablehnen.
  • Gemälde erben: Du bekommst gratis ein Gemälde samt Wertkarte von der Bank.
  • Gemälde für 3,5 Millionen an die Bank verkaufen (musst du): Du bekommst genau 3,5 Millionen, auch wenn es mehr wert ist – am besten gibst du das schwächste Bild oder eine Fälschung.

Auktionsregeln

  • Alle bieten gleichzeitig. Wer durch Landen auf dem Feld die Auktion ausgelöst hat, ist der Auktionator; er entscheidet bei gleichzeitigen Geboten, wer zuerst bot, und darf mitbieten (nicht bei privaten Auktionen).
  • Das Anfangsgebot beträgt mindestens 1 Million, jedes Gebot muss das vorige um mindestens 500.000 übersteigen.
  • Wer mehr bietet, als er an Bargeld hat, zahlt 1 Million Strafe an die Bank; kann er das nicht, setzt er eine Runde aus. Kredite sind verboten.
  • Bieten zwei gleichzeitig denselben Betrag und niemand überbietet, wird die Auktion abgebrochen, und keiner erhält das Gemälde.
  • Gemälde dürfen nur auf passenden Feldern verkauft werden. Wird der Stapel der Wertkarten leer, wird der Ablagestapel neu gemischt.

Spielende und Wertung

Das Spiel endet, sobald das letzte Gemälde von der Bank gekauft oder versteigert ist. Alle zählen ihr Bargeld und den Wert ihrer Gemälde (Summe der Wertkarten, Fälschung = 0). Wer insgesamt am meisten besitzt, gewinnt.

Beispiel

Ein Gemälde hat die Wertkarten 10 Millionen und 6 Millionen: Es ist 16 Millionen wert. Liegt unter dem Bild eine Fälschung, ist es wertlos. Ein Spieler landet auf „Gemälde an die Bank verkaufen“ und besitzt das 16-Millionen-Bild: Er bekommt 16 Millionen. Auf „Gemälde für 3,5 Millionen verkaufen“ hätte er dagegen nur 3,5 Millionen erhalten.

Häufige Irrtümer

  • „Ich darf jederzeit ein Gemälde verkaufen.“ Nein, nur auf den Feldern, die einen Verkauf erlauben.
  • „Beim Feld ‚Wertkarte nehmen‘ kann ich die Karte frei verteilen.“ Du legst sie an eines deiner Gemälde, und sie bleibt dort.
  • „Der Auktionator darf immer mitbieten.“ Nicht bei privaten Auktionen.
  • „Bei Gleichstand gewinnt der Erste.“ Nein, bei gleichem Gebot ohne Überbieten fällt die Auktion aus.
  • „Der Wert eines Bildes steht am Bild.“ Nur der Besitzer kennt ihn; die Werteverteilung kennen alle aus der Tabelle.

Varianten und Ausgaben

Je nach Ausgabe (1970, 1976, 1987, 1996) ändern sich Gemälde, Spielgeld (1970 Höchstwert 1 Million, 1996 zehn Millionen), Wertkarten (24, in der Ausgabe 1996 42) und Aussehen. Die Erklärung oben folgt der Ausgabe 1996.

Stimmen aus Rezensionen

  • Geeky Hobbies (englisch, 2016): reizvolles Thema und viel Auktionsspaß in der Idee, aber sehr glückslastig; weil man kaum etwas über den Wert der Bilder erfährt, rät man meist nur (geekyhobbies.com).
  • Wikipedia (Rezeption): Der Spieldesigner Jon Freeman kritisierte in „The Playboy Winner's Guide to Board Games“ den hohen Glücksanteil; Dice Maestro lobt dagegen die Aufmachung und dass geschicktes Kaufen und Verkaufen zum Sieg führen kann (en.wikipedia.org)).

Auszeichnungen

  • Auszeichnungen: keine geprüft/gefunden.

Ausgaben & Erweiterungen

  • Erstausgabe 1970 (Parker Brothers), Neuauflagen 1976, 1987 (US- und Europaausgabe) und 1996 mit Plastikstaffelei (Wikipedia). Das Spiel ist nicht mehr lieferbar (Wikipedia).
  • Erweiterungen: keine.
  • Nicht verwechseln: Mille Fiori – Die Meisterwerke (Reiner Knizia, 2023) und das Zeichenspiel „Meisterwerke“ von Asmodee/Zygomatic.

Autoren & Verlag

  • Autoren: Marvin Glass, Christian Thee · Illustration: Gemälde bekannter Maler
  • Verlag: Parker Brothers (Original, 1970; Neuauflagen 1976, 1987, 1996; heute Hasbro) · deutsche Ausgabe: Parker, 1971; der deutsche Titel ist uneinheitlich – Händlerangebote führen das Spiel als „Meisterwerk“

Videos auf YouTube

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