Poker

Spieler
2–10
Dauer
60 Min.
Alter
ab 12
Herkunft
überliefert
kein Verlag
Komplexität
Mittel
Mitspieler findenNoch keine StimmenSei der Erste – +5 Punkte

Jeder bekommt zwei verdeckte Karten, in die Mitte kommen nach und nach fünf offene Karten für alle; wer aus diesen sieben Karten die beste Hand aus fünf Karten bildet – oder alle anderen zum Aufgeben bringt –, gewinnt die Chips in der Mitte (Grundregel Texas Hold'em).

Poker ist ein traditionelles Spiel ohne Verlag für 2–10 Personen ab 12 Jahren. Eine Partie dauert 60 Minuten.

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Häufige Regelfragen zu Poker

Antworten aus der Poker TDA Rules 2026, Version 1.1 vom 21.09.2026 (Langfassung mit Empfehlungen und Erläuterungen, 26 S.) und Grundregel von pagat.com (John McLeod): Regeln des Pokerspiels, Rangfolge der Pokerblätter, Wetten und Showdown, Texas Hold'em · Stand 28.10.2026

Was ist beim Poker höher: Flush oder Straße?

Der Flush (fünf Karten einer Farbe) schlägt die Straße (fünf Karten in Folge). Über beiden steht das Full House, darunter der Drilling. Die Reihenfolge von oben: Royal Flush, Straight Flush, Vierling, Full House, Flush, Straße, Drilling, Zwei Paare, Ein Paar, Höchste Karte.

Regelheft: Grundregel · Rangfolge der Pokerblätter

Entscheidet bei gleicher Hand die Farbe?

Nein. Alle vier Farben sind gleich viel wert. Sind die besten fünf Karten zweier Spieler bis auf die Farbe gleich, wird der Pot geteilt. Die Farbfolge Pik, Herz, Karo, Kreuz dient nur zum Auslosen, etwa des ersten Gebers.

Regelheft: Grundregel · Rangfolge, Rangfolge der Farben; Regeln, Austeilen

Muss man beim Texas Hold'em beide Handkarten verwenden?

Nein. Du bildest die beste Hand aus fünf der sieben Karten: mit beiden Startkarten, mit einer oder mit keiner – dann „spielst du das Board“. Um einen Anteil am Pot zu bekommen, musst du beim Showdown aber beide Startkarten aufdecken.

Regelheft: Grundregel · Texas Hold'em, Showdown · TDA 14-A und 20

Ist A-2-3-4-5 eine Straße? Und K-A-2-3-4?

5-4-3-2-A ja – das Ass zählt hier als Eins, es ist die niedrigste Straße. K-A-2-3-4 nein: Um die Ecke geht es nicht, das Ass ist nur ganz oben oder ganz unten erlaubt.

Regelheft: Grundregel · Rangfolge, Straight

Wie viel muss man beim No-Limit mindestens erhöhen?

Mindestens so viel wie der größte vorherige Einsatz oder die größte Erhöhung dieser Setzrunde. Beispiel: A setzt 600, B erhöht auf 1.600 (um 1.000), C auf 3.600 (um 2.000) – wer jetzt erhöhen will, muss auf mindestens 5.600 gehen.

Regelheft: TDA 45-A · Erläuterungen zu Regel 45, Beispiel 1

Darf man erst mitgehen und dann erhöhen („Ich gehe mit und erhöhe …“)?

Nein. Das ist eine verbotene Ketten-Erhöhung („String Raise“). Eine Erhöhung musst du in einer Bewegung setzen oder vorher den vollen Betrag ansagen. Sonst zählt nur das Mitgehen.

Regelheft: TDA 44 und 58 · Grundregel · Wetten und Showdown, Erhöhen

Ist ein einzelner großer Chip eine Erhöhung?

Nein, wenn du nichts sagst: Ein einzelner zu großer Chip gilt als Call. Willst du damit erhöhen, sag „Raise“, bevor der Chip den Tisch berührt.

Regelheft: TDA 46

Was passiert, wenn jemand nicht genug Chips zum Mitgehen hat?

Er geht All-in mit allem, was er hat, und spielt nur noch um den Haupttopf: Von jedem Gegner kann er höchstens so viel gewinnen, wie er selbst gesetzt hat. Alles darüber kommt in einen Nebentopf, um den nur die anderen spielen. Die Nebentöpfe werden zuerst vergeben.

Regelheft: Grundregel · Regeln, Austeilen und Wetten; Wetten, Neben-Pots · TDA 23

Wer muss beim Showdown zuerst seine Karten zeigen?

Wer in der letzten Setzrunde zuletzt gesetzt oder erhöht hat. Wurde in der letzten Runde nur geschoben, beginnt der erste Spieler links vom Button. Geben alle bis auf einen auf, muss der Gewinner seine Karten nicht zeigen.

Regelheft: TDA 18-A und 18-B · Grundregel · Wetten und Showdown

Wer setzt zu zweit (Heads-up) die Blinds?

Der Spieler mit dem Button setzt den Small Blind, der andere den Big Blind. Vor dem Flop handelt der Button zuerst, in allen späteren Setzrunden zuletzt.

Regelheft: TDA 36-C · Grundregel · Texas Hold'em

Darf der Big Blind noch erhöhen, wenn alle nur mitgehen?

Ja. Der Big Blind ist vor dem Flop als Letzter dran und darf erhöhen, auch wenn alle anderen nur mitgegangen sind. Will er nicht, schiebt er, und der Flop kommt.

Regelheft: Grundregel · Texas Hold'em, Austeilen und Einsätze

Verliert man, wenn man seine Hand falsch ansagt?

Nein. Beim Showdown sprechen die Karten: Es zählt die beste Hand, die deine aufgedeckten Karten ergeben, egal was du sagst. Jeder am Tisch soll sich melden, wenn er einen Fehler beim Lesen der Hände bemerkt.

Regelheft: TDA 13

AnspruchMittel

Auf einen Blick

  • Für wen: Runden von 2 bis 10 Spielern, die gern pokern, ohne um Geld zu spielen: mit Chips als Spielmarken, als Turnier unter Freunden
  • Ähnlich wie: The Gang (Texas Hold'em kooperativ, ohne Einsätze und Bluff), Coup (Bluffen mit verdeckten Rollen), Skull (Bieten und Bluffen mit nur vier Scheiben)
  • Wissenswert: Das früheste Poker kam mit 20 Karten aus: nur Asse, Könige, Damen, Buben und Zehnen, je fünf für vier Spieler – so beschreiben es zwei Zeitzeugen für die Zeit um 1829 (pagat, Geschichte des Pokerspiels). · „Die Karten sprechen“: Wer seine Hand falsch ansagt, verliert dadurch nicht – es zählt, was offen auf dem Tisch liegt (TDA 13).

So wird gespielt

Fundstellen: „TDA 45-A“ = Regel 45-A der TDA-Regeln 2026, „TDA Erläuterungen“ = deren Beispielteil (Illustration Addendum), „Grundregel …“ = die jeweilige Seite auf pagat.com (Regeln, Rangfolge, Wetten und Showdown, Texas Hold'em). Die TDA-Regeln sind für Turniere mit Turnierleitung geschrieben. Am Küchentisch entscheidet ihr gemeinsam – und wie im Turnier gilt: Fairness geht vor dem Buchstaben der Regel (TDA 1).

Gespielt wird ohne Geld. Diese Seite erklärt Poker als Gesellschaftsspiel mit Chips als Spielmarken. Glücksspiel um Geld ist in Deutschland gesetzlich geregelt: Ein Glücksspiel liegt vor, wenn für eine Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt (§ 3 Abs. 1 Glücksspielstaatsvertrag 2021), und wer ohne behördliche Erlaubnis öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet, macht sich strafbar (§ 284 StGB).

Das Ziel in einem Satz

Gewinne die Chips in der Mitte, den Pot: entweder mit der besten Hand aus fünf Karten beim Aufdecken am Schluss (Showdown) oder weil alle anderen vorher aufgegeben haben (Grundregel Regeln). Wer zuletzt alle Chips hat, gewinnt das Turnier (Grundregel Wetten).

Material

  • Ein Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker (Grundregel Hold'em). Ein Joker oder eine doppelte Karte macht das Kartenspiel ungültig (TDA 37-E).
  • Chips in mehreren Farben. Traditionell gibt es weiße (Wert 1), rote (Wert 5) und blaue (Wert 25); viele Sätze haben auch 10er und 100er (Grundregel Wetten). Vor dem Spiel legt ihr fest, welche Farbe wie viel zählt.
  • Ein Dealer-Button – eine Scheibe, die zeigt, wer gerade Geber ist. Er wandert nach jeder Hand einen Platz nach links (Grundregel Regeln).

Die Karten zählen von hoch nach niedrig Ass, König, Dame, Bube, 10, 9 … 2. Das Ass darf außerdem als niedrigste Karte unter der 2 zählen, aber nur für die Straße 5-4-3-2-A (Grundregel Regeln). Alle vier Farben sind gleich viel wert (Grundregel Rangfolge).

Die Reihenfolge der Karten von hoch nach niedrig: Ass, König, Dame, Bube, 10 bis 2. Das gilt in jeder Farbe gleich.

Vor dem Spiel: Chips verteilen

  • Für ein Turnier unter Freunden bekommt jeder gleich viele Chips. Wer keine mehr hat, scheidet aus; wer am Ende alle hat, gewinnt (Grundregel Wetten, „Freezeout“).
  • Damit das Turnier nicht endlos dauert, werden die Pflichteinsätze (die Blinds, siehe unten) in festen Abständen erhöht (Grundregel Wetten). Eine neue Stufe gilt immer ab der nächsten Hand (TDA 25-A).
  • Für eine Runde ohne Ausscheiden nennt die Grundregel als übliche Mindestausstattung das 10- bis 20-Fache des Mindesteinsatzes (Grundregel Regeln). Beispiel: Ist der Big Blind 2, hat jeder mindestens 20 bis 40 in Chips.
  • Gesetzt wird nur mit den Chips, die vor dir liegen – während einer Hand holst du nichts nach (Grundregel Wetten, „Tischeinsätze“).

Wer gibt? Button und Blinds

  • Den ersten Geber lost ihr aus: Jeder zieht eine Karte, die höchste gewinnt. Bei gleich hohen Karten entscheidet hier ausnahmsweise die Farbe: Pik vor Herz vor Karo vor Kreuz (Grundregel Regeln). Beim Vergleich der Hände zählt die Farbe dagegen nie.
  • Der Geber bekommt den Dealer-Button. Nach jeder Hand wandert er einen Platz nach links (Grundregel Regeln).
  • Vor dem Geben setzen zwei Spieler Pflichteinsätze, die Blinds – sie werden gesetzt, bevor jemand seine Karten kennt (Grundregel Wetten): Der Spieler links vom Button setzt den Small Blind, der nächste links davon den Big Blind. Der Big Blind ist der Mindesteinsatz, der Small Blind meist die Hälfte davon (Grundregel Hold'em).
  • Zu zweit (Heads-up) ist es anders: Der Spieler mit dem Button setzt den Small Blind, der andere den Big Blind. Der Button handelt vor dem Flop zuerst und danach in jeder Setzrunde zuletzt (TDA 36-C; Grundregel Hold'em).
PlatzNameWas er tut
ButtonGeberhandelt nach dem Flop als Letzter
links vom ButtonSmall Blindsetzt den kleinen Pflichteinsatz
zwei links vom ButtonBig Blindsetzt den Mindesteinsatz, handelt vor dem Flop als Letzter
links vom Big Blind„Under the Gun“eröffnet die erste Setzrunde

Die Bezeichnungen der Plätze stehen im Glossar der TDA.

So läuft eine Hand ab

Eine Hand ist eine Runde vom Geben bis zur Vergabe des Pots. Sie hat bis zu vier Setzrunden (Grundregel Hold'em).

  1. Blinds setzen. Small Blind und Big Blind legen ihre Chips vor sich.
  2. Geben. Der Geber mischt, lässt abheben, legt die oberste Karte verdeckt beiseite („brennen“) und gibt dann jedem reihum im Uhrzeigersinn eine Karte verdeckt, bis jeder zwei hat. Diese zwei Karten heißen Startkarten oder Hole Cards. Schau sie an, zeig sie niemandem (Grundregel Hold'em).
  3. Erste Setzrunde („vor dem Flop“). Es beginnt der Spieler links vom Big Blind. Die Blinds zählen als Einsätze: Der Small Blind zahlt zum Mitgehen nur die Differenz. Der Big Blind ist als Letzter dran und darf erhöhen, auch wenn alle anderen nur mitgegangen sind (Grundregel Hold'em).
  4. Der Flop. Der Geber brennt eine Karte und legt drei Karten offen in die Mitte. Zweite Setzrunde; es beginnt der erste noch aktive Spieler links vom Button (Grundregel Hold'em).
  5. Der Turn. Eine Karte brennen, eine Karte offen dazu. Dritte Setzrunde, wieder ab links vom Button (Grundregel Hold'em).
  6. Der River. Eine Karte brennen, die fünfte offene Karte. Vierte und letzte Setzrunde (Grundregel Hold'em).
  7. Showdown. Sind noch mindestens zwei Spieler dabei, decken sie auf, und die beste Hand gewinnt (Grundregel Hold'em). Geben alle bis auf einen auf, gewinnt dieser sofort – ohne seine Karten zu zeigen (Grundregel Regeln; TDA 18-B).

Die fünf offenen Karten in der Mitte heißen zusammen Board. Sie gehören allen (Grundregel Hold'em).

Deine Startkarten: Für die anderen liegen sie verdeckt da (links), nur du kennst sie – hier Pik-Ass und Herz-König.
Der Flop: drei offene Karten in der Mitte, die jeder für seine Hand nutzen darf.
Der Turn: Die vierte offene Karte kommt dazu, hier die Pik-Dame.
Der River: Die fünfte offene Karte macht das Board komplett. Jetzt hat jeder sieben Karten zur Auswahl: zwei eigene und fünf gemeinsame.

Was du tun kannst, wenn du dran bist

Gehandelt wird reihum im Uhrzeigersinn, jeder erst, wenn er an der Reihe ist (Grundregel Regeln; TDA 52-A). Eine Setzrunde endet, wenn jeder noch aktive Spieler gleich viel gesetzt hat – oder wenn alle geschoben haben (Grundregel Regeln).

AnsageWann?Was passiert
Check (Schieben)noch kein Einsatz in dieser Rundedu bleibst drin, ohne zu setzen
Bet (Setzen)noch kein Einsatz in dieser Rundedu eröffnest mit mindestens dem Big Blind
Call (Mitgehen)es liegt ein Einsatzdu zahlst so viel, dass du gleichziehst
Raise (Erhöhen)es liegt ein Einsatzdu ziehst gleich und legst etwas drauf
Fold (Aufgeben)jederzeit, wenn du dran bistKarten verdeckt weg, deine Chips im Pot sind verloren
All-injederzeit, wenn du dran bistdu setzt alle deine Chips

Die Begriffe Bet, Raise, Call, Fold, Check und All-in sind die offiziellen Ansagen; Klopfen auf den Tisch heißt Check (TDA 3-A). Wer aufgibt, nimmt an dieser Hand nicht mehr teil (Grundregel Regeln).

Gut zu wissen:

  • Sagst du „Call“, obwohl niemand gesetzt hat, gilt das als Check (TDA 57).
  • Sagst du „Check“, obwohl schon ein Einsatz liegt, darfst du nur noch mitgehen oder aufgeben, nicht erhöhen (TDA 57).
  • Aufgeben ohne Not – also wenn du gratis schieben könntest – ist im Turnier verbindlich und wird bestraft (TDA 60). Sinn ergibt es ohnehin nicht (Grundregel Wetten).
  • Was du in der Reihe sagst, gilt: Wer „Call“ sagt, muss den vollen Betrag zahlen (TDA 53-A).

Wie viel darfst du setzen? (No-Limit)

Die Grundfassung ist No-Limit Texas Hold'em: Jeder Einsatz muss mindestens so hoch sein wie der Mindesteinsatz, nach oben gibt es keine Grenze außer deinen eigenen Chips (Grundregel Wetten).

  • Kleinster Einsatz: der Big Blind (Grundregel Hold'em).
  • Kleinste Erhöhung: mindestens so viel wie der größte vorherige Einsatz oder die größte vorherige Erhöhung in dieser Setzrunde (TDA 45-A).
  • Beliebig oft erhöhen: Bei No-Limit gibt es keine Höchstzahl an Erhöhungen (TDA 50).

Beispiel aus den TDA-Erläuterungen zu Regel 45 (Blinds 100/200, nach dem Flop):

SpielerAktionErhöhung umGesamt
Asetzt–600
Berhöht1.0001.600
Cerhöht2.0003.600
Dwill erhöhenmindestens 2.000mindestens 5.600

D muss nicht 3.600 drauflegen, sondern nur so viel, wie die größte Erhöhung (2.000) betrug: 3.600 + 2.000 = 5.600.

So setzt du richtig:

  • Ansage oder Chips – was zuerst kommt, zählt (TDA 42-A). Sag den Betrag laut oder schieb die Chips in einer Bewegung vor (TDA 44).
  • Keine Ketten-Erhöhung: „Ich gehe mit … und erhöhe“ oder erst Chips zum Mitgehen, dann noch mal welche nachschieben ist verboten (TDA 58; Grundregel Wetten). Dann gilt es nur als Mitgehen (Grundregel Wetten).
  • „Raise, achttausend“ heißt: insgesamt 8.000, nicht 8.000 obendrauf (TDA 45-B).
  • Ein einzelner großer Chip ohne Ansage ist nur ein Call (TDA 46). Wer damit erhöhen will, sagt vorher „Raise“.
  • Die 50-Prozent-Regel: Legst du, ohne vorher „Raise“ zu sagen, mehr hin als zum Mitgehen nötig, aber weniger als eine volle Erhöhung, gilt: Ist das Mehr mindestens die Hälfte einer Mindesterhöhung, musst du auf eine volle Mindesterhöhung aufstocken; ist es weniger, ist es nur ein Call (TDA 45-A). Beispiel aus Regel 45-A: Eröffnet wird mit 1.000; wer wortlos 1.400 hinlegt, geht nur mit – 400 sind weniger als die Hälfte von 1.000.

All-in und Nebentöpfe

Reichen deine Chips nicht zum Mitgehen, darfst du trotzdem bleiben: Du gehst All-in mit allem, was du hast. Dann kannst du von jedem Gegner höchstens so viel gewinnen, wie du selbst gesetzt hast. Alles darüber kommt in einen Nebentopf (Side Pot), um den nur die anderen spielen (Grundregel Regeln; Grundregel Wetten).

Durchgerechnetes Beispiel (zur Vereinfachung ohne Blinds): Anna hat 30 Chips, Ben 80, Cem 200. Anna geht All-in mit 30, Ben All-in mit 80, Cem geht mit 80 mit.

TopfWer zahlt einInhaltWer kann ihn gewinnen
Haupttopfje 30 von Anna, Ben, Cem90Anna, Ben, Cem
Nebentopfje 50 von Ben und Cem100Ben, Cem

Beim Showdown hat Anna die beste Hand, Ben die zweitbeste, Cem die schlechteste: Anna bekommt den Haupttopf (90), Ben den Nebentopf (100), Cem behält seine restlichen 120. Zusammen sind das wieder 90 + 100 + 120 = 310 Chips, so viele wie am Anfang (30 + 80 + 200).

  • Jeder Topf wird für sich vergeben (TDA 23), die Nebentöpfe zuerst, zuletzt der Haupttopf (Grundregel Regeln; TDA Erläuterungen zu Regel 17).
  • Sobald jemand All-in ist und niemand mehr setzen kann, decken alle Beteiligten ihre Karten sofort auf; erst dann kommen die restlichen Board-Karten (TDA 17 mit Erläuterungen).
  • Ein zu kleines All-in eröffnet die Setzrunde nicht neu: Wer schon gehandelt hat und danach nur einer kleineren als einer vollen Erhöhung gegenübersteht, darf nur mitgehen oder aufgeben (TDA 49-A).

Beispiel aus der Grundregel (No-Limit, nach dem Flop, 100 im Pot): A schiebt, B setzt 20, C geht mit 20 mit, D geht All-in mit 35 – das ist nur eine Erhöhung um 15. E darf aufgeben, mit 35 mitgehen oder auf mindestens 55 erhöhen (35 + 20). Gehen E und A nur mit oder geben auf, dürfen B und C nicht mehr erhöhen, sondern nur die fehlenden 15 zahlen oder aussteigen (Grundregel Wetten).

Showdown: Wer gewinnt?

  • Jeder bildet aus seinen zwei Startkarten und den fünf Board-Karten die beste Hand aus genau fünf Karten. Erlaubt ist alles: beide Startkarten, eine oder keine – dann „spielst du das Board“ (Grundregel Hold'em).
  • Die zwei Karten, die du nicht brauchst, zählen überhaupt nicht (Grundregel Hold'em).
  • Die Karten sprechen: Es zählt die beste Hand, die deine aufgedeckten Karten ergeben – egal, was du ansagst (TDA 13; Grundregel Hold'em).
  • Um einen Pot zu gewinnen, musst du beide Startkarten offen hinlegen, auch wenn du nur das Board spielst (TDA 14-A, TDA 20).
  • Wer deckt zuerst auf? Wer in der letzten Setzrunde zuletzt gesetzt oder erhöht hat. Wurde in der letzten Runde nur geschoben, beginnt der erste Spieler links vom Button (TDA 18-A; Grundregel Wetten).
  • Gleich gute Hände teilen den Pot (Grundregel Regeln). Lässt er sich nicht glatt teilen, bekommt der erste Spieler links vom Button den übrigen Chip (TDA 21-A).
Showdown. Anna (♠A ♥K) hat Zwei Paare: Asse und Neunen mit König. Ben (♦D ♣D) hat mit der Pik-Dame im Board ein Full House: drei Damen und zwei Neunen. Ben gewinnt.
Drei Spieler, eine Hand: Alle bilden Dame-Dame-Neun-Neun mit dem Ass aus dem Board. König, Sechsen und Drei zählen nicht mehr mit – der Pot wird durch drei geteilt (Beispiel aus der Grundregel).
Das Board selbst ist eine Straße bis zum Ass. Besser geht es mit diesen fünf Karten für niemanden – alle, die bis zum Schluss dabei sind, spielen das Board und teilen.

Die Rangfolge der Hände

Eine Pokerhand hat immer genau fünf Karten. Jede Hand einer höheren Stufe schlägt jede Hand einer niedrigeren Stufe – ein Drilling schlägt also immer Zwei Paare (Grundregel Rangfolge).

RangHandWas sie ist
1Royal FlushA-K-D-B-10 in einer Farbe
2Straight Flushfünf Karten in Folge, alle in einer Farbe
3Vierlingvier gleiche Werte
4Full Houseein Drilling und ein Paar
5Flushfünf Karten einer Farbe
6Straßefünf Karten in Folge, gemischte Farben
7Drillingdrei gleiche Werte
8Zwei Paarezwei verschiedene Paare
9Ein Paarzwei gleiche Werte
10Höchste Kartenichts von alledem

Die Grundregel zählt den Royal Flush nicht als eigene Stufe, sondern als höchsten Straight Flush; viele Übersichten führen ihn getrennt, damit es zehn Stufen werden (Grundregel Rangfolge; pagat, Geschichte des Pokerspiels). Am Ergebnis ändert das nichts.

1. Royal Flush

Ass, König, Dame, Bube und Zehn in derselben Farbe. Die beste Hand im Spiel; zwei Royal Flushs gleichzeitig wären gleich gut (Grundregel Rangfolge).

Royal Flush: Ass bis Zehn, alle in Herz.

2. Straight Flush

Fünf Karten in Folge in derselben Farbe. Bei zwei Straight Flushs gewinnt der mit der höheren Spitze. Der niedrigste ist 5-4-3-2-A – hier zählt das Ass als Eins, die höchste Karte ist die Fünf (Grundregel Rangfolge).

Straight Flush: Neun bis Fünf in Pik.

3. Vierling (Vierer, „Quads“)

Vier Karten mit demselben Wert und eine beliebige fünfte, der Kicker. Der höhere Vierling gewinnt; bei gleichem Vierling entscheidet der Kicker (Grundregel Rangfolge).

Vierling: vier Damen, dazu die Karo-Sieben als Kicker.

4. Full House

Drei Karten eines Werts und zwei eines anderen. Zuerst zählt der Drilling: 9-9-9-4-4 schlägt 8-8-8-A-A. Erst bei gleichem Drilling entscheidet das Paar (Grundregel Rangfolge).

Full House: drei Zehnen und zwei Vieren („Zehnen über Vieren“).

5. Flush

Fünf Karten derselben Farbe, nicht in Folge. Verglichen wird erst die höchste Karte, dann die zweithöchste und so weiter: K-B-9-3-2 schlägt K-B-7-6-5 (Grundregel Rangfolge).

Flush: fünf Karo-Karten, Ass hoch.

6. Straße (Straight)

Fünf Karten in Folge, nicht alle in derselben Farbe. Die höchste ist A-K-D-B-10, die niedrigste 5-4-3-2-A („Wheel“). Um die Ecke geht es nicht: K-A-2-3-4 ist keine Straße (Grundregel Rangfolge).

Straße: Acht bis Vier in gemischten Farben.
Die niedrigste Straße: 5-4-3-2-A. Das Ass zählt hier als Eins, die höchste Karte ist die Fünf – 6-5-4-3-2 schlägt sie.

7. Drilling

Drei Karten mit demselben Wert und zwei verschiedene andere. Bei gleichem Drilling entscheiden die beiden anderen Karten, die höhere zuerst (Grundregel Rangfolge).

Drilling: drei Siebenen, dazu König und Zwei.

8. Zwei Paare

Zwei Paare mit verschiedenen Werten und eine fünfte Karte. Erst zählt das höhere Paar, dann das niedrigere, dann die fünfte Karte: B-B-2-2-4 schlägt 10-10-9-9-8 (Grundregel Rangfolge).

Zwei Paare: Buben und Dreien, dazu ein Ass.

9. Ein Paar

Zwei Karten mit demselben Wert und drei verschiedene andere. Bei gleichem Paar entscheiden die übrigen drei Karten der Reihe nach (Grundregel Rangfolge).

Ein Paar: zwei Damen, dazu Ass, Acht und Sieben.

10. Höchste Karte

Keine der Kombinationen oben. Es gewinnt die höhere höchste Karte, dann die zweithöchste und so weiter: A-B-9-5-3 schlägt A-10-9-6-4 (Grundregel Rangfolge).

Höchste Karte: kein Paar, keine Straße, kein Flush – Ass hoch.

Gleichstand und Kicker

Haben zwei Spieler dieselbe Stufe, entscheidet der Wert der Karten: zuerst die Gruppe mit den meisten gleichen Karten (der Vierling, der Drilling, sonst das höhere Paar), dann die übrigen Karten von oben nach unten. Die Farbe entscheidet nie – sind die fünf Karten bis auf die Farbe gleich, wird geteilt (Grundregel Regeln; Grundregel Rangfolge).

Kicker entscheidet: Beide haben ein Paar Könige mit dem König im Board. Links K-K-D-8-5, rechts K-K-B-8-5 – die Dame schlägt den Buben, links gewinnt.

Streit- und Sonderfälle

  • Karten weggeworfen: Wer seine Karten verdeckt in den Ablagestapel (Muck) schiebt, ohne sie richtig aufzudecken, hat keinen Anspruch mehr auf den Pot, wenn sie sich nicht zweifelsfrei zurückholen lassen (TDA 14-B, TDA 15). Schütze deine Karten, bis der Pot vergeben ist (TDA 67-A).
  • Hand zeigen lassen: Wurde am River gesetzt, darf jeder, der mitgegangen ist und seine Karten noch hat, die Hand des letzten Setzers sehen – „die Hand, für die er bezahlt hat“ (TDA 19-B). Wer seine Karten schon verdeckt weggeworfen hat, verliert dieses Recht (TDA 19-A).
  • Außer der Reihe gehandelt: Das Spiel geht zum Spieler zurück, der dran war. Ändert sich bis zu dir nichts (er schiebt, geht mit oder gibt auf), gilt deine vorgezogene Aktion; ändert er etwas (setzt oder erhöht), hast du wieder alle Möglichkeiten. Ein vorgezogenes Aufgeben gilt immer (TDA 55-A).
  • Zu zweit vorgezogen geschoben: Wer im Heads-up außer der Reihe schiebt, darf in dieser Setzrunde nur noch mitgehen oder aufgeben, nicht erhöhen (TDA 55-B).
  • Falsch gegeben: Deckt der Geber versehentlich eine der ersten beiden Karten oder zwei andere verdeckte Karten auf, bekommt jemand die falsche Zahl Karten oder landet die erste Karte am falschen Platz, wird neu gegeben – genauso wie vorher, der Button bleibt (TDA 37-A, 37-C). Das geht nur, solange noch keine wesentliche Handlung stattgefunden hat: zwei Aktionen nacheinander, von denen mindestens eine Chips in den Pot bringt, oder drei Aktionen beliebiger Art (TDA 37-D, TDA 38). Danach läuft die Hand weiter.
  • Vier Karten im Flop: Die vier Karten werden verdeckt gemischt, eine davon wird zufällig zur gebrannten Karte, die anderen drei sind der Flop (TDA 41-A).
  • „Was wäre gekommen?“ Nach Ende einer Hand die restlichen Karten aufzudecken („Rabbit Hunting“) ist im Turnier nicht erlaubt (TDA 30).
  • Wie viel hat der Gegner? Die Chips müssen gut sichtbar und zählbar gestapelt sein, im Turnier in Stapeln zu je 20 (TDA 27-A). Genau nachzählen lassen darfst du nur, wenn du einem All-in gegenüberstehst und dran bist (TDA 62).
  • Wer mitgeht, ist selbst verantwortlich: Du musst vor dem Mitgehen wissen, wie hoch der Einsatz ist – auch wenn dir jemand eine falsche Zahl nennt (TDA 51).
  • Ein Spieler, eine Hand: Niemand berät einen anderen, zeigt seine Karten herum oder bespricht laufende Hände (TDA 69). Absprachen gegen Dritte – zum Beispiel sich gegenseitig zu schonen – sind verboten (TDA 71).
  • Fehler beim Vorlesen: Ob eine Hand richtig gelesen wurde, darf man anfechten, bis die nächste Hand beginnt (TDA 24). Jeder am Tisch soll sich melden, wenn er einen Fehler sieht (TDA 13).

Häufige Irrtümer

  • „Bei gleicher Hand gewinnt die höhere Farbe, Pik vor Herz.“ – Nein. Die Farben sind gleich viel wert, gleiche Hände teilen (Grundregel Rangfolge). Die Farbfolge Pik, Herz, Karo, Kreuz dient nur zum Auslosen von Plätzen und Ähnlichem (Grundregel Regeln).
  • „Wer seine Hand falsch ansagt, hat verloren.“ – Nein. Die Karten sprechen; es zählt, was offen liegt (TDA 13).
  • „Ich gehe mit … und erhöhe“ ist erlaubt. – Nein. Erst mitgehen und dann nachlegen ist eine verbotene Ketten-Erhöhung (TDA 58; Grundregel Wetten).
  • „Ein großer Chip ohne Ansage ist eine Erhöhung.“ – Nein, nur ein Call, wenn du nicht vorher „Raise“ sagst (TDA 46).
  • „K-A-2-3-4 ist eine Straße.“ – Nein, um die Ecke zählt nicht (Grundregel Rangfolge).
  • „Man muss beide Startkarten verwenden.“ – Nein. Du darfst zwei, eine oder keine verwenden (Grundregel Hold'em) – zeigen musst du beim Showdown aber beide (TDA 20).
  • „Die sechste und siebte Karte entscheiden bei Gleichstand.“ – Nein. Es zählen nur die besten fünf Karten (Grundregel Hold'em).
  • „Wenn alle nur mitgehen, ist der Big Blind fertig.“ – Nein. Der Big Blind darf als Letzter noch erhöhen (Grundregel Hold'em).
  • „Jedes All-in eröffnet die Runde neu.“ – Nein. Ein All-in unter einer vollen Erhöhung erlaubt denen, die schon gehandelt haben, nur Mitgehen oder Aufgeben (TDA 49-A).
  • „Ein Flush schlägt ein Full House.“ – Nein, das Full House steht höher (Grundregel Rangfolge).
  • „Mit einer Straße ist man gegen einen Drilling hinten.“ – Nein, die Straße schlägt den Drilling (Grundregel Rangfolge).

Tipps für die erste Partie

Keine Regeln, sondern Hinweise aus den Quellen, die Streit am Tisch vermeiden:

  • Klärt die Hausregeln vorher: Variante, Einsatzhöhe, wie oft die Blinds steigen. Streit über Regeln mitten im Spiel lässt sich schwer fair lösen (Grundregel Regeln, Abschnitt Vorbereitung).
  • Stapelt die Chips ordentlich, höhere Werte gut sichtbar: Dann sieht jeder auf einen Blick, wie viel der andere hat (TDA 27-A; TDA 73).
  • Lasst eure Einsätze vor euch liegen, bis die Setzrunde vorbei ist, und schiebt sie erst dann in die Mitte. So sieht jeder, wer wie viel gesetzt hat (Grundregel Wetten).
  • Fragt neutral: Statt „Hat er erhöht?“ besser „Was hat er gemacht?“ – sonst kann die Frage als eigene Ansage gelten (TDA 3-B).
  • Keine Wenn-dann-Sätze wie „Wenn du setzt, erhöhe ich“: Im Turnier können sie verbindlich sein oder bestraft werden (TDA 61-A).
  • Schaut euch die Rangfolge der Hände als Tabelle an, bis sie sitzt – die Karten sprechen ohnehin für sich (TDA 13).

Varianten

  • Fixed Limit: Alle Einsätze und Erhöhungen haben eine feste Höhe, die in späteren Runden meist verdoppelt wird; die Zahl der Erhöhungen ist begrenzt (Grundregel Wetten; TDA 50). Bei Hold'em mit festem Limit gelten in den ersten zwei Setzrunden die kleinen, in den letzten zwei die großen Einsätze (Grundregel Hold'em).
  • Pot Limit: Ein Einsatz oder eine Erhöhung darf höchstens so groß sein wie der Pot; beim Erhöhen wird dein Mitgehen schon mitgezählt (Grundregel Wetten). Nur bei Pot Limit darf man nach der Höhe des Pots fragen (TDA 56-A).
  • Omaha: Jeder bekommt vier Startkarten und muss für seine Hand genau zwei davon und genau drei Board-Karten verwenden; sonst wie Hold'em, oft mit Pot Limit (Grundregel Omaha).
  • Five Card Draw: Jeder bekommt fünf verdeckte Karten, es gibt kein Board. Nach der ersten Setzrunde darf jeder bis zu drei Karten tauschen, dann folgt die zweite Setzrunde und der Showdown (Grundregel Draw Poker).
  • Hausregel ohne Brennen: Zu Hause wird manchmal ohne gebrannte Karten gespielt, oder die fünf Board-Karten liegen von Anfang an verdeckt da und werden nach und nach umgedreht. Das Ergebnis ist ähnlich, aber jemand könnte die Karten vorzeitig erkennen (Grundregel Hold'em).

Klassiker: Wie das Spiel entstand

  • Ein französisch-amerikanisches Spiel: Poker entstand nach den Belegen zwischen etwa 1810 und 1825 im Gebiet um New Orleans, gespielt in Spielsalons und auf den Mississippi-Dampfern. Die erste zeitgenössische Erwähnung steht in einem Buch von J. Hildreth von 1836; Jonathan H. Green (1843) und Joe Cowell (1844) beschreiben unabhängig voneinander, dass es um 1829 schon viel gespielt wurde (pagat, „Geschichte des Pokerspiels“ von David Parlett).
  • Mit 20 Karten fing es an: Die früheste Form nutzte nur Ass, König, Dame, Bube und Zehn; vier Spieler bekamen je fünf Karten und wetteten ohne Kartentausch. Ab Mitte der 1830er-Jahre setzten sich die 52 Karten durch, dazu kamen Flush, Kartentausch (Draw Poker) und später die Straße (Parlett).
  • Der Name: Wahrscheinlich kommt er vom französischen Spiel Poque, einer Form des deutschen Pochspiels, das schon im 15. Jahrhundert belegt ist – „pochen“ hieß klopfen oder setzen (Parlett). Die oft erzählte Herkunft vom persischen Spiel As-Nas ist umstritten: Beschreibungen von As-Nas gibt es erst ab 1890, und „As“ stammt vom französischen Wort für Ass (Parlett).
  • Hold'em: Spiele mit gemeinsamen Karten in der Mitte tauchen erstmals 1926 unter dem Namen „Spit in the Ocean“ in einem amerikanischen Regelbuch auf (Parlett). Über die Erfindung von Texas Hold'em ist wenig bekannt. Das Parlament von Texas erkennt Robstown offiziell als Geburtsort an und datiert die Erfindung auf das frühe 20. Jahrhundert – Belege dafür nennt die Quelle nicht (Wikipedia „Texas hold 'em“). Nach Las Vegas kam das Spiel 1963 (Corky McCorquodale im California Club) und 1967 mit einer Gruppe texanischer Spieler (ebd.).
  • Vom Saloon zum Turnier: Das moderne Turnierspiel begann 1970 mit der World Series of Poker in Las Vegas (Parlett; Wikipedia „Texas hold 'em“). Nach dem ersten Jahr schlug der Journalist Tom Thackrey vor, das Hauptturnier in No-Limit Texas Hold'em auszutragen (Wikipedia). Seit 2001 arbeitet die TDA an einheitlichen Turnierregeln für die ganze Welt (TDA 2026, Vorbemerkung).

Klassiker: Bedeutung für die Brettspielwelt

  • Poker hat das Bluffen zum Kern eines Spiels gemacht: Man kann gewinnen, ohne die beste Hand zu haben, weil alle anderen aufgeben – einer der ersten Namen des Spiels war sogar „Bluff“ (Parlett).
  • Die Rangfolge der Pokerhände wird auch in anderen Kartenspielen genutzt, etwa Chinese Poker oder Poker Menteur (Grundregel Rangfolge) – und in Brettspielen wie The Gang, das Texas Hold'em kooperativ spielt (Eintrag The Gang).
  • Poker hat fein geregelte Turnierabläufe: Die TDA-Regeln legen bis ins Detail fest, wie Chips gesetzt, Karten gezeigt und Fehler behoben werden (TDA-Regeln 1–74 mit Empfehlungen und Erläuterungen).

Klassiker: Moderne Alternativen

  • The Gang – Wenn dir an Poker das Einschätzen der eigenen Hand Spaß macht, aber nicht das Gegeneinander: Ihr spielt Texas Hold'em gemeinsam, ohne Einsätze und Bluff, und müsst ohne zu reden die Stärke eurer Hände richtig ordnen (Eintrag The Gang).
  • Coup – Wenn dich am Poker vor allem das Bluffen reizt: Jeder darf behaupten, eine beliebige Rolle zu haben; wer beim Lügen erwischt wird, verliert Einfluss (Eintrag Coup).
  • Skull – Wenn du Bieten und Bluffen ganz ohne Karten und Chips magst: Jeder hat vier Scheiben, drei Blumen und einen Totenkopf, und wer am höchsten bietet, muss so viele aufdecken, ohne auf einen Totenkopf zu stoßen (Eintrag Skull).
  • Kakerlakenpoker – Wenn ihr Bluffen ohne Einsätze spielen wollt: Karten werden verdeckt mit einer Behauptung weitergeschoben – glauben, zweifeln oder weiterschieben; wer falsch liegt, muss die Karte offen vor sich legen (Eintrag Kakerlakenpoker).

Ausgaben & Erweiterungen

  • Kein Verlagsprodukt: Kartenspiele, Chips und Pokerkoffer gibt es von vielen Herstellern. Gespielt wird mit einem normalen französischen Blatt mit 52 Karten (Grundregel Hold'em).

Autoren & Verlag

  • Art: traditionelles Kartenspiel (kein Erfinder, kein Verlag, gemeinfrei; Karten und Chips gibt es von vielen Herstellern)
  • Verlag: keiner – für Turniere gibt es die Regeln der Poker Tournament Directors Association (TDA), eines freiwilligen Verbands der Turnierveranstalter, gegründet 2001 (TDA 2026, Vorbemerkung); Spielablauf und Rangfolge der Hände folgen dem Regelwerk von John McLeod auf pagat.com

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