Strategie

Backgammon: 10 Strategietipps für bessere Partien

Würfelglück allein gewinnt beim Backgammon selten. Zehn belegte Tipps zu Eröffnung, Blockade, Anker, Rennen und Dopplerwürfel – nach der Spielregel des US-Verbands und anerkannter Strategie-Grundsätze.

von boardgamez ·

Backgammon sieht nach reinem Würfelglück aus, doch wer regelmäßig spielt, merkt schnell: Wohin ihr eure Steine zieht, entscheidet über viele Partien. Diese Tipps richten sich an alle, die die Regeln kennen und nun bessere Züge machen wollen. Grundlage ist die Spielregel des US-Verbands USBGF; hinter jedem Tipp steht sein Beleg, die Nummern beziehen sich auf die Quellenliste unten. Wer die Regeln erst lernen will, findet sie ausführlich in unserem Eintrag zu Backgammon.

Worum es beim Gewinnen geht

Ihr zieht eure 15 Steine in euer Heimfeld und tragt sie dort ab; wer zuerst alle Steine vom Brett hat, gewinnt (Quelle 1, „Object of the Game“). Wie viel ein Sieg wert ist, hängt vom Verlierer ab: Hat er mindestens einen Stein abgetragen, zählt die Partie einfach. Hat er keinen abgetragen, ist es ein Gammon und zählt doppelt; steht dann noch ein Stein von ihm auf der Bar oder in eurem Heimfeld, ist es ein Backgammon und zählt dreifach – jeweils mal dem Wert des Dopplerwürfels (Quelle 1, „Gammons and Backgammons“).

Daraus folgt eine einfache Rechnung zum Rennen: In der Grundaufstellung stehen zwei Steine auf eurer 24, fünf auf der 13, drei auf der 8 und fünf auf der 6 (Quelle 1). Ein Stein auf Zunge n braucht n Augen bis zum Abtragen. Zusammen sind das 2 × 24 + 5 × 13 + 3 × 8 + 5 × 6 = 48 + 65 + 24 + 30 = 167 Augen – für beide Seiten gleich. Diese Summe heißt Pipcount; wer weniger Augen übrig hat, liegt im Rennen vorn (Quelle 2; Quelle 4).

Tipps für die ersten Partien

  • Eröffnungswürfe kennen, die eine Zunge bauen – Mit 3 und 1 spielt ihr 8/5 6/5, mit 4 und 2 8/4 6/4, mit 5 und 3 8/3 6/3 und mit 6 und 1 13/7 8/7; so steht sofort ein neuer Block aus zwei Steinen (laut Computeranalysen in Quelle 3). Mit 6 und 5 läuft ein hinterer Stein gleich von 24 auf 13 (Quelle 3).
  • Einzelne Steine meiden, wo der Gegner sie treffen kann – Ein Stein allein auf einer Zunge (Blot) kann geschlagen werden und muss dann von der Bar neu einsetzen (Quelle 1, „Hitting and Entering“). Zwei oder mehr Steine auf einer Zunge kann der Gegner dagegen nicht betreten (Quelle 1, „Movement of the Checkers“; Quelle 4).
  • Den Spielplan nach der Stellung wählen, nicht vorher – Beide Strategiequellen unterscheiden dieselben Grundpläne: Rennen, Angriff (Blitz), Blockade (Prime), Halten mit einem Anker und als letzten Ausweg das Backgame. Welcher passt, entscheiden Pipcount, Steinverteilung und Würfel (Quelle 2; Quelle 4).
  • Vorn im Rennen: Kontakt lösen und heimlaufen – Liegt ihr im Pipcount klar vorn und kann euch kaum noch ein gegnerischer Stein treffen, bringt eure Steine ohne Blots nach Hause (Quelle 2; Quelle 4). Laut backgammon.com gilt ein Vorsprung von etwa zehn Prozent als bequem (Quelle 4).
  • Die Gammon-Gefahr im Blick behalten – Läuft eine Partie schief, rettet schon ein einziger abgetragener Stein vor dem doppelten Verlust (Quelle 1, „Gammons and Backgammons“).

Tipps für Fortgeschrittene

  • Eine Blockade aus sechs Zungen bauen – Sechs besetzte Zungen am Stück kann kein Stein überspringen: Ein Würfel zeigt höchstens 6, und wer beide Zahlen mit einem Stein zieht, braucht eine freie Zwischenzunge (Quelle 1, „Movement of the Checkers“). Beide Strategiequellen nennen diese Mauer (Prime) als eigenen Spielplan (Quelle 2; Quelle 4); als wertvollste Zungen dafür nennt backgammon.com eure 5 und den Bar-Punkt direkt neben der Bar (Quelle 4).
  • Angreifen, wenn gegnerische Blots in eurem Heimfeld stehen – Beim Blitz schlagt ihr und besetzt euer Heimfeld möglichst schnell (Quelle 2; Quelle 4). Sind alle sechs Zungen dort mit je zwei Steinen besetzt, kann ein geschlagener Stein nicht einsetzen und der Gegner verliert seinen ganzen Zug (Quelle 1, „Hitting and Entering“). Laut Quelle 2 gewinnt ein erfolgreicher Blitz oft mit Gammon.
  • Gegen einen Angriff einen Anker machen – Ein Anker sind zwei eigene Steine im Heimfeld des Gegners; von dort könnt ihr warten und später einen Stein treffen (Quelle 2; Quelle 4). Am stärksten sind laut backgammon.com die Anker auf der 5 und der 4 des Gegners (Quelle 4).
  • Das Backgame nur, wenn es nicht anders geht – Zwei oder mehr Anker tief im gegnerischen Feld bei großem Rückstand im Rennen: Beide Quellen sehen das als Rettungsplan, nicht als Plan von Anfang an (Quelle 2; Quelle 4). Es scheitert, wenn euer eigenes Heimfeld zerfällt, bevor ihr treffen könnt (Quelle 4).
  • Den Dopplerwürfel im reinen Rennen nach dem Pipcount führen – Ohne Kontakt ist der Pipcount die wichtigste Grundlage für Verdoppeln und Annehmen (Quelle 2; Quelle 4). Als Faustregel nennt backgammon.com, ab etwa acht Prozent Vorsprung über das Verdoppeln nachzudenken (Quelle 4). Rechnerisch lohnt das Annehmen ohne Gammons laut Quelle 2 im Geldspiel ab etwa 22 Prozent Gewinnchance.

Häufige Fehler

  • Einen Pasch nur zweimal ziehen – Bei einem Pasch zieht ihr die Zahl viermal (Quelle 1, „Movement of the Checkers“).
  • Die kleinere Zahl spielen, wenn nur eine geht – Geht die eine oder die andere Zahl, aber nicht beide, müsst ihr die größere spielen (Quelle 1, „Movement of the Checkers“).
  • Andere Steine ziehen, solange einer auf der Bar steht – Erst müssen alle Steine von der Bar eingesetzt sein (Quelle 1, „Hitting and Entering“).
  • Nach dem Würfeln verdoppeln – Verdoppeln dürft ihr nur zu Beginn eures Zugs, bevor ihr würfelt; danach darf nur der Spieler, der angenommen hat, als Nächster verdoppeln (Quelle 1, „Doubling“).
  • Abtragen, obwohl noch ein Stein draußen steht – Abtragen ist erst erlaubt, wenn alle 15 Steine im Heimfeld stehen; wird beim Abtragen ein Stein geschlagen, muss er erst zurück ins Heimfeld (Quelle 1, „Bearing Off“).

Unser Fazit

Gute Backgammon-Partien beginnen mit sicheren Blöcken statt einzelner Steine, mit einem Blick auf den Pipcount und mit der Frage, welcher Spielplan zur Stellung passt: Rennen, Angriff, Blockade oder Halten. Die Tipps sind Orientierung, kein Erfolgsrezept – die Würfel bleiben im Spiel, und im Turnier kann der Spielstand im Match andere Züge verlangen (Quelle 3). Wer üben will, findet in unserem Backgammon-Eintrag auch, wo man kostenlos online spielen kann.

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Das Spiel in der Datenbank

Quellen

  1. Backgammon Basics: How To Play (Spielregel) (usbgf.org)
  2. Backgammon – Abschnitt „Strategy and tactics“ (en.wikipedia.org)
  3. Backgammon opening theory (en.wikipedia.org)
  4. Backgammon's 5 Core Strategies (backgammon.com)

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen erstellt und von boardgamez veröffentlicht. Fehler entdeckt? Schreib uns – Kontakt im Impressum.

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