Hintergrund

Vom Lesertreffen zur Weltmesse: die Geschichte der SPIEL Essen seit 1983

1983 trafen sich ein paar hundert Leser einer Spielezeitschrift in der Essener Volkshochschule – heute ist die SPIEL die größte Publikumsmesse für Brettspiele der Welt. Zum letzten Messetag die wichtigsten Stationen.

von boardgamez ·

Heute geht die SPIEL Essen 2026 zu Ende. Rund 230.000 Besucher hatte der Veranstalter vorab erwartet (laut Würfelreich), dazu fast 1.000 Aussteller. Angefangen hat alles viel kleiner – mit einem Lesertreffen in einer Volkshochschule. Wir haben die Chronik des Veranstalters und einen Rückblick der langjährigen Messechefin Dominique Metzler gelesen und die wichtigsten Stationen zusammengefasst.

1983: ein Lesertreffen, das aus dem Ruder lief

Vom 14. bis 16. Oktober 1983 fanden die ersten „Deutschen Spielertage“ in der Essener Volkshochschule an der Hollestraße statt. Gedacht waren sie als Lesertreffen einer Bonner Spielezeitschrift; ausgerichtet haben sie Reiner Müller, damals Redakteur der Spielbox, und Friedhelm Merz, Chef des Vorwärts-Verlags in Bonn. Angemeldet hatten sich 700 Leser und 12 Aussteller. Weil das WDR-2-Morgenmagazin den Termin erwähnte, kamen am Ende zusätzlich gut 5.000 Besucher aus Essen und dem Ruhrgebiet (Chronik spiel-essen.de).

Eigentlich sollte das Treffen laut Dominique Metzler im Amerikanischen Club in Bonn stattfinden. Als die Anmeldungen zeigten, dass der Raum zu klein ist, half der damalige Essener Oberbürgermeister Peter Reuschenbach mit der Volkshochschule aus (Spielpunkt). Ein Jahr später war das Haus endgültig zu klein: Laut Metzler kamen 1984 15.000 Besucher zu 66 Ausstellern, und knapp 70 Journalisten teilten sich das einzige Telefon des Hausmeisters.

Der Umzug in die Messe und ein neuer Name

Nach der Trennung vom Vorwärts-Verlag erwarb Friedhelm Merz die Rechte an den Spielertagen und gründete einen eigenen Verlag, um sich ganz auf die Messe zu konzentrieren. Vom 25. bis 29. September 1985 zogen die 3. Deutschen Spielertage in die Hallen 2, 3 und 4 der Messe Essen: 110 Aussteller, 36.000 Besucher. 1986 hieß die Veranstaltung erstmals SPIEL '86 mit dem Untertitel „Internationale Spieltage“ – 186 Aussteller, rund 45.000 Besucher (Chronik spiel-essen.de). Für Metzler war dieser Umzug, der auch finanziell gestemmt werden musste, der erste große Meilenstein; Messeerfahrung hatte im Verlag damals niemand (Spielpunkt).

Die Wachstumsjahre

Ab 1990 überschritt die SPIEL die Marke von 100.000 Besuchern: 1990 kamen 365 Aussteller und 102.000 Besucher, 1994 waren es 415 Aussteller und 120.000 Besucher in neun Hallen. Im Juli 1996 starb Friedhelm Merz; seine Lebensgefährtin Rosemarie Geu und ihre Tochter Dominique Metzler übernahmen den Verlag. Die SPIEL '96 brach trotzdem erneut die Rekorde mit 437 Ausstellern aus 17 Ländern und über 130.000 Besuchern (Chronik spiel-essen.de).

Bis 2012 wuchs die Messe auf 827 Aussteller aus 37 Nationen und 149.000 Besucher. 2013 zog sie in die Hallen 1, 2 und 3 sowie die Galeria um, 2019 kamen 1.200 Aussteller und 209.000 Besucher (Chronik spiel-essen.de). Laut Metzler wuchsen in dieser Zeit viele kleine Verlage durch die SPIEL – manche Auflagen von Kleinstverlagen seien fast nur auf der Messe verkauft worden (Spielpunkt).

Pandemie, Verkauf und Rekorde

2020 fiel die Messe wegen der Corona-Schutzmaßnahmen aus. Der Veranstalter baute kurzfristig die SPIEL Digital auf, die laut Chronik 148.000 Nutzer mit rund 400 Ausstellern besuchten. 2021 kamen wieder über 93.000 Besucher nach Essen, 2022 dann 147.000 Besucher und 980 Aussteller aus 56 Nationen. Im selben Jahr kaufte die Spielwarenmesse eG aus Nürnberg den Merz Verlag; seit Januar 2023 führt Carol Rapp die Geschäfte (Chronik spiel-essen.de).

Für 2026 meldete der Veranstalter laut Würfelreich 997 Aussteller aus 53 Nationen und 1.885 Neuheiten – aus dem Lesertreffen mit 12 Ausstellern ist in 43 Jahren die weltgrößte Publikumsmesse für Brettspiele geworden.

Unser Fazit

Die Grundidee von Friedhelm Merz gilt laut Veranstalter bis heute: Jeder kann kommen und die Spiele an den Ständen ausprobieren und kaufen (spiel-essen.de). Laut Metzler hat sich vor allem das Publikum verändert – statt überwiegend Männern zwischen 40 und 50 sehe man heute viele junge Leute und Familien (Spielpunkt). Wer heute noch hinfährt: Die SPIEL hat am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet (spiel-essen.de). Alle anderen finden unsere Messe-Tipps der letzten Tage im Blog.

Quellen

  1. Historie – Vom kleinen Lesertreffen zur weltgrößten Spielemesse (spiel-essen.de)
  2. Die Geschichte der SPIEL in Essen: „Jahrzehnte lang harte Arbeit“ (spielpunkt.net)
  3. SPIEL Essen 2026: Rekordzahlen und Deutscher Spiele Preis (wuerfelreich.de)
  4. About us (spiel-essen.de)
  5. Tickets & Öffnungszeiten (spiel-essen.de)

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen erstellt und von boardgamez veröffentlicht. Fehler entdeckt? Schreib uns – Kontakt im Impressum.

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